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  1. 1932-12-01 · Heft 12 (Dezember 1932) · p. Seite 396 · Palästina und Imperial Preference

    Die Mandatarmacht England würde zweckmäßigerweise ihrerseits bei den Instanzen des Völkerbundes ein solches Vorgehen befürworten, und müßte dann mit der Begründung, daß die Meistbegünstigungsklausel kein Hindernis mehr bildet, die Zubilligung der Preference-Vorteile an Palästina bei den Vertragspartnern des Preference-Systems durchsetzen. 5) Protokoll der 18. Sitzung, S. 200.

  2. 1933-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1933) · p. Seite 197 · Einwanderungsbestimmungen für Palästina [Nachricht]

    Mit einem Zertifikat kann die Eshegattin und Kinder bis 18 Jahrein mitreisen. Die Zertifikate werden von der Palästina-Regierung zweimal im Jahre bewilligt und durch die Jewish Agency den Palästina-Aemtern zur Verteilung zugewiesen. Uejber ihre Verteilung entscheidet die Palästina-Amts-Kommission. … Touristen. Personen, welche zu vorübergehendem Aufenthalt nach Palästina reisen (geschäftlich, zu Informationszwecken, zum Besuche von Verwandten usw.), haben den Besitz von 50 engl. Pfund in barem und einer Retoursohiffskarte nachzuweisen.

  3. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 239 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Man braucht in Anbetracht der Lage der internationalen Metallwirtschaft, wie sie sich in den Nachkriegszeit entwickelt hat, nicht zu befürchten, daß die sich so ergebende Abhängigkeit von ausländischen Metallproduzenten eine nur unsichere Basia für die Entwicklung einer relativ bedeutenden eigenen Metallindustrie in Palästina darstellen würde. Die internationalen Metallmärkte leiden (ebenso wie der Eisenmarkt) seit vielen Jahren an einer chronischen Ueberproduktion, Die Bestände an unverarbeiteten Metallen sind enorm hoch, was zweifellos nicht nur eine allgemeine Krisenerscheinung ist, sondern eine spezifisch metallwirtschaftliche Angelegenheit.

  4. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 240 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Gewiß, der Weg von Palästina nach London ist weit, aber schließlich hat der Metallhändler etwa in Detroit in U. S. A. ebenfalls riesenhafte Entfernungen zu überwinden, wenn er mit London als Zentrum der internationalen Metallmärkte in Verbindung bleiben will. Es ist keine Frage, daß einige reine Metall-Broker- Firmen in Palästina für die metallwirtschaftliche Entwicklung des Landes im oben angegebenen Sinne außerordentlich viel tun könnten. Der Niedergang des/ jüdischen Metallhandels in Deutschland setzt eine Reihe von Kräften frei, die sich auf diesem Gebiete ohne großen Kapitalaufwand gut betätigen können, die aber nicht von dem völlig verfehlten Standpunkt ausgehen dürfen, es sei heute noch kein Feld hiefür in Palästina, weil der Markt zu klein sei.

  5. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 241 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Zeitpunkt, in dem etwa Palästina ein wirklich bedeutungsvoller Abnehmer an Metallfabrikaten in England oder Deutschland geworden sein wird, während es heute im metallwirtschaftlichen Gesamtexport dieser Länder kaum eine Rolle spielt. Ich glaube jedenfalls, daß diese Länder Erziehungszölle für gewisse metallwirtschaftliche Fabrikate in Palästina heute viel leichter verschmerzen und dennoch die Jaffa-Orange kaufen würden, als etwa in zehn Jahren, wenn vielleicht Palästina die englischen oder deutschen Metallverarbeiter bereits an den Absatz relativ großer Mengen ihrer Erzeugnisse gewöhnt haben wird.

  6. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 242 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Man kann natürlich keine aUgemeine Norm der Art aufstellen: Metallindustrien in Palästina sollen entweder nur elektrischen Strom oder nur Erdöl als Wärmequelle benutzen. So einfach liegen die Dinge nicht. … Freilich sind die Abfallmengen der eisenverarbeitenden Industrie und der Eisenbahnen zunächst noch klein, aber der Alts ehr ottentf all muß ziemlich' erheblich ansteigen. Ich ging in dem oben erwähnten Artikel davon aus, daß Palästina in den Jahren 1926 bis 1928 eine Eiseninvestition von mindestens 20.000 Tonnen im Jahre gehabt hat. In den darauffolgenden Jahren war sie bestimmt größer,

