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; daß sie nicht berücksichtigen, daß „nur einer von Hundert aus der ganzen großen jüdischen Masse sich in Palästina ansiedeln kann, während 99 Prozent hier bleiben werden", — damals antwortete ich auf diesen Einwand, daß der Autor deshalb im Irrtum sei, weil er zwei Begriffe miteinander verwechsle: das jüdische Volk und die Juden, jene allgemeinen Interessen, die in Wahrheit allgemeines Bedürfnis der Gesamtheit als solcher sind, und solche allgemeine Interessen, die nur deshalb so genannt werden, weil sie Interessen vieler Einzelmenschen, jedes einzelnen für sich, sind: und hätte er diese Begriffe gebührlich auseinander gehalten, so hätte er selbst erkannt, daß die Zionsfreunde, deren Ziel ausschließlich die Interessen der Gesamtheit bilden, doch nur gleich ihren Brüdern Einzelmenschen sind in allem, was die Einzelbedürfnisse der Individuen der Gesamtheit betrifft; denn auf jenen einen von hundert konzentrieren sich unsere Wünsche und in ihm finden wir die Antwort auf die Daseinsfrage der Gesamtheit, ohne Rücksicht auf die 99 Prozent der jüdischen Volksmasse, d. h. auf die Masse vieler Einzelner, die hier bleiben werden. … Die ausgewählten Abschnitte sind den beiden Aufsätzen »Wahrheit aus Palästina*' entnommen, die 1891 und 1893 erschienen sind, sowie verschiedenen Ergänzungen dazu, aus den gleichen Jahren und dem Jahre 1894.
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26o Achad Haam: sie aufzuhalten vennöchten — sondern an des Volkes Führer und Leiter, seine Schriftsteller und Berater aller Art, die es auf Palästina hinweisen und bemüht sind, dort einen Haufen von Steinen zusammenzutragen, ohne zwischen ganzen und zerbrochenen zu unterscheiden, ohne Ordnung und Einheitlichkeit und ohne festen Plan. * * * Bei Gott! … Nach ihnen betrachte ich die Siedlung „als eine Bewegung zur Belebung der Nation im geistigen, aber nicht im materiellen Sinne"; ich wolle in Palästina „Männer" ansiedeln, „die seine Frucht nicht zu essen und seinen Ertrag nicht zu genießen brauchen"; mit erstaunlicher Naivität belehren sie mich über den Lauf der Welt, wonach „in der Welt der Praxis* * der Mensch ohne Speise und Trank nicht auskommen kann, weshalb auch die Kolonisten in Palästina das Recht haben, dort eine Antwort auf die Nahrungsfrage zu suchen.
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Er beachtet es nicht, daß seit mehr als 6 Jahren die praktische Palästinaarbeit der einhellig anerkannte Hauptinhalt des politisch-zionistischen Tätigkeitsprogrammes ist, ja daß sogar die Theoretiker der Organisation, nicht unähnlich seiner eigenen Auffassung, davon sprechen, daß der Zionismus zunächst nicht die ökonomische, sondern nur die moralische Judennot beseitigen könne, daß es daher sein nächstes Ziel sei, in Palästina einen „nationalen Krystallisationskern" zu schaffen, (Ruppin : Die Juden der Gegenwart). Der Spott Achad Haams gilt einer von der Entwicklung schon lange überwundenen Stufe des politischen Zionismus.
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Er meint nur, daß die heutige Judenheit, die zerstreut und zerrissen ist, die durch kein inneres Band mehr zusammengehalten wird, nicht imstande sei, diese große Tat zu vollbringen. Er glaubt daher, daß erst ein Kulturzentrum in Palästina, welches das Judentum wieder als ein geistig-sittliches Sein in Erscheinung bringen wird, durch seine Ausstrahlungen auf die Diaspora die Judenheit innerlich läutern und wieder jüdisch machen wird. … In dreißigjähriger Erfahrung hat sich gezeigt, daß der Achad Haamismus nicht nur keinen Zionisten in seiner Tatkraft gelähmt hat, sondern daß er im Gegenteil die stärksten zionistischen Energien ausgelöst, die Idee vertieft und gerade jene Pioniere befeuert hat, welche in Palästina das kolonisatorische und kulturelle Zentrum aufbauen. Nicht als zerstörende, als belebende Kraft hat sich der so kritische Denker Achad Haam immer erwiesen, weil jeder fühlende Leser seiner Schriften im tiefsten empfindet, welch' ungeheure Liebe es ist, die ihn zwingt strengste Kritik zu üben.
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Und wenn schließlich Achad Haam so vieles von den Ausstrahlungen der kulturellen Schöpfungen in Palästina auf die Judenheit der Diaspora erwartet, so hat die bisherige Entwicklung gezeigt, daß nicht nur bei indifferenten Juden, sondern selbst bei Zionisten diese Ausstrahlungen die besten Fluida für die Vertiefung der Palästinaliebe sind. … Diese neueste Kolonie liegt zwei Stunden Wagenfahrt östlich von Gaza und ist somit die südlichste jüdische Ansiedlung in Palästina. Der Boden wurde reichen Beduinen abgekauft, welche noch weite Bodenflächen ringsumher besitzen. Der Kauf wurde erst diesen Winter abgeschlossen.
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Den neuen jüdischen Typus, von dem Achad Haam einmal schrieb, daß man nach Palästina werde deuten müssen um ihn zu seh3n, könne man in den Anfängen schon dort sehen. Die Ausführungen Smelianskis im zweiten Hefte des Haschiloach betreffen die Arbeiterfrage.
