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Dem Andenken Herzls, das vor wenigen Tagen allerorten gefeiert wurde, ist in Palästina in buchstäblichem Wortsinn ein lebendiges Denkmal gesetzt — der H e rz 1 w a 1 d: ein Werk pietätvoller Erinnerung sowohl, als lebenspendenden Segens. … Im verflossenen Frühjahr wurden die ersten 250 Dunam mit Oliven-, Mandeln- und verschiedenen Fruchtbäumen bepflanzt*). >\ *) Durch Zahlung von M. 6.— K 7.— kann man einen Oelbaum in Palästina auf einen beliebigen Namen pflanzen. — Spenden sind zu richten an die Sammelstelle des „Jüdischen Nationalfonds'" 114
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Hilfe am unmittelbarsten in Anspruch nimmt, das ist das Los der allerjüngsten Einwanderung, die sich als eine Folge der russischen Pogrome in den letzten Jahren nach Palästina gewandt hat. Man kann rechnen, daß etwa 6000 Juden dieser Kategorie in den letzten zwei bis drei Jahren nach Palästina gekommen sind, die meist aller Mittel entblößt, auch nicht diejenigen Kenntnisse und Berufe besaßen, die sie befähigt hätten, bald einen Erwerb zu finden; sie hatten also einen schweren Kampf, bis sie eine Existenz erringen konnten. … Diese Juden, die ebenfalls meist aus Osteuropa stammen, sind zum Teil durch die Zustände ihrer Wohnlähder, zum Teil durch den Wunsch, in Palästina dem Studium der Lehre zu leben, veranlaßt worden, nach Palästina zu kommen. Zum Teil mögen sie Mittel besessen haben, die meisten rechneten auf die frommen Spenden aus der ganzen Welt, die unter der Bezeichnung „Chalukah" nach Palästina fießen.
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Andererseits gibt es — speziell in Osteuropa — Chalukahdistrikte, deren arme Bevölkerung nur sehr geringe Beträge für die zahlreichen Juden spenden können, die gerade aus diesen ärmsten Distrikten nach Palästina gegangen sind. So gibt es Chalukaheinkünfte, die per Kopf und Jahr nur wenige Francs ausmachen, aber von diesen Aermsten unserer Armen doch um so höher geschätzt werden, weil es das einzige Einkommen ist, auf das sie mit Bestimmtheit rechnen können. Das Hungerleben dieser ärmsten Schichten der jüdischen Bevölkerung in Palästina ist schwer zu schildern und wäre noch schwerer zu glauben. Man möchte fast sagen, daß nur die häufigen Krankheiten in dieser Bevölkerungsschicht, durch die sie gelegentlich Hospitalskost bekommen, sie am Leben erhält.
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Es ist sicherlich eine Schande, wenn die Judenheit bis heute wohl Millionen für Palästina aufbringen konnte, aber daß mit diesen Geldspenden nicht ein System verbunden worden ist, das allein dem Gelde einen höheren Wert verleiht. … Yemenitisehe Juden wandern in letzter Zeit immer mehr und mehr nach Palästina ein. In Yemen (Südarabien) sind die Zustände unerträglich, und die dortigen Juden haben kein anderes Auswanderungsgebiet als Palästina, wohin sie — vielfach unter den größten Strapazen und Entbehrungen — sich wenden.
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Im Jahre 1881 ging Conder ein zweitesmal nach Palästina, mit der ungleich schwierigeren Aufgabe der Erforschung des Ostjordanlandes betraut. Es gelang ihm 500 Quadratmeilen auch des Ostjordanlandes zu durchforschen und aufzunehmen. … Diese Arbeiten sind für die Geographie Palästinas grundlegend und sollen auch in Bezug auf die Identifizierung des biblischen Palästina von größter Bedeutung sein. Viele seiner Hauptwerke sind biblisch-archäologischen Inhalts, einesbehandelt die Geschichte des Juda Makkabi. a 131
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Die Millionen, die erforderlich sind, um die jüdische Bevölkerung Palästinas vor dem Verhungern zu schützen, oder um der Auswanderung aus Osteuropa ein Mindestmaß an Unterstützung zu bieten, gehen mit Not und Mühe ein, aber für den systematischen Ausbau der jüdischen Position in Palästina auf dem Wege der „Hilfe durch Arbeit" können wir — das ist eine Tatsache — vorläufig nur auf minimale Mittel rechnen. … Die Großindustrie arbeitet in der Hauptsache mit großen Mitteln, teuren Anlagen, beträchtlichen Materialkosten und wenig Menschen. Palästina ist dafür noch nicht reif, und wäre es anders, so würden wir doch nichts damit anfangen können, da wir ja weder die großen Mittel, noch ein Interesse an der „Einwanderung von Maschinenanlagen", sondern 213
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Es ist zu wünschen, daß diesem Zweige unserer Kolonisationstätigkeit größere Aufmerksamkeit zugewendet werde — nicht etwa, um der landwirtschaftlichen Kolonisation Interesse, Kräfte und Mittel zu entziehen, sondern um für Palästina Menschen und Mittel heranzuziehen, die sich sonst anderen Ländern zuwenden würden. — In diesem Zweige der Industrie gibt es bereits Spezialitäten, bei denen die pro Arbeitskraft erforderlichen Geldmittel schon ziemlich gering sind. — Aber in der großen Mehrzahl der Fälle sind diese Mittel doch noch zu groß und die Entwicklung zu langsam.