  7. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 243 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Es mangelt noch an Erfahrung hierüber, die speziell für Palästina Geltung hätte. Stützen wir uns auf die Erfahrungen anderer Länder und ziehen wir in Betracht, daß das palästinensische Klima die Lebensdauer des investierten Eisens wahrscheinlich verkürzt, so müssen wir uns sagen, da! … Denn beispielsweise rechnet man in Frankreich für landwirtschaftliche Maschinen mit folgenden Abnutzungszeiten: Pflüge 7 Jahne Eggen 8—10 „ Düngerstreuer 10 „ Sämaschinen 15 „ Erntemaschinen 5—10 „ Dreschmaschinen 20 „ Wenn diese Ziffern für Frankreich gelten, so dürfte man in Palästina zum mindesten nicht mit längeren Verwendungszeiten rechnen könfa/en. Für Automobile, die ja auch im Lande in immer größerer Zahl verwendet werden, rechnet das Finanzamt Berlin mit einer Lebensdauer von 5—10 Jahren.

  8. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 244 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Wir können das Einsetzen dieser Sammeltätigkeit an den Ausfuhrstatistiken genau verfolgen. Bis 1927 hat Palästina keinen Eisenschrott ausgeführt, 1928 erscheint dann in der Außenhandelsstatistik zum ersten Male ein Exportquantum von 2026 Tonnen Schrott im Werte von 6121 Pfund, das zur Hälfte nach Italien, und zur anderen Hälfte nach Frankreich exportiert wurde. … Aber ein solcher wird zweifellos schon in kurzer Zeit durch den Schrottentfall in Palästina selbst alimentiert werden können. Das wäre sehr wichtig, denn es könnten hieran eine ganze Reihe vom kleinen Unternehmungen etwa ein kleines Blechwalzwerk oder eine Drahtzieherei ungegliedert werden.

  9. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 245 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Es wäre grotesk, wenn sie mit ihrer großen metallwirtschaftlichen Erfahrung nicht dazu in der Lage sein sollten, auch die Möglichkeiten Palästinas dem gegebenen Rahmem entsprechend auszunutzen. Die Berulsverhältnisse der Bevölkerung in Palästina nach der Volkszählung. Von Dr. A. Ruppin, Jerusalem. Die Resultate der zweiten Volkszählung in Palästina vom 18. November 1931, die jetzt in zwei umfangreichen Bänden vorliegen* übertreffen sowohl in ihrem Umfange, als in ihrer Bearbeitung bei weitem die erste Volkszählung vom Jahre 1922.

  10. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 237 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Metallwirtschaftliche Möglichkeiten 237 in Palästina. Von Dr. Alfred Marcus, Haifa. Es besteht wohl Einigkeit darüber, daß Palästina nicht die Möglichkeit zur Schaffung einer metallwirtschalftlichen Urproduktion in sich birgt, einer Produktion also, die von im Lande anstehenden und geförderten Erzen ausgeht, auf dieser Basis eine Hüttenindustrie entwickelt und deren metallische Produkte weiter verarbeitet. … Jedenfalls müssen wir uns mit der Tatsache abfinden, daß Palästina eine metallwirtschaftliche Urproduktion nach menschlicher Voraussicht niemals wird entwickeln können. Das ist weder in technischer, noch in wirtschaftlicher Beziehung ein Unglück.

  11. 1933-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1933) · p. Seite 238 · Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina

    Das sind alles Erscheinungen, die uns den Weg zu zeigen vermögen, auf welchem auch Palästina zu einer relativ bedeutungsvollen Metallindustrie gelangen kann, ohne diese von der Urproproduktion her aufbauen zu müssen. … Aus dieser Ueberlegung heraus ist es zu begrüßen, daß im Laufe der letzten Zeit eine Reihe von metallwirtschaftlichen Betrieben in Palästina entstanden ist, die wenigstens den Bezug von vielen Metall fertig f abrikaten überflüssig und den von Halbzeugen möglich gemacht haben.

  12. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 9 · Das Bauen in Palästina

    Bauen als Kapitalsanlage. Unter den hauptsächlichsten Kapitalsanlagen in Palästina nimmt die Bautätigkeit einen hohen Raum ein. In den letzten acht Jahren wurden fast 121/2 Millionen Pfund für Bauten in den sechs wichtigsten Städten aufgewendet.

  13. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 10 · Das Bauen in Palästina

    Immerhin, wenn in Erwägung gezogen wird, daß in Europa ein Durchschnittsertrag von ca. 6 0/0 bei Wohnhäusern erreicht werden kann, so ist noch ein weiterer Spielraum für den Bauunternehmer in Palästina vorhanden. Die Nachfrage nach Wohnungen. Die dringende Wohnungsnachfrage, besonders in den Städten, ist in ihrer Steigerung besonders der jüdischen Einwanderung zuzuschreiben.