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Fritz Loewenstein kannten, was sie in Palästina nicht brauchen, aber kein Englisch, und nun in die 4. oder 5. Klasse aufgenommen werden wollten. Daneben drei Geschwister aus Port Said, bisher Schüler einer italienischen Missionsschule, die ganz gut Hebräisch sprachen, aber nie Mathematik oder Physik gelernt hatten, zwei Brüder, bisher in einem amerikanischen Gymnasium, Kinder aus Polen, die zuerst einen Cheder und dann eine Schule mit jiddischer Unterrichtssprache besucht hatten, usw. … Man denke sich einen vierzehnjährigen Jungen, der ein halbes Jahr in Palästina fleißig Hebräisch gelernt hat und nun in eine Klasse eintritt, die Achad Haam oder Bialik als Klassenlektüre betreibt, die Shakespeare liest, indem sie ihn aus dem Englischen ins Hebräische übersetzt!
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Jeden Freitag hat es eine literarische Beilage, besitzt auch einen Verlag, welcher schon neun oder zehn Werke der jungen hebräischen Literatur und Schriften der ersten hebräischen Sozialisten veröffentlicht hat. So besitzt das kleine Palästina mit bloß 160.000 jüdischen Bewohnern drei hebräische Tageszeitungen („Haarez" und „Dawar" erscheinen mittags, „Doar Hajom" abends), welche die drei Hauptströmungen des Jischuw repräsentieren: die bürgerlich-konservative, die liberal-demokratische und die national-sozialistische.
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Die nationale Kolonisation in Palästina. 173 Von Adolf Böhm, Wien. Das stürmische Tempo in der Entwicklung des Orangenbaues und die allgemeine Geistesverfassung in der jüdischen (wie in der nichtjüdischen) Welt, die heute in der Privatwirtschaft die allein seligmachende Wirtschaftsform sieht, haben es mit sich gebracht, daß über die in Palästina geleistete Kolonisation durch die nationalen jüdischen Fonds geringschätzig geurteilt wird. … Das ist ein ungeheuerer Fortschritt für die jüdische Gesamtwirtschaft in Palästina. Natürlich ist das nur ein Anfang. Die Beträge, die von den jüdischen Konsumenten an die arabische Landwirtschaft fließen, sind noch immer ein Viel-
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Die Tatsache, daß heute 10.000 bis 12.000 jüdische Arbeiter in den privaten Pflanzungen beschäftigt sind, ist der Tätigkeit der Fonds zuzuschreiben. Wie das „jüdische" Palästina aussehen würde ohne die jüdischen Arbeiter in der Landwirtschaft und die Arbeitersiedler, mag man sich ausmalen. Der Traum von der nationalen Heimstätte wäre schon jetzt ausgeträumt. … So sehen wir, daß die gemeinnützigen Fonds, abgesehen von ihren anderen Tätigkeiten, auf dem Gebiete der Siedlung eine Arbeit geleistet haben und noch leisten, die unersetzlich ist im Aufbau des Kolonisationswerkes und die daher im Interesse des Palästina-Aufbaues weitergeführt werden muß. Die Einnahmen der Fonds sind infolge der Weltkrise gesunken, aber nicht in demselben Maße als man befürchten konnte.
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Emst Simon: Die Bibel im neuen Palästina i. In der jüdischen Renaissancebewegung haben im wesentlichen drei Männer zur Bibel Stellung genommen: Achad Haam, Berdiczewsky und Josef Chaim Brenner.
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Die Bibel im neuen Palästina Schul- und Erziehungsort des Haschomer Hazair, geeignete Lese- und Vorlesestoffe zu schaffen, hat, wie berichtet wird, die Bibel alle profanen Mitbewerber weit hinter sich gelassen.
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Die Grundlagen deir jüdischen Schule in Palästina 121 so wird er ja auch praktisch empfunden! — das Materielle nicht bagatellisieren, indem sie die unter den Nichtjuden übliche sogenannte Rechtlichkeit des Erwerbslebens beachten, müssen sie zunächst ganz auf den Geist verzichten, um ihren Kindern die Grundlagen für ein Leben im Geiste zu schaffen.
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Äußer Unterstützung von Anstalten, hat der Hilfsverein noch einige andere Aufwendungen für Palästina gemacht. Zur Stationierung einer Hebamme in Hebron bewilligte er 500 Frcs. Anläßlich der Meningitis- Epidemie, Frühjahr 1909, überwies er 1000 Frcs. … Idels o h n, Jerusalem, zusammengestellt, herausgeben. Das Jüdische Institut für technische Erziehung in Palästina ist unter diesem Titel beim Amtsgericht eingetragen worden. Vorsitz und Geschäftsführung sind dieselben, wie beim Hilfsverein (James Simon und Dr.
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Diese begannen vermittels einer unterirdischen Presse durch anonyme Pamphlete das Ansehen der Bne Mosche in Palästina und in Rußland systematisch zu untergraben. Die Bne Mosche wehrten sich aus der Ferne, so gut sie konnten, bis sie endlich, im Anfang des Jahres 5653 (1893) m einer Konferenz in Warschau, an der sich auch Achad Haam beteiligte, beschlossen, die Zentrale nach dem Lande ihrer Tätigkeit, nach Palästina zu verlegen. … Sein unerbittliches Urteil über *) AI Paraschath Derachim Band I, S. 53ff.: Wahrheit aus Palästina II. Aufsatz.