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Zu der im vorigen Hefte über die Sammlungen Salvendis für Palästina-Zwecke fügen wir ergänzend hinzu, daß nach einer genauen Zusammenstellung des Herrn Pabiners Salvendi seine bis herigen Sammlungen für das „Moschab Sekenim" in Jerusalem 20 133 Mk. betragen.
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— 227 — DIE CHRISTLICHEN KIRCHEN IN PALÄSTINA. Von Rektor Eberhard in Zarrentin. II. (Schluss.) Die lateinische, d. i. die römisch-katholische Kirche des Abendlandes, ist durch die Kreuzzüge in das heilige Land verpflan zt worden und hat sich seitdem neben der griechischen Kirche in dem Franziskaner- (1219) und dem Karmeliterorden unter viel Drangsal seitens der Muhammedaner bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts hindurchgekämpft.
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Missionsstationen, die von 20 bis 600 Seelen zählen; jeder Mission ist in der Regel eine Knaben-, möglichst auch eine Mädchenschule beigefügt, in denen etwas geleistet wird. Die eigentlichen Träger der römischen Kirche in Palästina sind indes die Orden, die an Zahl und Mitteln den Weltklerus weit übertreffen. Sie sind so charakteristisch, dass die Geschichte der lateinischen Kirche in Palästina recht eigentlich Ordensgeschichte ist; und ihre Erfolge sind nicht zu unterschätzen, obwohl sie durchgehends ein fremdes Element in das Land einführen. … Er zählt, ausschliesslich der Seminaristen, etwa 260 Angehörige in Palästina (darunter 50 deutsche); sie verteilen sich auf 18 Niederlassungen für welche neben Kloster und Kirche oder Kapelle das geistliche Hospiz charakteristisch ist.
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Die Josefsschwestern widmen sich der weiblichen Erziehung und der Krankenpflege; sie besitzen heute bereits 13 Niederlassungen in Palästina, darunter 3 Waisenhäuser, 5 Gemeindeschulen (mit 1100 Mädchen), 3 Hospitäler, unter denen das vom Patriarchat gegründete Ludwigshospital vor dem Neuen Tore in Jerusalem nach Räumlichkeit und Leitung musterhaft ist. 1855 übernahmen die „Frauen von Nazareth" die weibliche Erziehung und Krankenpflege daselbst.
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In dem gleichen Jahre übernahmen die Salesianer von Don Bosco mit ca. 40 Geistlichen das Werk des Don Belloni in Palästina. Es besteht gegenwärtig aus einem Waisenhaus mit Lehrwerkstätten in Bethlehem und 3 Ackerbauschulen für Waisenknaben auf den Gütern zu Bet ed-Dschemal (am westlichen Abhang des Gebirges Juda), zu Kremisan bei Bet Dschala und zu Nazareth.
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Mit ähnlichem Erfolge arbeitet die schottische Judenmission der „Free Church" in Tiberias und Safed namentlich durch Hospital und Poliklinik. 1883 wurde mit Hilfe der englischen „Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge" in Artuf, zwischen Jaffa und Jerusalem, eine kleine Ackerbaukolonie gegründet, aber die Verbindung rein humanitärer Bestrebungen dieser Gesellschaft mit den Missionsinteressen der London Jews Society erwies sich als unzweckmässig; leichter gestaltete sich «die Verwaltung des „Syrischen Kolonisationsfonds" in London, welche sich darauf beschränkt, arme Juden auf einem Gartengrundstück bei Jerusalem „Abrahams Weinberg" nützlich zu beschäftigen. (Vgl. d. gleichnam. Artikel in „Palästina" II (1903) S. 135—142.) Die Engländer treiben ausserdem mit dem gleichen Aufwände, aber mit noch geringerem Erfolge durch die seit 1851 in Palästina arbeitende „Church Missionary Society" die Araber-(Muhammedaner-)Mission.
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Das Syrische Waisenhaus wurde 1860 aus Anlass der Christenverfolgungen im Libanon mit 9—10 syrischen Waisenknaben eröffnet; es erzieht heute vorwiegend arabische Kinder aus Palästina, vorübergehend auch armenische, und unterhält neben der Anstalts- und Tagesschule Lehrwerkstätten, ein Lehrerseminar, die Ackerbaukolonie Bir Salem bei Ramie**) und *) Dr.
