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  1. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 120 · Palästina oder Autonomie

    Ich wies dort sofort darauf hin, dass das zionistische Programm „Palästina" und „Autonomie" verlangt, und dass man daher, wenn nicht beides mit einem Male zu haben war, wohl mit Palästina — niemals aber mit der „Autonomie" irgendwo beginnen könne. Denn durch zweckentsprechende Tätigkeit in Palästina lässt sich wohl dort die zunächst noch fehlende Rechtsbasis erringen. Die kann man in ernster Arbeit an vielen Orten erringen.

  2. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 121 · Palästina oder Autonomie

    Was sollte dann aber die ganze Sache auf dem Zionisten-Kongress — in der Gemeinde der Palästina-Zeloten? So rächen sich die hohlen Phrasen! Man hatte sich in die unbedingte Palästina-Grundlage der Bewegung mit einem Fanatismus festgebissen, der bei dauerndem Misserfolg in irgend etwas ganz Verkehrtem enden musste. — Als ich vor Jahren einmal den Satz aufstellte: „der Zionismus beruht auf Judennot und Palästina-Sehnsucht -— die Judennot ist die stärkere Triebkraft von beiden," da zeterten die Zeloten über diesen Materialismus. … Es heisst dort: „Und auch das wohlverstandene Programm der Zionisten lässt keinen Zweifel, dass da kein auf seine kleinsten Dimensionen reduziertes Palästina gemeint sein kann. Man braucht nur für die Vokabeln des ersten Programmsatzes die entsprechenden Zahlenwerte zu setzen, um die absolute Haltlosigkeit einer solchen Annahme sofort einzusehen: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk (10 — 12 Millionen Seelen) die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina (28 000 Quadratkilometer).

  3. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 122 · Palästina oder Autonomie

    - 122 — Und heute möchte ich sagen: Wenn es die Konzentration sein soll, so kann es nur Palästina sein, denn für jeden anderen Vorschlag gibt es endlose Gegenvorschläge. Wenn es Palästina sein soll, so muss es ein „grösseres Palästina" sein, denn die Beschränkung auf die engsten Grenzen schliesst prinzipiell den weitaus grösseren Teil der Nation aus. Wenn es ein „grösseres Palästina" sein soll, so muss in den nächsten Nachbarländern angefangen werden, damit der Zusammenhang der Kolonisationen gewahrt bleibt.

  4. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 123 · Palästina oder Autonomie

    Das, worin alle noch erklärtermassen einig sind — die gemeinsame Grundlage — das ist die Forderung der Heimstätte in Palästina. Was davon abweicht — im guten wie im falschen Sinne — das gehört nicht zur Hauptstellung — das sind vorgeschobene Posten — darüber herrscht keine Einigkeit — das verwirrt und bedroht das Ganze — das gefährdet die mühevolle Arbeit dieser Jahre.

  5. 1903-01-01 · Heft 3-6 · p. Seite 124 · Palästina oder Autonomie

  6. 1903-10-16 · 42 (16.10.1903) · p. 3 · Neues aus Palästina

    Nr. 42 „bie # Weit" Seite 3 „Wir müssen uns für Palästina so sehr als möglich interessieren/ schloss U ssischkin unsere Unterhaltung, da mehrere Reporter von Tagesblättern darauf warteten, vorgelassen zu werden, „wir werden nun an dem Charter von unten nach oben bauen. Wenn wir in Palästina einen gesunden jüdischen Kern haben werden, dann kann der Charter nicht ausbleiben, den wir von Palästina aus anstreben wollen.

  7. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 3 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    — 3 — PALÄSTINA ALS KOLONISATIONSGEBIET. Von Prof. Dr. O. War bürg. Den Bestrebungen, die jüdische Kolonisation nach dem Orient und speziell nach Palästina zu lenken, wird neben den ja tatsächlich vorhandenen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor allem der Einwand entgegengehalten, dass das Land sich für die Kolonisation nicht eigne, es sei durch die 1000jährige Vernachlässigung und Misswirtschaft in eine hoffnungslose und kaum mehr besserungsfähige Verfassung geraten, die zunehmende Devastierung der Wälder habe das Klima verändert, die geringe Erdkrume, welche sich auf den an sich schon dürren Berghängen gebildet hatte, sei durch die winterlichen Sturzregen, die nicht mehr von den Waldungen aufgehalten werden, herabgespült, während die Täler und Ebenen durch das Fehlen jeglicher Flussregulierungen versumpften und Brutstätten der schlimmsten Fieber- ';miasmen wurden. … In Anbetracht dieser so gewichtigen Einwände ist es wohl von Bedeutung, die Grundlagen, auf denen sich jede Kolonisation in Palästina und den Nachbarländern aufbauen muss, sowohl jede von aussen kommende, als jede innere Kolonisation, einer ernsten Kritik zu unterziehen.

