Mannheim
Compact Memory
138,705 pages · page 33Sort: relevance · oldest first · newest first
Pages per year (click a year to narrow down)
6,200
176818892010
  1. 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 561 · Die Ausgrabungen in Palästina

    Am Eingang der Höhle war wiederum wie bei manchen Dolmen eine Schale in den Felsen gehauen, und aus diesen wenigen Ueberresten können wir unsere Schlüsse ziehen auf die Vorstellungen vom Fortleben der Toten, die in jener alten Epoche der Steinzeit in Palästina geherrscht haben müssen. Die Semiten. Die Dolmen, die sich nicht nur in Palästina, sondern auch in Nordafrika und Europa finden, die Sitte der Feuerbestattung und die fremdartigen, aus keiner semitischen Sprache herzuleitenden Namen von Flüssen, Orten, und vorisraelitischen Stämmen Palästinas beweisen, daß die älteste Bevölkerung des Landes nicht semitisch war. … Nun aber bekommen all diese Notizen durch die Ergebnisse der Ausgrabungen Leben, der schweigsame Buchstabe wird durch bunte Bilder illustriert. Nicht nur in Aegypten, auch in Palästina, in Taannak und Dachis, sind Briefe gefunden worden, die jene Könige geschrieben haben. Wir sehen, daß sie sich im diplomatischen Verkehr miteinander und nach auswärts der babylonischen Schrift und Sprache bedienen.

  2. 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 562 · Die Ausgrabungen in Palästina

  3. 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. 563 · Die Ausgrabungen in Palästina

    Kulturgeschichtlich bildet die Einwanderung Israels für Palästina zunächst, soweit sich überhaupt eine Veränderung erkennen läßt, einen Rückschritt. Das Nomadenvolk lebte primitiver als die eingesessenen Städter. … Aber die alten Bronze- und Steingeräte blieben neben den neuen, besseren Waffen und Werkzeugen bestehen, weil sie billiger waren, und die Steinzeit hörte für Palästina erst in der hellenistischen Zeit auf. Die andere große Kulturerrungenschaft, die auf palästinensischem Boden selbst gewachsen ist, ist die Erfindung der Buchstabenschrift.

  4. 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · p. 588 · Die Ausgrabungen in Palästina

    In jüdischen Kreisen findet man wenig Interesse für das uns so naheliegende Gebiet, obwohl die Ausgrabungen in Jericho und Samarien wenigstens mit jüdischem Gelde finanziert worden sind. — Wir haben die Absicht, Palästina kulturell zu erobern, und die stolze Krönung dieses Werkes soll die jüdische Universität in Jerusalem sein. Es ist selbstverständlich, daß zu einer hebräischen Universität in Palästina auch ein Institut für palästinensische Archäologie gehört, in der die jüdischen Lehrer die Geschichte des jüdischen Landes lernen werden. … Die Gleichberechtigung, die wir für die Universität erstreben, erfordert auch gleiche Pflichten, und die Jerusalemer Universität ist der gegebene Mittelpunkt für alle wissenschaftlichen Interessen, die sich an Palästina knüpfen. Vielleicht werden die Ausgrabungen in Palästina dazu beitragen, auch in jüdischen Kreisen Verständnis für die Notwendigkeit unserer Mitarbeit auf diesem Gebiete zu erwecken.

  5. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 31 - 32 · Palästina während des Krieges

    31 Viktor Weißmann: Palästina während des Krieges. 32 PALASTINA WAHREND DES KRIEGES. Von Viktor Weißmann. Bevor noch die Türkei in den europäischen Krieg eintrat, zeigten sich in Palästina die ersten .Folgen einer Krisis, unter der es seither zu leiden nicht aufgehört hat. … Ferner sollten die natura lisierten Juden für ein Jahr vom Militärdienst frei sein. In Palästina waren Massengeo-esuche um die

  6. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 33 - 34 · Palästina während des Krieges

    33 Viktor Weißmann: Palästina während des Krieges. 34 Der Tempelplatz mit der OmarsMoschee in Terusalem. Naturalisationserlaubnis eingereicht worden; und nun setzte eine große Ottomanisicrungsbeweguiig ein, i& deren Verlauf gegen zwanzigvtausend zum allergrößten Teil russische Juden ottomanische Staatsbürger wurden. … Behaeddin Bey zeigte sich als entschiedener Gegner der ganzen jüdischen Arbeit in Palästina. Seinem Programm entsprechend suchte Behaeddin Bey auch zu handeln. Er tat alles, um die Ottomanisierung der ausländischen Juden nach' Möglichkeit zu erschweren.

