Mannheim
Compact Memory
138,705 pages · page 35Sort: relevance · oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
6,200
176818892010
  1. 1920-01-01 · Heft 4 · p. 219 · Palästina und der Chassidismus

    Bei Gott, mir entgeht nichts von ihrer Sache, ich kenne jeden Einzelnen von Anfang bis Ende". Ab und zu schrieb er Briefe aus Palästina an die chassidische Gemeinde in der Diaspora. Diese Briefe sind voller Belehrung und Trost. Er empfand in sich durch das Wohnen in Palästina einen Zuwachs an Energie. … Meir Baal Haness; bei verschiedenen Gelegenheiten, mit Vorliebe vor Sabbath und Feiertag wird zugunsten der Chassidim in Palästina gespendet. Bei jedem Zaddik gibt es einen besonderen Kassierer, der das „Palästinageld" sammelt. Jedes Jahr zu einer bestimmten Jahreszeit werden die Gelder von allen Zadiktm an den jeweiligen „Nassi" der Gesamtspende für Palästina (in den letzten Jahren übte dieses Amt die Dynastie von Sadagora aus) abgeführt, der sie direkt nach Palästina schickt.

  2. 1920-01-01 · Heft 7 · p. 414 · Die Araber in Palästina

    BEMERKUNGEN Die Araber in Palästina Seitdem Palästina durch die Heere Groß- Britanniens von dem schweren Druck der Türkei befreit und gleichzeitig die Balfoursche Erklärung veröffentlicht wurde, hat die arabische Frage in Palästina eine besondere Bedeutung für uns Juden gewonnen. Wer sind die Araber in Palästina, und welcher Art sind ihre Beziehungen zu der national-arabischen Bewegung einerseits und zu der national-jüdischen Bewegung anderseits?

  3. 1920-01-01 · Heft 7 · p. 415 · Die Araber in Palästina

    Bemerkungen: Die Araber in Palästina 4*5 wünschen, das von jeher seine Beziehungen zu diesen Gegenden besonders gepflegt hatte, erkannten selbstverständlich seine Herrschaft nicht an. … Die Beziehung der Beduinenstämme zur jüdischen Siedlung in Palästina ist dieselbe wie zu der Siedlung der arabischen Landbevölkerung und zu jeder Art von Siedlung überhaupt: Raub und Plünderung.

  4. 1920-01-01 · Heft 7 · p. 416 · Die Araber in Palästina

    416 Bemerkungen: Die Araber in Palästina änderung, da bisweilen Beduinenstämme sich ansiedelten und zu Fellachen wurden, bisweilen auch Fellachen infolge der Bedrückung durch die Regierungsbeamten und besonders durch die Steuereintreiber ihre Dörfer und Felder verließen und sich zum Scheine oder dauernd in Beduinen verwandelten. … Die christlichen Araber, die unter dem Einfluß der verschiedenen Klöster stehen, und besonders diejenigen, die die Erziehung eines europäischen Landes genossen haben, stehen einer europäischen Herrschaft über Palästina sympathisch gegenüber. So haben die verschiedenen christlichen Gemeinden, die Maroniten, Orthodoxen usw., den Beschluß von San Remo; der das Mandat über das Land der christlichen englischen Regierung gibt, freundlich aufgenommen.

  5. 1920-01-01 · Heft 7 · p. 417 · Die Araber in Palästina

    Bemerkungen: Die Araber in Palästina 417 mit den extrem-nationalen mohammedanischen Arabern gegen ihren vermeintlichen gemeinsamen Feind, gegen die jüdische Herrschaft über die heiligen Stätten und das Grab Christi, zusammengeschlossen. … Denn die imperialistisch-nationalen Bestrebungen der mohammedanischen Araber, die auch Palästina und den christlichen Libanon umfassen, stehen zu den religiösen und nationalen Interessen der christlichen Araber in absolutem Gegensatz.

