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Wie überall im 16. Jahrhundert bedeutete auch für Palästina die Einwanderung der spanischen und portugiesischen Juden den Beginn eines verheißungsvollen wirtschaftlichen Auflebens. … Palästina; das als herabgekommene Kolonie bis jetzt abseits der Heeresstraße der jüdischen geschichtlichen Entwicklung Jag, wurde plötzlich [zum Geisteszentrum des ganzen Volkes.
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Es bildeten sich neue Vereine, die Zahl der Vertrauensmänner des Palästina-Komitees und der Mitglieder der Palästina- Gesellschaft, ,die jährliche Beiträge zahlen, ist beständig im Wachsen begriffen und das alles äusserte sich recht bald in viel reichlicheren Geldmitteln, die dem Komitee von verschiedenen zufliessen. … Hierbei sei gleich bemerkt, dass die Erträge der Tellersammlungen nach einem Beschluss des Palästina-Komitees dazu verwendet werden sollen, Grund und Boden für landwirtschaftliche Arbeiter zu erwerben, wobei das erworbene Land der
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Siegfried Bernfeld: Ein pädagogisches Forschungs-Institut in Palästina 465 SIEGFRIED BERNFELD / EIN PÄDA¬ GOGISCHES FORSCHUNGSINSTITUT IN PALÄSTINA ■ie immer man zum Plan einer Universität in Palästina stehen mag*), V V mit dem Beschluß der zionistischen Jahreskonferenz Juli 1920 darf man zufrieden sein: es soll zunächst im Lande eine Anzahl von kleinen Forschungsinstituten eingerichtet werden. … Für dies oder jenes gilt es jedenfalls noch nicht einzutreten, sondern nur dafür, daß die beschlossenen Institute auch wirkliche werden, daß nur solche gegründet werden, die das Land im jetzigen Augenblick verträgt, und alle, die es braucht Vielleicht werden jetzt allerhand kluge oder törichte Vorschläge ausgeschrieen werden; vielleicht wird mancher, der für seine Liebhaberei kein Gehör in Europa oder Amerika findet, für sie wenigstens in Palästina eine Zufluchtsstätte zu suchen beginnen; aber bei allen diesen Gründungsfragen wird doch ein strenges Maß gegeben sein für Brauchbarkeit, Dringlichkeit* oder Möglichkeit eines konkreten Vorschlages in den nächsten Bedürfnissen des sich entwickelnden Landes, seiner wachsenden Bevölkerung.
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Unter den Regierungen, die sich, wenigstens im ersten Berichtsjahr, mit keinem Gesuch an den Fonds gewandt haben, finden wir, was nicht Wunder nimmt, die Palästina-Regierung, die anscheinend ihren Developmenteifer erst zu einem späteren Zeitpunkt entdeckt hat. Jedenfalls ist schon aus dieser kurzen Zusammenfassung deutlich zu ersehen, von wie großem Nutzen in mannigfaltiger Beziehung unter den Bedingungen unserer Arbeit in Palästina das Wirken des Colonial Development Fund werden könnte. Die Jewish Agency könnte auf dem Wege über die Palästina-Regierung für verschiedene Developmentprojekte, die letzten Endes nicht nur uns, sondern dem ganzen Lande und dem Fiskus zugute kommen, die Hilfe des Development Act in Anspruch nehmen.
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Ein Widerstand des arabischen Kindes gegen einen freundschaftlichen Verkehr steht ihm nicht im Wege. Eine große Zahl der in Palästina aufgewachsenen Kinder versteht auch genug arabisch, um sich verständlich zu machen. Dennoch sehen wir bei unseren jüdischen Kindern eine nur geringe Neigung zum Verkehr mit Arabern.
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VI M ENORAH Bert Locker Workers-Icailer in l'alc-ilnv paliistinviisisclier ArK'iterliihri-r (relativ, denn Palästina ist ja klein) eine große Verwirrung entstanden, aber das wird sich bald wieder geben. Herbert Samuel arbeitet vorzüglich. … Wenn es keine Wcllpolitik gäbe, könnten wir hier in ein paar Jahren ein kleines Paradies haben, aber auch so hotle ich auf eine schöne Zukunft für Palästina. Man bemerkt — trotz der Krise — allerhand Anläufe. Es wurde eine kleine landwirtschaftliche Gesellschaft in Chederah gegründet, und man plant eine Gcnossenschaftsmolkcrci, Bienenzucht, im großen, Ankauf von landwirtschaftlichen Maschinen (Depot für die Kolonie, aber auch Verkauf).