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Gegenwärtig funktioniert in Odessa ein Bureau, welches auf die zahlreichen schriftlichen und mündlichen Anfragen in allen Angelegenheiten, die das Ansiedelungswesen in Syrien und Palästina angehen, unentgeltlich Auskunft erteilt. Das Bureau versieht die nach Palästina Reisenden mit Fahrkarten der „Russischen Gesellschaft für Schiffahrt und Handel" bei einer Ermäßigung von 40 % für die dritte und 30 °/0 für die erste und zweite Klasse, ferner mit Landungsscheinen für Jaffa nach einem festgesetzten Preise. … Indem das Komitee von der enormen Bedeutung der „Geoülath- Haarez", des Erwerbs von Grund und Boden in Palästina, ausging, beschloß es, aus seinem bescheidenen Budget zu diesem Zweck nach Kräften beizutragen und gewährte einer Gruppe von Arbeitern und einer Anzahl kaukasischer Bergjuden eine langfristige Anleihe (ca. 50 000 Fr.) behufs gemeinsamer Erwerbung des Landstrichs Beer- S c h a 1 o m in der Nähe von Ramleh, w^o eine neue Kolonie gegründet werden soll.
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Inzwischen ist zu Anfang dieses Jahres (1907) wenigstens ein beträchtlicher Anbau beschafft und mit einem besonderen Personenausgang auch ein kleines Pier angelegt worden. Ein zuverlässigeres Bild des Handels und Verkehrs in Palästina geben die Handelsberichte des deutschen und englischen Konsulats. Allerdings sind ihre Angaben selten und weichen oft nicht unerheblich von einander ab, da sie mangels einer offiziellen Statistik auf Erkundigungen bei den Kaufleuten der Hafenplätze angewiesen sind; aber um so größere Gewähr dürften dafür diejenigen schätzungsweise gemachten Angaben bieten, in denen die beiderseitigen Konsulatsberichte, sei es zahlenmäßig, sei es in Beurteilung der Tendenz der Konjunktur übereinstimmen. Da ergibt sich nun aus einem Vergleich der neuesten Aufnahmen über Aus- und Einfuhrwerte, daß der alte Palästina-Handelsgrundsatz: Ausfuhr-Einfuhr wesentlich zu gunsten des zweiten Faktors durchbrochen ist. Diese Steigerung der Einfuhr steht neben der gesteigerten Kaufkraft des Landes, die sich wieder als eine Folge der gehobenen Produktionskraft und der wirtschaftlichen Erschließung darstellt, wesentlich mit dem Anschwellen des Fremdenverkehrs in Zusammenhang, den man heute bis auf 50 000 Fremde im Jahr veranschlagt.
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Hier entstanden zuerst die Vereine, welche sich die Wiederbelebung x) Unter den Einfluss der Ereignisse im Jahre 1878 scheinen die Artikel über Zentralisierung der Juden durch eine Kolonisation in Palästina im „Haschachar" von dem damaligen Studenten Ben-Jehuda verfasst zu sein. 21
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Immerhin fehlt der hebräischen Sprache in Europa die Natürlichkeit und Lebendigkeit, die sie in ihrer eigentlichen Heimat Palästina besitzt. In Palästina kann dem Bedürfnis nach neuen Sprachbildungen, wie es der lebendige Verkehr mit sich bringt, im Hebräischen als Umgangssprache ganz anders entsprochen werden als in Europa, wo es doch Schriftsprache geblieben ist.
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Nach und nach schwindet die europäische „aschkena^ische" Aussprache in allen ihren Abzweigungen vor der asiatischen „sefardischen"; und diese befestigte sich, besonders in Galiläa, am meisten in ihrer syrischen Abart, welche der Aussprache des Vulgärarabischen in Palästina sehr nahe steht. Dann zeigt «ich dieser Einfluss in ganzen Klassen von arabischen Wörtern, die ins Hebräische übergehen.
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Ebenso könnte es sich infolgedessen ermöglichen lassen, eine technische Hochshule in Palästina zu begründen, die vorerst nur ausgebaut wird, ein Usus, der auch in Deutschland öfters zur Ausführung kam . Stets kann ja eine weitere Abteilung, ein weiterer Lehrstuhl angegliedert werden. … Und wenn auch die vage Behauptung, dass der eingewanderte Jude in Palästina geistig auf das leider ziemlich tief stehende Niveau des einheimischen Juden oder gar des Arabers oder des Fellachen sinken könnte, wenig wahrscheinlich, so wäre doch die beste Vorkehrung da- 28