  8. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 7 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Gartenkultur hingegen vermag noch, weit mehr als 105 Seelen p. qkm (also ca. 1 Seele per Hektar) zu ernähren, wie Japan und China beweisen, wo in *) Socin meint (Art. Pal. in Enc. Bibl. § 21) dass Palästina ehemals etwa viermal so stark bevölkert gewesen sei als jetzt, es seien 96—115 Einwohner auf den Quadratkilometer gekommen; Schwöbel (ZDPV. 1904, S. 47) nimmt 120 Einwohner pro Quadratkilometer zur Blütezeit Galiläas an. … S. 37). **) d. h. die Wilajets Haleb (Aleppo), Beirut, Surja (Syrien) sowie die Mutessarifliks Libanon und el Kuds (Jerusalem), also inklusive Palästina.

  9. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 8 · Palästina als Kolonisationsgebiet

  10. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 9 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Man sieht also klar, dass die Bevölkerungsmasse, welche Palästina schon jetzt aufnehmen könnte, falls nur die nötigen Bewässerungskanäle und Terrassierungen gemacht werden, selbst wenn sich keinerlei grössere Industrien entwickeln, eine vielfach grössere ist, als die günstigstenfalls im Lande selbst für die Kolonisation zur Verfügung stehende Zahl in den Städten Palästinas ansässiger Juden. … Ernährt doch Belgien, ein Land von 29 457 qkm, also ungefähr so gross wie Palästina, ohne Schwierigkeit eine Bevölkerung von fast 7 Millionen Seelen. Ob Palästina je eine derartige industrielle Blüte wird erreichen können, ist schwer vorauszusehen, es sei aber darauf hingewiesen, welche ungehobenen Schätze es nach neueren und neuesten Forschungen an Phosphaten, Asphalt, Schwefel, Salz und wahrscheinlich auch an Petroleum besitzt, welche enormen Reichtümer an Kali und Brom in dem Wasser des Toten Meeres stecken, und welche gewaltigen, bisher im Detail noch gar nicht einmal berechneten Wasserkräfte für alle Arten von Industrien im Jordan allein zur Verfügung stehen, der, am Hermon bei 370 m Höhe entspringend, sich bei 394 m unter Meereshöhe in das Tote Meer ergiesst, was also einen Fall von 764 m repräsentiert, während die östlichen Zuflüsse des Toten Meeres, die ihm zusammen ebensoviel Wasser zuführen wie der Jordan, bei kurzem Laufe gleichfalls ein Gefälle von vielen Hundert Metern haben.

  11. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 10 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Dass also die Möglichkeit ausgedehnter und mannigfaltiger Industrien für Palästina gegeben ist, wird ein unbefangener Beurteiler zweifellos ohne weiteres zugeben müssen. Natürlich wird er aber ebenso offen bekunden müssen, dass bei der jetzigen politischen und ökonomischen Lage der Türkei alle diese fast unbegrenzten Möglichkeiten nur zu einem winzigen Teile realisierbar sind. … Es gilt demnach, hier zu untersuchen, ob die Agrikultur in dieser Form in Palästina Aussicht hat, was natürlich hauptsächlich von den klimatischen Verhältnissen des Landes abhängt. Dass Palästina wie das ganze Mittelmeergebiet zu der Zone der Winterregen gehört, ist bekannt.

  12. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 11 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Danach erzielt man per Hektar: Weizen....... 2500-3000 kg Gerste....... 2000—2500 „ Mais....... . 1500 „ Durrha....... 1200—1500 „ Kartoffeln...... 10 000 „ Wirkliche allgemeine Missernten sind in Palästina seit langer Zeit nicht zu verzeichnen gewesen; wohl haben Heuschrecken hier und da in einzelnen Gebieten, namentlich auch im Hauran, viel Schaden getan, auch wies z. B. das Jahr 1902 in Jaffa für Weizen 70%, für Gerste 40%, für Olivenöl sogar nur 20% Ergebnisse einer mittleren Ernte auf, ein Jahr aber, wo die Ackerbau- und Gartenprodukte in ganz Palästina derart versagen, dass der Import den Export dieser Nahrungsstoffe überstieg, hat in den letzten Dezennien jedenfalls nicht existiert.