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Die durch sie begangene Ungerechtigkeit kann unmöglich aufmunternd auf diejenigen Zionsfreunde in West- Europa wirken, die seit Jahren die Palästina-Arbeit mit reichen Mitteln gefördert haben und auch in der Zukunft zu fördern geneigt wären. Ausserdem führt man damit viele ehrliche Zionisten irre, in denen die falsche Vorstellung geweckt wird, es geschehe seitens der zionistischen Organisation in Palästina so viel, dass eigentlich nichts mehr zu tun übrig bliebe. … Denn nur so kann man sich die geschichtliche Darstellung „Das neue jüdische Palästina" von Nachum Goldmann im letzten Heft von »Ost und West" erklären. Auch dieser Autor, der im übrigen ein vorzüglicher Beobachter und ein objektiver Schilderer ist, erweckt stellenweise den Eindruck, als ob alles, was in Palästina jetzt vorhanden ist, worauf wir Juden mit Genugtuung blicken können — lediglich eine Schöpfung der zionistischen Organisation sei.
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Das gesellschaftliche Leben nicht nur des neuen Jischub in Palästina ist durchaus hebräisch. Das öffentliche Leben spielt sich immer in hebräischer Sprache ab. Man kann in Palästina eine Versammlung, eine Sitzung, eine öffentliche Vorlesung oder Diskussion in einer fremden Sprache nicht abhalten, einen nichthebräischen Aufruf nicht veröffentlichen. … Man kann mit dem Hebräischen durch das ganze Land kommen, ohne dadurch aufgehalten zu sein. Der größte Teil der Juden in Palästina versteht sich des Hebräischen zu bedienen. Hebräische Sprachelemente dringen auch stärker in die jüdischen Mischsprachen ein.
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Tongefässen oder eingehauenen Felsgruben aufbewahrt. Diese Annahme scheint der Schwierigkeit abzuhelfen, da Palästina ohne Frage mehr ein Rebenals ein Bienenland ist. Allein es ist sehr zweifelhaft, ob im Altertum dieses Einkochen des Traubensaftes bereits üblich war; in der Bibel ist nirgends davon die Rede. … Dass Palästina noch wieder werden kann, was es einst war, ein „gutes Land" (5. Mose 4, 21) mit all dem Reichtum an Wasser, an Getreide, an Fruchtbäumen und Erzgruben, der 5.
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Weil ich Ihnen zeigen wollte, daß es noch Chancen gibt und daß der offene Blick in Palästina noch manche Möglichkeiten finden wird, die er hier nicht mehr hat. Das trifft nicht nur für den Händler zu. Die fortschreitende Europäisierung des Landes gibt verschiedene Möglichkeiten. … Ich habe dann vor zwei Jajiren die erste Durchschreibebuchhaltung in Palästina eingeführt und schon fand siqh ein junger, frisch ins Land gekommener Akademiker, der Expert auf diesem Gebiete war und der jetzt langsam die Buchhaltungen des Landes modernisiert.
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Da sind kurz nach den Progromen Hunderte junger Menschen nach Palästina gefahren. Sie verzweifelten an der Revolution und an dem Leben in Rußland, warfen die russische Grammatik in die Ecke und verließen die Universitäten, um als Arbeiter den Boden Palästinas zu bestellen. … Bei dieser Gelegenheit sprach ein Arbeiterfolgende Worte: „Es ist doch selbstverständlich, wir sehen in Rchoiwois und den andern Kolonien nicht das Eigentum einiger satter Grundbesitzer, — täten wir es, dann hätten wir hier nichts mehr zu suchen, in Rchoiwois so wenig wie allerorts in Palästina Wir dürften nicht einmal eine Stunde mehr in diesem Sumpf bleiben Aber uns ist d3s mehr, ein Stück vom jüdischen Jischew, ein Stück von dem Vaterland, das wir uns suchen."
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Mol e m ä u s, dem Herrscher Ägyptens, fiel durch seinen Sieg Palästina und Syrien zu. Da er den Juden die Niederlassung in dem neugegriindeten Alexandrien erlaubt halte, so verließen viele Juden das durch den Krieg verwüstete Palästina, um sich in der aufblühenden Stadt niederzulassen. … Da haben sie ihm den Gehorsam verweigert, da sie doch im fremden Land fremden Göltern nicht Tempel und Altäre erbauen könnten, wenn sie solche nach ihrer Rückkehr in ihr eigenes Land zerstört hätten. Das Land Palästina wird von II c k at ä u s als fruchtbar und gut angebaut geschildert, Jerusalem als große und ausgedehnte Stadl hingestellt, die von 150.000 Menschen bewohnt sei.
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Was geht es die Ostjuden an, daß europamüde, ihnen längst entfremdete Intelligenzler sich gerade Palästina zu ihren Kulturexperimenten ausgesucht haben? Welches Interesse haben sie an einem neuen Treibhaus, das aus ganzen halbe Juden gallo-arabisch-türkischer Fagon hinauf entwickeln soll? Was soll ihnen überhaupt das pseudojüdische Kulturbabel, das als von ihnen in allem losgelöste Exklave in Palästina erstehen soll? Was können sie dafür, daß die Schreier einer neuen Chaluko sich für das Salz der Erde halten und so tun, als sei der ganze Golus nur für sie da?
