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Hiezu tritt bei uns Juden die Pflicht, dem Aufbau unseres Volkes diejenigen ärztlichen Kräfte zu stellen, die es besonders benötigt. Es genügt nicht, in Palästina als Arzt zu wirken und alles Gute und Schlechte mitzumachen, sondern mitzumachen, das die Zeiten bringen. Nicht mitzumachen, sondern mitzuwollen, muß jeder bereit sein.
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Doch das bisher Gesagte betrifft nur Dinge, die längst hätten geordnet sein müssen. Uns fehlt schon weit mehr als das. In Palästina gibt es schon etwa 1500 jüdische Ärzte, und das wiegt mehr als 5000 jüdische Ärzte in einer Stadt Europas. Denn in den Ländern der Galuth wird auch die größte Mehrheit, die Juden in einer Ärzteschaft haben können, nicht dazu führen, daß die jüdischen Ärzte etwas zu verantworten und zu entscheiden haben,
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Das bisher gewohnte Schicksal des jüdischen Arztes macht es verständlich, wenn er nicht erkennt, daß in Palästina seine Lage eine grundsätzlich andere ist, das heißt daß hier von ihm Entscheidungen und Formungen erwartet werden, für die sein Blick bisher nicht geschärft war. … Die Ärzteschaft der Welt bemüht sich bisher vergeblich um die Lösung dieses Rätsels. Wir dagegen in Palästina begnügen uns, den alten Typus des Arztes unverändert hier einzuführen, als wenn er die neueste Schöpfung des Jahrhunderts wäre.
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Dies können nur Menschen, die wahrhaft sachkundig sind, das heißt die Volk und Beruf kennen und lieben. II. Der Aufbau unseres Berufslebens in Palästina kann nicht sich selbst überlassen bleiben. So unentbehrlich die regulierende und vermittelnde Tätigkeit der allgemeinen Ärztevereine ist, sie reicht im besten Falle aus, den wirtschaftlichen Existenzkampf in Schranken zu halten, Neues zu schaffen und Zukünftiges anzuregen, sind sie nicht imstande. … Das kann vielleicht für Juden in den Galuthländern genügen, wo sie weder Möglichkeit noch Auftrag haben, das Leben in seinen Formen zu bestimmen, vielmehr ist es dort ihre Rolle, sich den Gegebenheiten in Urteil und Ausübung anzupassen. In Palästina aber, wo weder eine Formung des beruflichen oder des sonstigen Volkslebens überhaupt bereits vorhanden ist, noch andere als wir selbst das Amt des Gestalters haben, bedeutet Berufsumschichtung mehr als individueller Berufswechsel.
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Die Berufsgruppe der Ärzte könnte durch ihr Beispiel Wesentliches zur Förderung dieser Umformung leisten. Bau- und Wohnungswirtschaft in Palästina 1935/36 Von Dr* Ing* Hans Jacobowitz, Tel Aviv. Vorb. der Red. Wir weisen auf die entsprechenden Artikel des Verfassers in Nr. 6/7, 1934 und Nr. 4, 1935 dieser Zeitschrift hin. … Gleichmäßiger, stetiger Aufstieg bis zum August 1935, sichtbar an der Zahl der begonnenen Neubauten, Stagnation im September—Oktober, als die Ungewißheit über den italienisch-abessinischen Krieg Palästina erschütterte, weiteres Abfallen während der ganzen Wintermonate durch Geldverknappung, Lustlosigkeit und langsamere Einwanderung, Belebung seit März 1936.
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VI», Ergebnisse» Der Überblick über die einzelnen Zweige der Bau- und Wohnungsindustrie hat gezeigt, daß 1. die Bauindustrie als Schlüsselindustrie eines Landes und ganz besonders eines Einwanderungslandes wie Palästina, die Gesamtwirtschaft erheblich beeinflußt, und deren Förderung für das Land nutzbringend ist. 2. Noch immer ein Wohnungsbedarf in den Städten herrscht, und daher die Wohndichte außergewöhnlich hoch ist (siehe die Untersuchungen von Naftali). 3. … Man rechnet normalerweise in Europa, daß ein Angestellter oder Arbeiter 20% seines Einkommens auf Miete verwendet. Der Durchschnittsverdienst in Palästina ist
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Es soll damit gezeigt werden, daß das Hauptaugenmerk der Wohnungspolitik in Palästina sich in erster Linie auf eine Senkung des Zinsfußes richtet und nicht auf übermäßige Vereinfachung (wertvermindernde Bauausführung) des Baues. … VIL Forderungen der Wohnungswirtschaft* Das Wohnungsproblem ist eines der größten sozialen Probleme in Palästina, viele Rentner verlassen das Land und verbrauchen ihre Kapitalien in Ländern, wo sie billiger wohnen; unabsehbarer Schaden wird durch die unhygienischen, überfüllten Wohnungen hervorgerufen.
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Machover zieht aus den Erfahrungen dort die Schlüsse für die Situation in Palästina, die darauf hinausgehen, daß in einem solchen „territory with mixed races" die Übertragung der Entscheidung an eine numerische Majorität auf Grund der gegenwärtigen Zahlenverhältnisse zu einer schweren Schädigung des Landes führen muß. … Allmählich beginnt auch in Frankreich das Interesse für den Palästina-Aufbau zu wachsen. Zeugnis hierfür ist das von den Cahiers Juifs herausgegebene Sammelwerk „Palestine Economique 1936".
