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  1. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 74 · Die Lepra in Palästina

    Die Erkrankungsziffer für Palästina (etwa 1/5000) steht also tiefer als die Kleinasiens, höher als die der arabischen Küste und entspricht etwa der Vorderindiens, der verseuchteren Teile Persiens oder der Portugals und Norwegens. Sandrezki (1895) schätzt die Zahl der Leprösen in Palästina etwas höher, auf ca. 600, Tiburtius (1902) auf nur 300. Immerhin ist schon aus diesen Zahlen ersichtlich, dass die Krankheit im nosologischen Gesamtbild Palästinas keine wesentliche Rolle spielt.

  2. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 75 · Die Lepra in Palästina

    Ganz zweifellos ist der Einfluss der hygienischen Zustände, eine Tatsache, die gerade durch die aus Palästina vorliegenden Berichte gestützt wird. Die Frage der Aetiologie ist von entscheidender Bedeutung für die Prophylaxe.

  3. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 76 · Die Lepra in Palästina

    In jüngster Zeit (Sandrezki 1895) ist überhaupt kein Leprafall in Jerusalem zur Beobachtung gelangt. In Syrien und Palästina bestehen mehrere Leproserien, so in Jerusalem, Damaskus, Nablus, Hebron, Ramleh. Es herrscht die allgemeine Annahme, dass in den Lepraquartieren zu Damaskus, Cypern und Jerusalem auch Syphilitische untergebracht sind. … Auch Lortet berichtet 1880, dass der Zustand der hinter der Omar- Moschee gelegenen Leproserie erbärmlich sei; auch in dem unter türkischer Verwaltung stehenden, an der Seite des Tales voil Kedron gelegenen Lepraspital leben die Kranken vom BetteL Dagegen haben die Christen in Palästina für eine menschlichere Versorgung der Aussätzigen manches getan. Schon Wortabet berichtet 1873 von dem wohltuenden Gegensatz, in dem das christliche Lepraheim in Damaskus zu den für Mohammedaner bestimmten 20 schmutzigen Leprahütten stehe. 1867 gründete eine deutsche Freifrau in Jerusalem, nicht weit vom Jaffator, ein kleines, aber wohl eingerichtetes Lepraspital in dem Bestreben, den Aussatz durch Isolierung der Kranken in Palästina auszurotten.

  4. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 77 · Die Lepra in Palästina

    Vielleicht besteht ein innerer Zusammenhang zwischen dieser und der bereits erwähnten Angabe Hirschs, dass die Lepra in Palästina zumeist in kleineren Ortschaften, selten in grossen Städten vorkomme. Wort ab et (1873) behauptet, dass der Aussatz in grossen und grösseren syrischen Städten mit den allerseltensten Ausnahmen kaum vorkomme, dass man ihn meist in Dörfern, besonders im Gebirge, finde.

  5. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 78 · Die Lepra in Palästina

    Das Grauen vor dieser exotischen Seuche bewirkt nun, dass man, wenn man von dem Vorkommen des¬ Aussatzes in Palästina mit der grossen Erkrankungsfrequenz von mindestens 1/5000 hört, die Bedeutung der Seuche unwillkürlich weit überschätzt.

  6. 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. Seite 79 · Die Lepra in Palästina

    - 79 — Standpunkt des medizinischen Interesses noch vom Gefühlsstandpunkt, sondern in ihrer wirklichen Bedeutung für die praktische Palästinaarbeit, so tritt sie ganz in den Hintergrund, was wohl jeder nach der vorausgeschickten Orientierung zugeben wird., Wenn wir also in unserem Artikel über das Trachom in Palästina (No. 6 Jahrg. I, 1904 dieser Zeitschrift) vor einer Unterschätzung, der Bedeutung jener Augenkrankheit für jede umfangreiche kolonisatorische Arbeit in Palästina warnen mussten (ohne allerdings die günstigen Chancen der Bekämpfung jener Seuche aus den Augen zu lassen), so gilt für die (allerdings unheilbare) Lepra das gerade Gegenteil; es muss vor einer Ueberschätzung ihrer praktischen Bedeutung gewarnt werden.