  13. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 12 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Aber es ist auch nicht der geringste Grund einzusehen, warum es nicht gelingen sollte, die Landwirtschaft zu verbessern und in rationeller Weise zu intensifizieren, wenn nur erst die Hauptbedingungen der leichten Zugänglichkeit des Gebietes durch gute Strassen und möglichst viele Schienenwege geschaffen sein werden. Gerade nach dieser Richtung steht nun Palästina am Vorabend einer neuen Zeit. Bald wird man das

  14. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 13 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Landwirtschaftliche und technische Versuchsstationen in Palästina, das ist unsere Losung für die nächste Zukunft, mehr wert als grosse Kolonien, hoc signo vinces. DIE ROSINENSTADT ES-SALT.

  15. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 4 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Es kann selbstverständlich hier nicht unsere Absicht sein, ausführlich auf alle diese nicht einfachen Fragen einzugehen, das ist ja der Zweck der gesamten Zeitschrift, nicht eines einzelnen kurzen Aufsatzes derselben; aber für die grosse Mehrheit der Leser mag es doch erwünscht sein, auch einiges Allgemeine über Palästina und die Nebenländer zu erfahren. Denn wenn auch die Kenntnis betreffs dieses Landes in wissenschaftlichen Kreisen im Laufe der letzten Jahre sehr zugenommen hat, so ist es doch erstaunlich, wie verkehrte Ansichten noch heute im grossen Publikum darüber herrschen. Vermutlich ist der Grund der, dass bei der Unvollkommenheit der Verkehrsmittel in Palästina In Kultur genommenes Land, Palmenallee in Rischon le Zion. Originalzeichnung von Hermann Struck.

  16. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 5 · Palästina als Kolonisationsgebiet

    Auch der schöne indische Blütenstrauch Hibiscus rosa sinensis, sowie der als Stolz Indiens (Pride of Jndia) allbekannte Zierbaum Melia azedarach tragen neben schlingenden tropischen Winden, gelbblütigen Buddleiasträuchern etc. dazu bei, dass man. glauben möchte, man sei in dem üppigen Parke eines indischen Grossen und nicht in einem Hotelgarten des „wüstenähnlichen" Palästina. Aber auch die wenigen Reisenden, die von Jaffa zu Wagen nach Flaifa fahren, merken, obgleich sie eine der zukunftreichsten Ebenen Palästinas durchreisen, kaum etwas von der Fruchtbarkeit, da die wenigen jüdischen Kolonien meist abseits der grossen Route liegen, die zerstreut liegenden arabischen Ansiedlungen schlecht bearbeitetes Land aufweisen und der grösste Teil des Landes sich als baumloses mit spärlichem Gras bewachsenes Oedland darstellt, wie man es aus der beigefügten Originalzeichnung von Hermann Struck ersehen kann.

  17. 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 6 · Palästina als Kolonisationsgebiet

  18. 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. [Seite] · Volksdomänen in Palästina

    WARBURG. No. 3. Berlin, März 1904. 1. Jahrg. VOLKSDOMÄNEN IN PALASTINA. (Nachdruck erwünscht.) Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" unterbreitet der jüdischen Oeffentlichkeit folgenden Vorschlag: Die gemäss Beschluss des VI.

  19. 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 66 · Volksdomänen in Palästina

    Die „Kommission zur Erforschung Palästinas" erbietet sich, die Grundlage der Organisation zu schaffen und durch ihre fachmännischen Beamten und Mitarbeiter in Palästina die ersten Abgrenzungs- und Pflanzarbeiten ausführen zu lassen, bis der Umfang der Geschäfte eine eigene Verwaltung erfordert. … Aber auch materielle Güter würden geschaffen: Tausende von jüdischen Arbeitern oder Erbpächtern werden bei den Volksdomänen dauernd ihren Unterhalt finden, neue Industrien werden in Palästina entstehen, die Ausfuhr sich vermehren und Handel und Wandel erblühen. Möge dem jüdischen Volke die unserem Vorschlage nachfolgende Tat zu einer dauernden Quelle der Befriedigung seiner ideellen und materiellen Bedürfnisse werden!

  20. 1904-07-01 · Heft 7 (Juli 1904) · p. Seite 221 · Palästina-Handelsgesellschaft [Nachricht]

    Wolffsohn in Köln seitens der Jüdischen KoJonialbank. Deutsche Palästina-Bank. Die Bank beruft ihre ordentliche Generalversammlung auf den 27. Juni ein. Derselben wird vorgeschlagen werden, von der Verteilung einer Dividende für das verflossene Geschäftsjahr abzusehen und den erzielten Nettoüberschuss in Höhe von 59 807 Mk. zu Abschreibungen auf Konto-Korrent-Konto zu verwenden, da mit Sicherheit zu erwarten ist, dass ein noch schwebendes Warenbeleihungsgeschäft der Filiale in Jerusalem mit einem bedeutenden Verlust für die Bank abschliessen wird.