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Geringer an Umfang ist das von Arthur Katz-Foerstner im Rahmen des Archivs für internationale Wirtschaftskunde zweisprachig herausgegebene Wirtschaftsjahrbuch für Palästina, das sich durch die Sorgfalt in der Auswahl und Wiedergabe der Abbildungen auszeichnet. D. Horowitz leitet den Band mit einer Übersicht über „Grundlagen und Entwicklungstendenzen der palästinensischen Wirtschaft" ein. … Auch wo die behandelten Arbeiten noch von einem verhältnismäßig gefestigten Palästina ausgehen, geben sie doch zugleich eine gute Einsicht in die Fragen, die die weitere Entwicklung des Landes bestimmen werden.
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Die wirtschaftstechnischen Voraussetzungen für die Erweiterung des inländischen Angebots an hochwertigen protektiven Nahrungsmitteln sind sowohl in einer Reihe europäischer Staaten als auch in Palästina durch die potentielle Produktivkraft der Landwirtschaft gegeben; während es aber in den europäischen Ländern der Staat weitgehend übernimmt, die Voraussetzungen für eine Steigerung des Verbrauchs an protektiven Nahrungsmitteln zu schaffen, kann der Jischuw dies nur aus eigener Kraft tun.
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Der Verbrauch derselben Kalorienmenge in Nord- und Mitteleuropa und in Palästina würden daher bei analogen Lebensbedingungen eine erhöhte Befriedigung des Energiebedarfs des palästinensischen Arbeiters bedeuten. … Für deren Beurteilung ist vielmehr die Ernährung sstruktur, der Anteil der protektiven Nahrungsmittel an der Gesamternährung maßgebend. Dies gilt insbesondere für den aus Europa nach Palästina einwandernden Arbeiter, da die Anpassung an die veränderten klimatischen Bedingungen, und die häufig mit der Einwanderung gleichzeitige Berufsumschichtung einen besonderen Kräfteaufwand erfordern, für dessen Ersatz vitaminreiche Nahrung wichtigste Voraussetzung ist.
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Der Fleischverbrauch pro I^onsumtionseinheit ist um 50% geringer als in den schwedischen Arbeiterhaushalten und selbst in Bulgarien, das pro Konsumtionseinheit am wenigsten Vitamine unter allen in der Tabelle aufgeführten Ländern verbraucht, ist der Fleisch- und Fischkonsum um 25% höher als in Palästina. Der Verbrauch der jüdischen städtischen Arbeiterhaushalte in Palästina an Milch, Milchprodukten und Eiern, bleibt pro Konsumtionseinheit nahezu um 70% hinter dem der schwedischen Arbeiterhaushalte zurück und wird nur von der bulgarischen Arbeiterbevölkerung unterschritten. … Nahrungsmittel Schweden Deutschland Belgien Bulgarien Norwegen Polen Palästina Zerealien und Brot . 106.5 134.0 218.38 290.46 144.27 219.29 164.6 Fleisch, Fische usw. . . 64.9 52.9 60.67 36.68 87.68 51.22 30.5 Fette, Kunstfette usw. . 12.3 16.3 10.67 9.77 24.63 3.29 10.6 Milch, Milchprodukte und Eier ....... . 284.1 174.0 119.06 43.73 225.09 94.84 92.9 Gemüse und Früchte . 160.0 227.2 295.67 119.65 123.26 267.09 198.9 Zucker ........ 37.5 16.6 15.22 9.60 23.65 20.78 25.6 2 Für die Exportaussichten der palästinensischen Volkswirtschaft ist in dieser Hinsicht von Bedeutung, daß der latente Bedarf der europäischen Arbeiterschaft nach frischem Obst besonders groß ist.
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Ihre Ernährung beruht daher im Wesentlichen auf den Verbrauch energetischer Nahrungsmittel, während die protektiven Nahrungsmittel, mit Ausnahme von Gemüse und Früchten in ihrer Ernährungsskala einen sehr niedrigen Rang einnehmen. Die in Palästina pro Konsumtionseinheit im Jahre verbrauchten Nahrungsmittel. In Kilogramm Nahrungsmittel Städtische jüdische Ländliche jüdische Ländliche arabische Bevölkerung Zerealien und Brot..... 164.6 247.2 190.5 Fleisch, Fische usw. . . . 30.5 21.2 4.1 Fette und Kunstfette usw. .10.6 12.4 42.0 Milch, Milchprodukte u.
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Sie übersehen den absoluten wirtschaftlichen Wandel, der in Palästina in den letzten Jahren vor sich gegangen ist. Nicht der arabische Wirtschaftssektor ist jetzt die treibende Kraft, sondern das jüdische Aufbauwerk steht im Mittelpunkt der palästinensischen Wirtschaft. … Alle diese Dinge zeigen abschließend, daß die englische Schiffahrt an Palästina nicht besonders interessiert ist. Es ist richtig, daß der ägyptische Frachtenmarkt für sie wichtiger ist, aber andererseits sollten sich die maßgebenden Herren der englischen Linien der Gefahr bewußt sein, daß es zwischen den jüdischen Pflanzern und Verschiffungsagenten auf der einen Seite und den skandinavischen Linien auf der anderen Seite einmal zu einer festeren Bindung kommen könnte, wobei die englischen Linien die Leidtragenden wären, da sie sich dann tatsächlich nur auf den arabischen Wirtschaftssektor stützen könnten.
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Das Jaffa Orangensyndikat, das ausschließlich mit skandinavischen Linien verschifft und im wesentlichen dänische Schiffe (Möller-Linie) bevorzugt. Die zentrale Organisierung des für Palästina besonders wichtigen Zweiges der Orangenwirtschaft und die damit im Zusammenhange stehende Lösung des Transportproblems ist eine der wichtigsten Aufgaben der palästinensischen Wirtschaft.
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