  14. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 11 · Das Bauen in Palästina

    Ein anderer Faktor, der veranschlagt werden muß, ist der, daß die Rate des natürlichen Zuwachses in Palästina unter den höchsten der Welt rangiert. Mit 2,4o/0 ist sie viel höher als der in Westeuropa (1%) und selbst der in Japan oder Aegypten (l1/2 bis 2o/o). … Die Mehrheit dieser neuen Imigranten haben Schwierigkeiten, wenn sie in Palästina dieselben Berufe

  15. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 12 · Das Bauen in Palästina

    Seit das Bauen einer der Hauptzweige für Geldanlagen in Palästina geworden ist, sollte eine größere öffentliche Kontrolle ausgeübt werden^ um die bestmöglichen Ergebnisse zu gewährleisten. … Die Ziffern des Zensus zeigen, daß 26 o/o aller Industriearbeiter in der Bauindustrie beschäftigt waren, gegen 12,9o/o in Deutschland, 8,4 o/0 in Polen, 14o/0 in Oesterreich und 15,4 o/0 in Vorkriegs-Rußland. Während in Palästina auf je 85 Personen je eine in der Bauindustrie beschäftigte war, so ist die betreffende Ziffer in Polen 250, in Vorkriegs-Rußiand 320, dagegen in Deutschland 57, also noch höher als in Palästina.

  16. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 13 · Das Bauen in Palästina

    Das Bauen eines Heimes bietet eine einzigartige Gelegenheit für den Ausdruck der häuslichen Ideale des Bauenden, oder in unserem Falle des neuen Siedlers in Palästina. Der hohe Standard, der angestrebt und erreicht wird, hebt sich vorteilhaft ab im Vergleich mit den Haustypen in Westeuropa, ob sie private sind oder durch öffentliche Mittel finanzierte.

  17. 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · p. Seite 14 · Das Bauen in Palästina

    Diese Mängel sind hauptsächlich, verschuldet durch die Besonderheiten der Stadtbildung in Palästina. Wie in anderen Ländern, steigt der Preis von ländlichem Boden um die Stadt mit ijirem Wachstum, durch das es ihn einbezieht. … Auch ist es nicht selten, daß diese Grundbesitzer den Prozeß beschleunigen, indem sie mit den Stadtverwaltungen gemeinsam vorgehen und durch Schaffung von Bequemlichkeiten aller Art die städtische Entwicklung an sich ziehen. Das ist nicht der Fall in Palästina. Der eingeborene Grundbesitzer hat kein Interesse an der zukünftigen städtischen Entwicklung seines Bodens. Der Beginn der Stadtbildung in seiner Nachbarschaft ist ihm nur ein Zeichen, daß der Preis für sein Grundstück steigt.

  18. 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 170 · Die Sardinenfischerei in Palästina

    Daraus ergibt sich, daß der Sardinenfang durch neun Monate des Jahres betrieben werden kann. 2. Ortsüblicher Sardinenfang. Die Sardinenfischetrei in Palästina, wie es überhaupt die Methoden dei? Fischerei im allgemeinen im Lande sind, ist überaus primitiv, ohne daß von irgendeiner Seite Schritte unternommen würden, den Zustand zu verbessern oder die Fischerei auszudehnen und sie außer in den zwei Häfen Haifa und Jaffa auch auf die hohe See hinauszuführen.

  19. 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 171 · Die Sardinenfischerei in Palästina

    Die Fischkonservenindustrie. Wie oben bemerkt, gibt es in Palästina eine Anzahl von Unternehmungen, die Fische einlegen, sämtliche in Tel-Aviv. Sie sind alle klein, doch werden ihre Erzeugnisse sehr gelobt. … Auf Grund der gegebenen Fakten läßt sich objektiv feststellen, daß der Sardinenfang in Palästina bis zu seinen tatsächlich hohen Ertragsmöglichkeiten entwickelt werden kann. Ohne weitläufig zu sein, läßt sich sagen, was man in dieser Richtung tun und erreichen kann.

  20. 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 179 · Die Weinindustrie in Palästina

    Die Weinind ustrie in Palästina 179 Einem ausführlichen Artikel in „Boust'nai" Nr. 40 und Nr. 41 entnehmen wir folgende Daten. Die Red. Die ersten Weinpflanzungen wurden in Rischon 1883 durch Baron Rothschild angelegt. … Aegypten, das jährlich 10.000 Hektoliter Wein einführte, erhöhte den Zoll um 100o/o und vor kurzem noch weiter. Damit ist der Export dorthin ganz unterbunden. In Palästina selbst wird nur sehr wenig Wein konsumiert. Die europäischen Juden würden, falls die Akzise herabgesetzt werden würde, mehr kaufen können.