Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5668 = 1907/08
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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ihrem ^ed^^e,* die Lesehalle steht auf neutralem Boden und bietet jedem Besucher das, was er sucht. Unter diesen Zeitungen befinden sich: 35 deutsche, 8 englische und amerikanische, 4 hebräische, 11 jüdisch-deutsche, 3 französische, 5 russische, 3 polnische, 1 rumänische. Der Bücherbestand umfaßt 5719 Bände jüdischen Inhaltes, welche sich auf folgende Fächer verteilen: Belletristika 916, Kulturgeschichte 315, Hebraica 835, Literaturgeschichte 173, Philosophie und Religionswissenschaften 228, Kultus, Ritus, Gebetbücher 229, Geschichte 539, Philologie 126, Erziehungs- und Unterrichtswesen 118, Biographien 146, Philosemitica 318, Antisemitica 34, Biblische Literatur 209, Rabbinische Literatur 201, Erbauungsliteratur 220, Zeitschriften 633, Schriften über Vereine 257, Zionistische Literatur 95, Kirche, Mission 38, Varia 59. Von diesen 5719 Bänden waren im Berichtsjahre 2619 — nahezu 50 Proz. — ausgeliehen! Die Zahl der Entleiher betrug 1692 Personen! Die Lesehalle war auch im Jahre 1906 überaus rege besucht, oft geradezu überfüllt; stellte man doch eine Kesilchssister von 24157 Personen im Berichtsjahre fest! Es verkehrten in der Lesehalle jüngere und ältere Gelehrte, Schriftsteller, Lehrer, Aerzte, Kaüfleute, Fabrikanten, Maler, Rentiers, Studenten, Schüler, Lehrlinge, Handwerker, Arbeiter, Kassenboten re-; allen diesen, sowie zahlreichen Damen bot das Institut willkommene Gelegenheit, Belehrung und Anregung zur weiteren Fortbildung zu schöpfen und sich eingehend über alle jüdischen Angelegenhesten zu orientieren. Dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur wurde wiederum an mehreren Abenden in der Woche die Lesehalle zur Abhaltung von Fortbildungskursen im Hebräischen, zu Vorträgen über Geschichte der Juden und des Judentums zur Verfügung gestellt. Jüdische Lesehallen in anderen Städten sind durch Rat und Tat gefördert worden. Die jüdische Toynbee-Dalle. Kaiserstraße 10. Gegründet von den Berliner Bnei-Briß-Logen. Vorsitzender: Justizrat Albert Joachim, hat auch im verflossenem Winter, wie im vorigen Jahre, in gleicher Weise ihre Tätigkeit ausgeübt. Die Veranstaltungen der einzelnen Abende trugen denselben Charakter wie in den früheren Jahren: nach einem pünktlich um 9 Uhr beginnenden Vortrage fand eine kleine Bewirtung und daraus eine musikalisch-deklamatorische Unterhaltung statt, die präzise 11 Uhr ihr Ende erreichte. Die Vortragsabende sind stets außerordentlich stark besucht. Wissenschaftliche Vorträge wurden 145 gehalten und zwar aus folgenden Gebieten: Medizin 30, Bibel und Talmud 22, Literatur 15, Sozialwisseuschaft 15, Naturwissenschaft 9, Geschichte 9, Jurisprudenz 9, Kulturschilderungen 7, Biographien 6, Reisen 6, Allgemeines 5, Kunst 5, Philosophie 3, Musik 3, Poesie 1. Wissenschaftliche Uereinignns jüdischer Kehrer und Lehrerinnen p Kerlin. Gegr. 1895. Zweck: Pflege der wissenschaftlichen, beruflichen und kollegialen Interesse der jüdischen Lehrer und Lehrerinneu. Allmonatlich findet eine Sitzung statt. 72 Mitglieder vr. Gutmann, erster Vorsitzender, Hauff, zweiter Vorsitzender, Abraham, erster Schriftführer, Falkenberg, zweiter Schriftführer, Hirschfeld, Schatzmeister. Jüdischer Nolbsoerein. Gegründet 1905. Gegen 300 Mitglieder. Vorstand: I. Vorsitzender: vr. Hans Mühsam, II. Vorsitzender: vr. G. Witkowski, I. Schriftführer: vr. M. Namiot, II. Schriftführer: Noemi Banöth. I. Kasscnführer: Max Wollsteiner, II. Kassenführer: Arthur Hirsch. Vorsteher der wirtschaftlichen Abteilung: «tack. Isidor Wolff, Vorsteher der kulturellen Abteilung: stuck. Arnold Hildesheimer, Beisitzer: stuck. Norbert Weldler. Aerztliche Abteilung: vr. H. Mühsam, vr. G. Witkowsky, vr. E. Namiot. Juristische Abteilung: vr. A. Hantke, Rechtsanwalt, S. Gronemann, Rechtsanwalt, vr. M. Friedländer, Rechtsanwalt. Ans einer kleinen Gruppe hauptsächlich ausländischer Juden hat sich der Verein im letzten Jahre zu einer Organisation mit 120 in den verschiedenen Abteilungen arbeitenden und ca. 200 unterstützenden Mitgliedern entwickelt. Das Monatsbudget stieg von 5 Mk. auf 600 Mk. Im letzten Jahre nahmen 21000 Personen Hilfe in Anspruch. Auf der Ausstellung für soziale Fürsorge und Hygiene in Berlin anfangs dieses Jahres bekam der Verein ein Ehrendiplom. Kerrin selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens. Zweck: Förderung des Handwerks unter den Juden. Vorstellung an maßgebenden Stellen der Gemeinde-Verwaltung betr. die Beschäftigung jüdischer Handwerker bei Gemeindearbeiten. Krankenkasse, Sparkasse, Darlehnskasse. Circa 450 Mitglieder. Vorstand: M. Herz, I. Löweustein, I. Prager, I. Markus, I. Baumgarten, S. Laboschin, E. Rosenthal, vr. Sudheim, I. Baschwitz, S. Baruch, L. Lewinsohn, R. Blumenthal, M. Silberberg. vr. John Hirsch, Vereinsarzt. Rechtsanwalt vr. Sudheim, Sekretär. Vermögen ca. 6500 Mk. 74