  7. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 35 - 36 · Palästina während des Krieges

    35 Viktor Weißmann : Palästina während des Krieges. 36 gierung erließ am nächsten Tage einen Gegenbefehl, der weitere Ausweisungen verhinderte. Interventionen von mehreren Seiten führten zu dem Eesultat, daß die türkische Regierung vorläufig die Bestimmung suspendierte, wonach die Juden feindlicher Untertanensch'aft ausgewiesen wurden; so war die Möglichkeit weiterer Ottomanisierungen gegeben. In dieser schlimmsten Zeit der Beunruhigung hatten aber über 7000 ausländischer Juden Palästina verlassen und sich größtenteils nach Ale x a n - drien begeben. Einen großen Teil dieser Auswanderer stellten die Chaluk'kahkreise; einen Teil bildeten Arbeiter; die K o 1 o - nisten waren so gut wie überhaupt nicht darunter — aus P e t a c h T i k w a Ii z.

  8. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 37 - 38 · Palästina während des Krieges

    37 Viktor Weißmann: Palästina während des Krieges. 38 Safed. feindlichen Beamten zu wehren hatte, zeigte sie in bewundernswürdiger Weise ihr Verantwortungsgefühl ihrer eigenen Lage gegenüber. … Trotzdem bleibt die ökonomische Lage sehr kritisch. Denn Palästina ist eben infolge seiner primitiven 'Wirtschaftsstruktur mehr als ein anderes Land von den indirekten Polgen des Krieges bedroht.

  9. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 39 - 40 · Palästina während des Krieges

    Mit Hilfe des amerikanischen Hilfsfonds und der Immobiliengesellschaft Palästina ging man daran, größere Nivellierungs- und Wegearbeiten in Jaffa und in Haifa auf den Grundstücken des neu geplanten Stadtviertels auszuführen. … Hoffentlich kommt ein Petroleunischiff aus Amerika direkt nach Palästina, denn die heißen Monate rücken immer näher heran und die Kolonisten sind über die Lösimg dieser Präge sehr beunruhigt.

  10. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 41 - 42 · Palästina während des Krieges

    41 Viktor Weißmann: Palästina während des Krieges. 42 Am TiberiassSee (mit der neugegründeten Kolonie Kinereth). Teil der städtischen und ländlichen Bevölkerung zu verproviantieren.

  11. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 43 - 44 · Palästina während des Krieges

    43 Viktor Weißmann: Palästina während des Krieges. 44 Die Farmen leiden nur wenig unter der Krisis. Milch, Gemüse and Weizen ist reichlich, auf allen Betrieben vorhanden und die Arbeit geht bei wesentlich eingeschränkten Budgets ihren Gang. … Ajn-il in Jaffa eingetroffen. **) In Deutschland haben der ..Bezalel, Verein zur Verbreitung von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina und Nachbarländern", der ..Esra, Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien", die „Gesellschaft für Palästinaforschung", die ..Jüdische Gesellschaft für sanitäre Interessen in Palästina", der ..Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina", das „Breslauer Palästina-Komitee", der ..Verein zur Förderung jüdischer Ackerbaukolonien Am Jordan.

  12. 1915-01-01 · Heft 1-5 (Januar-Mai 1915) · p. Seite 45 - 46 · Palästina während des Krieges

    45 Viktor Weidmann: Palästina während des Krieges. 46 Am AudschasFluß. (Bei der Kolonie Mikweh Israel.) (Im Hintergrund die alterömische Burg Antipatris.) … Zu Anfang der Krisisi wurden die Schulen der Alliance Israelite und auch, wie schon oben erwähnt, die hebräische M ädchensohule in Jaffa geschlossen. Die Alliance-Schulen wurin Palästina und Syrien, Köln", und die „Zionistische Vereinigung für Deutschland" gemeinsam das „"Hilfswerk für Palästina" ins Leben gerufen, für das Geldspenden auf das Postscheckkonto Berlin 4192 Hilfswerk für Palästina eingezahlt werden. den auf Intervention des C hachambaschi in Konstantinopel wieder eröffnet und auch die Wiedereröffnung der Mädchenschale in Jaffa konnte am 22.

  13. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 94 · Jüdische Positionen in Palästina

    Dazu bedarf es erstens eines gewaltigen, nie versiegenden Antriebs, der immer neue Pioniere nach Palästina führt. Niemand zweifelt an dem Vorhandensein solcher stärkster Antriebe. Waren sie früher nur religiöser Art, so traten in den letzten Jahrzehnten die nationalen, sozialen und wirtschaftlichen hinzu und dies in so steigendem Maße, daß es immer nur nötig war, den Zustrom nach dem Lande, das in seinem heutigen Zustand noch nicht imstande ist, einer Einwanderung größeren Stils Spielraum zu geben, zu bremsen, nicht aber Juden zur Wanderung nach Palästina anzuspornen. … Die Tätigkeit der zionistischen Organisation in Palästina hat erst im Jahre 1908 eingesetzt. Vorher schon ist ungeheure Arbeit von Juden in Palästina geleistet worden. Welche heroischen Anstrengungen, welches Ringen mit dem Boden, dem Klima, den Feindseligkeiten der Beduinen, der eigenen Armut leuchten aus der Geschichte der Pioniere der achtziger Jahre hervor!