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Jedenfalls kann damit gerechnet werden, daß diese Industrie besser als jede andere geeignet erscheint, Zehntausenden von jüdischen Mädchen und Frauen in Palästina Erwerb zu schaffen. Dies wären mehr, als gegenwärtig überhaupt in Frage kommen. — Daß eine solche Ausdehnung von derlei Industrien wohl möglich ist, wird im folgenden an Beispielen aus anderen Ländern dargetan werden: — ebenso wird auf einige Beispiele anderer, ähnlich geeigneter Industrien dabei hingewiesen werden.
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Im Interesse der Einheitlichkeit der Arbeit, der geringen Materialkosten usw. liegt es, daß in Palästina meist nur mit dem Seiden- oder Garnfaden gearbeitet werde, aber oft repräsentiert auch die gleich an den Stoff angearbeitete Spitze einen größeren Wert. … Der Wohlstand der Einwohner geht in der Hauptsache auf diesen Industriezweig zurück, dessen Bedeutung sogar zu besonderen zollpolitischen Maßnahmen (Veredelungsverkehr zwischen Deutschland und Madeira) geführt hat. — Daneben werden übrigens in Madeira auch Spitzen- und Seidenschals, Flechtarbeiten und Artikel aus Gold- und Silberfiligran, sowie Holzmosaiken gefertigt —alles Artikel, die ebenfalls von Mädchen und Frauen hergestellt werden und die in Palästina gerade so gut gearbeitet werden können, wie in Madeira. Die österreichische Regierung hat vor wenigen jähren angefangen, durch Errichtung staatlicher Spitzenschulen und durch eigene Vertriebsinstitute die :n Vergessenheit geratenen alten Spitzentechniken ihrer Länder 217
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Oserkowski beginnt mit einer scharfen Kritik der Allianceschulen eine Uebersicht über das Schulwesen in Palästina. Eine notwendige und wichtige Ergänzung bilden die Briefe an eine junge Mutter von J. Rawnitzky (Odessa). Erwähnen wir noch die in jedem Bande enthaltenen Musterlektionen, von denen eine Einführung in den landwirtschaftlichen Unterricht von S. … Beigefügt sind auch mancherlei bibliographische Notizen und Besprechungen pädagogischer Literatur sowie die schon seit langer Zeit bestehenden periodischen Mitteilungen der Zentrale des Lehrerverbandes. 5fc Reisebeobachtungen und Informationen über Palästina. Von Dr. Alex. Hausmann-Lemberg. Die Städte. 2. Von den Städten habe ich Jerusalem, Hebron^Jewcho, Jaffa, Haifa, Tiberias und Saffed besucht, also alle jene Städte, in welchen Juden in größerer Anzahl wohnen, während in den übrigen palästinensischen Städten nur Vereinzelt Juden leben. *) Siehe Artikel in Nummer 6 7 8 und 9. 220
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Auch hier ist keinerlei Förderung seitens der Regierung, wie diese in allen Kulturländern der Fall ist, zu verspüren. Das an sich an Rohmaterial arme Palästina kann um so weniger an eine Konkurrenz mit ausländischen Fabrikationszentren denken, als der Eingangszoll ein ziemlich niedriger und für sämtliche Produkte, Rohmaterialen, für halb- und ganzfertige Fabrikate ein gleicher ist. … Im Gegenteil zu den aufgeführten Erwerbszweigen ist die Landwirtschaft noch einer sehr großen Ausdehnung fähig und nur sie kann die Basis für die Vermehrung der Erwerbszweige und die Erhaltung einer weit zahlreichern Bevölkerung, als Palästina jetzt besitzt, werden. Auch hier sind allerdings Schwierigkeiten, die auf dem türkischen Recht und der Verwaltung beruhen, vorhanden.
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Auch abgesehen von den rechtlichen Schwierigkeiten ist der Bodenkauf in Palästina nicht gerade leicht durchzuführen. Da nämlich die Landwirtschaft die Haupterhaltungsquelle der Bevölkerung bildet und ein Ueöergang zu anderen Berufen nur im sehr beschränkten Masse möglich ist, besteht an sich bei dem Bauer nur sehr geringe Neigung, sich vom Boden zu trennen.
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Es genügt nicht, wenn die Gesellschaft nur in jedem Einzelfalle, in dem sie einen Auftrag zum Kaufe erhält, den Kauf vermittelt. Nur selten treten nämlich in Palästina bei Bodenkauf Nachfrage und Angebot gleichzeitig auf. Die Regel ist vielmehr, daß so oft ein passender Käufer auftritt, ein Kauf wegen mangelnder Angebote sich nicht durchführen lässt. In den letzten Jahren haben viele ernste Bestrebungen, Boden zu erwerben, keine Resultate erreicht, weil die Reflektanten mit den Verhältnissen in Palästina nicht vertraut waren und auf eine schnelle Effektuierung des Kaufes, wie in irgend einem anderen Lande, gehofft haben.
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Die Kommissionen, die Land kaufen sollten, wurden in der jüdischen Presse übeiv laut angekündigt und in dem kleinen Ländchen Palästina erregt die Ankunft einiger Herren vom Auslande, welche einige Plätze besuchen, übergrosses Aufsehen. Die orientalische Phantasie erdichtete zahllose Fabeln über den Reichtum der Juden, welche das Land erobern wollen.