  6. 1920-01-01 · Heft 7 · p. 418 · Die Araber in Palästina

    4i8 Bemerkungen: Volkserzählungen aus Palästina die seiner Nachbarvölker, der Araber und Armenier, herbeizuführen und einen schönen Traum zu verwirklichen: den Bruderbund zwischen allen Völkern des nahen Orients und ihren freien Staaten. „ „ Ä J. H. Castel Volkserzählungen aus Palästina*) Als im Jahre 1918 die „Volkserzählungen" erschienen, hätte man annehmen müssen, daß sie in zionistischen Kreisen mit großer Freude aufgenommen werden würden.

  7. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 155 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

  8. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 156 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Von allen vorhandenen Mitteln leistet am meisten das Chinin, wenn es in richtiger Weise und in genügender Menge gegeben wird. Dias Chinin ist heute in (Palästina das gebräuchlichste Heilmitte! bei allen möglichen Krankheiten. Der Beduine hat „Suffata" (Chininsulfat) so gut in seinem Zelte Wie der Jude des alten Jischuw auch wenn er noch so arm ist „e bisserle Chine" in seiner Wohnung, hält. … Hierdurch werden zwar oft die Fieberanfälle für eine gewisse Zeit kupiert, aber die Krankheit nicht ausgeheilt, was doch für den Kranken und für das ganze Land das zu erstrebende Ziel ist. Es kommt dann häufig zu den in Palästina sehr zahlreichen chronischen Malariafällen, die jahraus jahrein ihre Fieberanfälle haben, dann etwas Chinin nehmen, bis sie fieberfrei sind, und die doch ständig die Malariakeüne im Blut oder in den inneren Organen tragen und zur Quelle neuer, ungezählter Ansteckungen, für andere Menschen werden.

  9. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 157 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

  10. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 158 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Ich glaube, dass sie unter bestimmten Verhältnissen und in der richtigen Form Vorteile bringen wird. Das in Palästina häufig geübte Vorgehen mit 0,23 gr täglich ist nach Ansicht des deutschen Malariaforschers Ziemann, mit dem ich die jüdischen Kolonien Obergaliläas zum Studium der Malaria- Verhältnisse besuchte, nicht ausreichend.

  11. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 159 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    der Malariabekämpfung, gelegt werden müssen. 3ewährt hat sich in vielen tropischen Kolonien, in Italien und auch in Palästina die sogenannte mechanische Prophylaxe, d. h. der Schutz vor dem Stich der Mücken durch Mückenschleier und Netze über den Betten, sowie vor den Türen und Fenstern. … Aehnlich sind die Erscheinungen der in Syrien zu mancher Zeit sehr häufigen De n g u e - Kranheif. Eine schwere Plage bilden heute in Palästina neben der Malaria die ansteckenden Darm k rankheiten, besonders rühr- und typhusähnliche Erkrankungen und gelegentlich auch die Cholera.

  12. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 160 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Allerdings müsste man dann auf den Ziegenkäse verzichten. Die Krankheit hat für Palästina aber keine grosse Bedeutung. Furchtbare Opfer, besonders unter den Juden des alten Jischuvv, forderte das Flcckfieber. … Das Trachom, die ägyptische Augenkrankheit (Körnerkrankheit), Granulöse, ist heute in Palästina ausserordentlich stark verbreitet. Meiner Schätzung nach haben in Tiberias 90 Prozent sämtlicher Kinder diese Krankheit, die zu schweren Sehstörungen oder zur Erblindung führen kann.

  13. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 161 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Neben den eigentlichen Ursachen der ansteckenden Krankheiten spielen 'für das Wohlbefinden besonders des Europäers in Palästina die allgemein hygienischen Verhältnisse eine grosse Rolle, weil sie oft indirekt das Entstehen der Krankheiten begünstigen. Das, was den Europäer in Palästina zunächst am unangenehmsten berührt, ist die Hitze. Kommt er im Winter ins Land und kann er sich im Frühling allmählich an die hohen Temperaturen gewöhnen, so verträgt er diese im allgemeinen ganz gut.

  14. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 162 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Die körpurlichen und geistigen Funktionen sowie die Leistungsfähigkeit des gesunden Europäers sind im Tjebirge völlig normal. Die allgemeine Sauberkeit in Palästina lässt noch sehr zu wünschen übrig. Sie ist einwandfrei in den deutschen Kolonien, leidlich in den jüdischen. Bei den armen Juden des alten Jischuw, bei den ländlichen Arabern kann man meist nicht mehr von Sauberkeit reden; viele von ihnen starren vor Schmutz, und Ungeziefer.