  7. 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 120 · Wirtschaftliches aus Palästina [Nachricht]

    — 120 — Wirtschaftliches aus Palästina. Wir bringen hier einen etwas verspäteten Bericht über den Saatenstand, Ernte usw. des vergangenen Herbstes. Wir entnehmen den Bericht der „Deutschen Monatsschrift für Kolonialpolitik und Kolonisation." … Vorläufig gehen wöchentlich zwei Personenzüge in jeder Richtung. So wird denn auch Palästina allmählich dem Verkehr erschlossen, allerdings entsprechend dem türkischen Sprichwort: Die Eile ist vom Teufel. Die Ergebnisse des türkischen Eisenbahnbetriebes 1903.

  8. 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 145 · Palästina als Absatzgebiet [Nachricht]

    Von Baumaterialien werden hauptsächlich begehrt: Gitter verschiedener Art, eiserne Türen, Rolljalousien, Eisenstäbe, Schlösser, Angeln, Riegeln, Pumpen usw. Der Verbrauch von Fenstergittern ist gross, da es in Palästina, wie übrigens überall im Orient, Brauch ist, alle Fenster zu vergittern. Die Form ist fast überall dieselbe; die Querstäbe werden in die steinerne Fenstereinfassung eingelassen und enthalten Löcher zur Aufnahme der senkrechten Stäbe, die nur unten im Stein eingelassen sind und mit einer Spitze oben endigen. … Ein Gegenstück zu den von uns in voriger Nummer unter „Wirtschaftliches aus Palästina" gebrachten Mitteilungen bilden die nachstehenden Zeilen über den Zustand der Verkehrswege in Palästina, die wir, ebenso wie die Mitteilungen in der vorigen Nummer, der „Deutschen Monatsschrift für Kolonialpolitik und Kolonisation" entnehmen.

  9. 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 280 · Satzungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

  10. 1906-09-01 · Heft 9 (September 1906) · p. Seite 281 · Satzungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

    PALAESTINA UND NACHBARGEBIETE. Handel Jaffas im Jahre 1905. Das Jahr 1905 stand in Palästina unter dem Zeichen einer guten Ernte, an welcher alle Getreidearten sowie Gemüse und Oliven gleichmässig teilnahmen, auch Obst mit Ausnahme der Orangen, für welche die Witterung nicht günstig war.

  11. 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. 377 · Mitteilungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

    Palästina auser den Nebenländern kann laut fachmännischer Feststellung durch Gartenkultur allein mindestens eine Million Menschen ernähren. … Ungeachtet der grossen Ausdehnung, die die Gartenkultur in Palästina voraussichtlich erreichen wird, ist eine Ueberproduktion nicht im mindesten zu befürchten, weil die für Palästina in Betracht kommenden Früchte grösstenteils nur in einer beschränkten Anzahl von Ländern gedeihen, ausserdem aber das Absatzgebiet für dieselben durch die wachsende Bevölkerung Mitteleuropas und infolge der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse beständig sich ausdehnt.

  12. 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 378 · Mitteilungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

    — 378 — für die Bearbeitung von 25 Dunam (ä 0,09 ha) Oliven- oder Mandelland genügen, um einer in Palästina bereits ansässigen und in den Kolonien mit Ackerbau beschäftigten Arbeiterfamilie die Mittel zu verschaffen, die ihr während der gewöhnlich fünf Monate betragenden arbeitslosen Zeit .fehlen, und ferner würde der Lohn für Bearbeitung von 50 Dunam ausreichen, um einer Arbeiterfamilie die für ihren ganzjährigen Unterhalt erforderlichen Mittel zu verschaffen, ohne dass sie dabei auf anderweitigen Nebenverdienst angewiesen ist.1) 2. … Damit auch die Minderbegüterten unserem Verein möglichst zahlreich beitreten, kann der Vereinsbeitrag in zwölfjährigen Ratenzahlungen entrichtet werden: in zwei Jahresraten ä 10 Mark und 10 Jahresraten ä 6 Mark pro Dunam. 5. Die Haupttätigkeit wird beim Pflanzungsverein „Palästina" den Lokalkomitees zufallen, die möglichst in einem jeden von Juden bewohnten Ort der Welt gegründet werden sollen. *) Erwerbern von 50 Dunam. seien es Vereine oder Privatpersonen, wird das Vorschlagsrecht betreüs der zu wählenden Arbeiterfamilie eingeräumt werden. 2) Für die Zwecke des Vereins ist ein für Baumpflanzungen sehr gut geeignetes in der Mitte der jüdischen Kolonien Judäas gelegenes und auf den Namen des Vorsitzenden eingetragenes Land in Aussicht genommen.