  14. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 95 · Jüdische Positionen in Palästina

    Jüdische Positionen in Palästina 95 liquidierte. Doch wurde dadurch die Gesamtlage wenig geändert, da der Kolonisation weder frisches Blut zugeführt, noch ein neuer Geist eingeflößt wurde. … Man war bis dahin in Palästina gewohnt, wie in einer Kehilla zu leben, die Fragen der Kolonisation wurden fast wie Familienangelegenheiten eines kleinen Kreises behandelt.

  15. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 96 · Jüdische Positionen in Palästina

    Ohne die Möglichkeiten für einen solchen Aufstieg zu schaffen, wird es kaum gelingen, in größerem Umfang das Postulat der Nationalisierung der Arbeit durchzuführen, denn den ostjüdischen Proletarier kann die Aussicht, Zeit seines Lebens ländlicher Lohnarbeiter in Palästina zu bleiben, nicht locken. Der Bedeutung der Frage entsprechend wird ihr von der zionistischen Leitung (insbesondere von jener des Nationalfonds) die gebührende Aufmerksamkeit zugewendet. … Mehr und mehr wenden sich die Arbeiter der Idee der Genossenschaften zu. Es bilden sich Gruppen, welche die in Palästina so schwierige erste Okkupation des gekauften Bodens übernehmen und damit eine der Hauptschwierigkeiten der Kolonisation beseitigen.

  16. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 97 · Jüdische Positionen in Palästina

    Jüdische Positionen in Palästina 97 wird. Er fördert durch die schon erwähnte Errichtung von Arbeiterhäusern die Festsetzung jüdischer Arbeiter in den bestehenden älteren Kolonien u. a. m. … Die Zahl der Kreditgenossenschaften mit Solidarhaftung, die von der Jüdischen Palästina-Bank gegründet Heft 3. 7

  17. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 98 · Jüdische Positionen in Palästina

    Erklärbar ist dies nicht durch die Höhe der aufgewendeten Mittel — einige wenige Millionen — sondern nur durch die Wandlung des Geistes, die in Palästina durch die Berührung mit den neuzionistischen Ideen vor sich gegangen ist. In früherer Zeit waren, so merkwürdig es klingt, zionistische Bewegung und Palästinakolonisation zwei getrennte Dinge» Die Bewegung nannte in Palästina sehr wenig ihr eigen — nur die Bank hatte im Lande Fuß gefaßt —, sie wollte erst Kräfte, Mittel und Rechtstitel sammeln, so daß man in Palästina eher Spott für die landfremde Bewegung hatte, als von ihr etwas erwartete. … Der Krieg hat gewiß auch in Palästina sehr viel Schaden gestiftet, zumal unglücklicherweise gleichzeitig eine zweite Plage — ein Heuschreckeneinfall — das Land schwer heimgesucht hat.

  18. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 99 · Jüdische Positionen in Palästina

    Jüdische Positionen in Palästina 99 keinem Lande sind irgendwelche politische Schwierigkeiten aufgetaucht, im Gegenteil, nicht nur in Deutschland, sondern auch in England und Frankreich sind gewichtige Stimmen für die Besiedlung Palästinas durch Juden laut geworden. In Palästina selbst stehen neben gewissen Härten in der Ausweisung solcher Juden* die Untertanen feindlicher Staaten sind, und mancherlei, auf böswillige Denunziationen hin erfolgten antijüdischen Anwandlungen die Besuche des Oberkommandanten in den Kolonien und Schulen, wobei den zionistischen Leistungen große Anerkennung gezollt wurde, die Überlassung von Dünenstrecken an jüdische Kolonisten u. a. m.

  19. 1916-05-01 · Heft 2 (Mai 1916) · p. 100 · Jüdische Positionen in Palästina

  20. 1917-01-01 · Heft 10-11 · p. 702 · Vierhundert Jahre türkisches Palästina

    R. Salman: VIERHUNDERT JAHRE TÜRKISCHES PALÄSTINA (1517-1917) In unseren Tagen, da die Herrschaft über Palästina von neuem zum Streitobjekt der Großmächte geworden ist, hat sich das vierte Jahrhundert vollendet, seit das Ottomanische Reich die Führung der Geschicke Syriens und Palästinas übernommen hat. … Was bedeutet die Tatsache der türkischen Herrschaft vom Gesichtspunkt der jüdischen Siedlung aus und wie wirkten diese vier Jahrhunderte auf die Gestaltung des gesamten Judentums, das seiner Zerstreuung zum Trotz den Schwerpunkt seines Lebens im Lande seiner Freiheit fühlte und ihn dort fühlbar zu machen strebte?- Der Beginn der türkischen Herrschaft in Palästina war verheißungsvoll. Die Stunde, in der Sultan Selim I. den Mameluckensultan besiegt und Palästina an die Türkei angegliedert hatte, war für die jüdische Geschichte eine schicksalschwere: zwei Jahrzehnte nach der Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal, inmitten der großen jüdischen Wanderung von Süd nach Ost Von Verzweiflung durchschüttert und zu umwälzenden Taten reif stand das Volk am Scheidewege.