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Die Denkschrift der Hilfsvereinslehrer Ein wichtiges Dokument zum Schulstreit Wie ruhig und besonnen die „zionistischen Agitatoren", die „terroristischen Elemente" in Palästina vorgegangen sind, läßt sich — entgegen den Behauptungen des Hilfsvereins — glücklicherweise dokumentarisch belegen. … Die Ueberreicher dieses Memorandums, Lehrer und Leiter der Schulen des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Jerusalem, von denen die meisten seit Jahren in Palästina tätig sind, den Entwicklungsprozeß der modernen jüdischen Kolonisation in Palästina von ihren Anfängen an miterlebt haben und die Verhältnisse des Landes aus eigener Anschauung genau kennen, sind in Uebereinstimmung mit sämtlichen Lehrern des Hilfsvereins in Jerusalem zur Erkenntnis gelangt, daß die hebräische Sprache ein begründetes Recht daräuf hat, in allen Schulen des Hilfsvereins in Palästina als Unterrichtssprache sämtlicher Disziplinen eingeführt zu werden.
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In diesem Briefe teilt Balfour mit, daß die britische Regierung eine Sympathieerklärung für die zionistischen Bestrebungen angenommen habe und die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk mit Wohlwollen betrachte, und daß sie die größten Anstrengungen machen werde, um die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern. … Dann aber will man, unter der Voraussetzung, daß die eroberten Gebiete der Türkei nicht mehr geräumt werden, in dem für die englischen Pläne geographisch so günstig gelegenen Palästina einen England ergebenen jüdischen Staat schaffen, der eine der wichtigsten Übergangsstellen des europäisch-afrikanischen Verbindungswegs mit Indien zu bewachen hätte.
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Noch unerträglicher ist es, daß die britische Regierung in der letzten Saison bis April die regulären und da Palästina nicht die Reichsvorzugszölle genießt, von da ab die erhöhten Zölle für die in die englischen Hafenstädte eintreffenden Orangen und Grapefrüchte erhoben und dafür nicht weniger als 400.000 £ eingenommen hat, wie nach unvoreingenommener Abschätzung ermittelt worden ist. Es geht daraus hervor, daß in derselben Zeit, da die Pflanzer Verluste erlitten, die Regierungen in Palästina und in England von der Orangenkultur Palästinas eine Einnahme von 600.000 £ hatten. Keine Erklärungen, Denkschriften, Zeitungsartikel und Interpellationen im englischen Unterhause vermochten die Regierung zu bewegen, die Zitruspflanzer in der Krisenzeit durch Ermäßigung der hohen Steuern und Zölle zü entlasten.
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Eine planmässige Colonisation, welehe von einer vorbereitenden Centralstelle ausgeht und über genügende Mittel verfügt, begegnet nirgends so günstigen natürlichen Vorbedingungen wie in Oesterreich. Sie ist deshalb, gleich gütig ob sie in Palästina gelingen wird oder nicht, ein latentes Bedürfnis — nicht nur für die Juden — und eine drängende Aufgabe für die österreichische Socialpolitik. … Wir brauchen alle — nicht nur die Juden — Colonien, aus materiellen und aus ethischen Gründen. Gelingt es, in Palästina einen Platz für die Bethätigung der überschüssigen jüdischen Volkskraft zu finden, so wird das sittliche und körperliche Niveau unserer Rasse gehoben werden, bei den Ausgewanderten sowohl als bei den Zurückgebliebenen.
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Soheißt es: „Er hat sich offenbar nicht die Mühe genommen, einige davon (von den Büchern über Palästina) zu lesen, sonst hätte er finden müssen, dass die Schätzungen z. B. der Juden in Jerusalem zwischen 40.000 und 00.000 differieren, während nur Lunez 28.228 hat." … Ich eonstatiere nämlich die wohl einzig dastehende Thatsache, dass HerrBambus dieselbenLnncz'schen Ziffern über die Städtebevölkerung in seinem Buche „Palästina, Land und Leute" vom Jahre 1898 angiebt, umderentwillen erübermich mit wenig Witz und viel Behagen herfällt. So vergleiche man die Zahlen von Gaza, Ramleh, Nabulus, Hebron (S. 165), Liberias (S. 139), Saffed (S.' 133) und Haifa (S. 109) mit den Lunez'schen Angaben auf S- 2'>—28 im „Palästina-Almanach für 5058", sie stimmen auf ein Haar überein und gleichen den meinigen, mit Ausnahme von Haifa, für welches eine neuere Zahl im Almanach für 5659 angegeben wird.