  13. 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 379 · Mitteilungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

  14. 1906-12-01 · Heft 12 (Dezember 1906) · p. Seite 380 · Mitteilungen des Pflanzungsvereins "Palästina"

    Die uns täglich von verschiedenen Seiten zugehenden Kundgebungen berechtigten uns zur Hoffnung, dass sich der Pflanzungsverein „Palästina" in nicht allzu ferner Zeit zu einer umfassenden allgemein-jüdischen Organisation gestalten wird, während die im Laufe der 25jährigen Kolonisation Palästinas gemachten Erfahrungen und erzielten Erfolge die beste Gewähr für das Gelingen des geplanten kolonisatorischen Werkes bilden. Ganz besonders rechnen dabei die Urheber des Vereins auf die Förderung und Propagierung desselben durch die palästinatreuen und religiös gesinnten Kreise, denn der Grundgedanke des Vereins, dass jeder Jude in der Welt seinen eigenen Fruchtgarten in Palästina besitze, entspricht bekanntlich einer alten jüdischen Tradition. Zu weiteren Auskünften ist das Bureau des Pflanzungsvereins „Palästina", Berlin W. 15, Uhlandstrasse 175, gern bereit.

  15. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 339 - 340 · Mein Aufenthalt in Palästina

    339 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 340 landen, schwand bald; das Meer war zu stürmisch. Der Kapitän bestimmt endlich, daß das Schiff weiter, nach Beirut fahren soll, und wir haben wieder eine qualvolle Nacht vor uns.Wie Hohn erschien es uns, als der Steward uns zum Diner auffordert, da wir doch nicht aufstehen konnten.

  16. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 341 - 342 · Mein Aufenthalt in Palästina

    341 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 342 Nach unserer Landung setzen wir bei schönstem Wetter uns in die bereitstehenden Wagen und fahren durch das saubere Städtchen zum Hotel Carmel. Wir begeben uns in das Schreibzimmer und fallen über die ausliegenden Postkarten her, weil jeder seinen Lieben wieder einmal ein Lebenszeichen geben will, das erste aus Palästina. Vor unserem Hotel liegen Millionen von kleinen Muscheln, die wie bei uns der Kies zum Beschütten genommen werden.

  17. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 343 - 344 · Mein Aufenthalt in Palästina

    343 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 344- Beirut. Alliance^Knabenschule. Ansprache, die alle andächtig anhörten, dankte ich zunächst Gott, daß er uns wohlbehalten hier in Palästina hat ankommen lassen, gedachte der Zeit der Blüte und des Verfalles unseres Landes, beglückwünschte uns, daß es uns vergönnt worden, das heilige Land, wenn auch in der jetzigen Verfassung, zu schauen, und hob hervor, daß der Allgütige immer zur rechten Zeit hat Männer in Israel erstehen lassen, die Vollstrecker seines Willens sind.

  18. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 345 - 346 · Mein Aufenthalt in Palästina

    345 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 346 Um 8 Uhr abends machten wir bei ■einer Steinmühle Rast. Nur 1V2 Stunden sollten uns nunmehr von dem heiß- ■ersehnten Ziele, von Jaffa, trennen.

  19. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 347 - 348 · Mein Aufenthalt in Palästina

    347 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 318 Blicken dar. Von der Stadt Jerusalem, die ca. 700 m über dem Meeresspiegel liegt, sieht man die kuppelgekrönte Synagoge, die Omarmoschee, die Grabeskirche, das Jaffa-Tor, das Davids-Tor und die Davidsburg mit ihrem hohen historischen Turm.

  20. 1907-05-01 · Heft 5 (Mai 1907) · p. Seite 349 - 350 · Mein Aufenthalt in Palästina

    349 Theodor Oschinsky: Mein Aufenthalt in Palästina. 350 Von da ging es zur Jordanfurt. Interessanter ist die Reise nach Bethlehem. Wir fahren bei dem Gehinnom-Tale vorbei in langer Fahrt bis zum Eliaskloster.