  15. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 163 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

  16. 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 164 · Zur Gesundheitsfrage in Palästina

    Das Apothekerwesen bedarf strengerer Kontrolle. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Palästina heute ein Land mit vielfach schlechten g e s u n d h e i t Ii c h e u Verhältnissen ist, die aber weitgehend besserungsfähig sind.

  17. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 209 · Ein Siedlungshaus für Palästina

    209 Techniker, die sich mit Siedlungsfragen beschäftigen, versuchen immer wieder durchäusserst« Raumbeschränkung, billige Materialien, neue ökonomische Arbeitsmethoden, die Herstellungskosten der Gebäude für Siedler zu verbilligen. Die von deutscher Seite für, Palästina prof jektierten kleinen Siedlerhäuser haben ausser Küche, Veranda undNebengelass je nach dem* Umfang der Familien einen Wohnraum und 1, 2 »oder 3 Schlafzimmer, ja die kleinsten Typen haben sogar nur Küche, iVeranda, Nebengelass und einen gemeinsamen Wohn- und Schlafraum.

  18. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 210 · Ein Siedlungshaus für Palästina

    Von, diesen Gedanken, von diesen Anforderungen, die ein Architekt an sich selbst stellt, und besonders 'von dem letztgenannten höchsten Erfordernis der Schönheit weiss1 das Gros des jüdischen Volkes nichts, ja es will auch wohl gar nichts davon 'wissen; und an diesem Mangel an Verständnis dafür, dass Bauen eine Kunst ist, liegt es, dass das bürgerliche Bauwesen in Palästina vor dem Kriege so sehr im Argen lag. Man verzeihe die Abschweifung auf ein Gebiet, das selbst vielen gebildeten Juden Neuland ist, aber es kommt in diesen Monaten, die die ^Bebauung Palästinas vorbereiten, darauf an, den Männern, die diese unerhört verantwortungsvolle Aufgabe vorzubereiten haben, die Wichtigkeit dieser Gesichtspunkte vor Augen zu führen, Die Siedlungstätigkeit in Deutschland hat ergeben, dass sich die Erfordernisse an Raum und Raumgrösse der Gebäude je nach der Kopfzähl der Familien auf wenige bestimmte Gruppen beschränken, dass also gewisse Haustypen immer wiederkehren, die sich allmählich herauskristallisiert haben und sich in der Praxis vortrefflich bewähren. … In manchen Gegenden Deutschlands ist Küche und Wohnzimmer in der sogenannten Wohnküche vereinigt. Auch für Palästina mit seinem gänzlich vom deutschen verschiedenen Klima sind von Mitgliedern der Architektengruppe des Verbandes Jüdischer Ingenieure eine ganze Reihe von Siedlerhaustypen entworfen worden.

  19. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 211 · Ein Siedlungshaus für Palästina

    Darum 'gibt es nur entweder ein Fortwursteln nach der bisher in Palästina üblich gewesenen Art zu bauen, also ein unrentables, zum Verzweifeln langsames, loddriges und unsachgemässes Arbeiten, oder Umstellung auf fabrikmässige und damit exakte Massenherstellung von Baumaterialien. … Wo in aller Welt hat es schon eine derart fabelhafte Bauaufgabe gegeben, als es die Ansicdlung eines ganzen Volkes ist, und wo sind jemals die Aussichten auf Absatz und jahrzehntelange umfangreichste 'Beschäftigung der Bauindustrie so gross gewesen als in Palästina!? — Nach diesen Worten, die nichts geringeres verlangen als die schleunige Industrialisierung Palästinas, unbeschadet seiner Zukunft, die auf landwirtschaftlicher Tätigkeit beruhen wird, und die diese Industrialisierung als unumgänglich und unaufschiebbar fordern, erscheint es klein und unbedeutend, hier den Entwurf eines kleinen Typenhauses für Ercz Israel folgen zu lassen.

  20. 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 212 · Ein Siedlungshaus für Palästina