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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 179

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 179 (sequence 317)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Hindes, Fischer 179 Zuständen hier in Einklang bringen, wenn der Vertreter eines Landes wie Holland und seiner bedeutenden Judenheit, die bereits eine Million Gulden für den Keren Hajessod aufgebracht hat, hier nicht zu Worte kommen kann? Nachdem — wie ich in der Kongresszeitung lese — mein Zwischenruf über Russland während der Rede Arlosoroffs in das Protokoll hineingekommen ist — ich betone hier, dass ich Herrn Dr. Arlosoroff nicht wehtun wollte —, sehe ich mich gezwungen, einige Worte darüber zu sagen. Wenn wir hier gegen die unglaubliche Behandlung unserer Gesinnungsgenossen durch die russischen Machthaber protestieren, so sind wir auch verpflichtet, hervorzuheben, dass e<* leider unsere Juden sind, unter denen unsere Gesinnungsgenossen in Russland am meisten zu leiden haben. (Zustimmung.) Und nicht bloss in Russland. Auch in Polen und anderwärts gibt es entartete Juden, die im Namen eines entarteten maximalistischen Sozialismus unsere Gesinnungsgenossen mit einem blinden Hass verfolgen. Es ist dies eine der hässlichsten Erscheinungen in unserem modernen jüdischen Leben. (Zustimmung.) Und nun komme ich zu meinem alten Thema: Wenn man die hier gehaltenen Reden betrachtet, so kann man sagen, alle Parteien sind heute radikale politische Zionisten. Endlich, wenn auch etwas spät. (Zwischenruf: Nicht alle.) O doch, alle protestieren dagegen, dass die englische Regierung nicht den nötigen Eifer an den Tag legt, zu dem sie nach der Balfour - Deklaration und nach dem Mandatvertrag verpflichtet ist. Aber dies ist nicht bloss eine Folge der Schwäche unserer Exekutive, eine Folge der Schwäche der Organisation, sondern es ist die Folge einer falschen prinzipiellen Einstellung zum zionistischen Problem. Es war verkehrt, unsere ökonomische Leistung im Lande als Basis für unsere Politik anzunehmen. Unser Anspruch auf Palästina basiert nicht auf unseren Verdiensten um das Land, um dessen Bevölkerung oder sogar um die Menschheit, sondern ist unser Recht, das mit uns geboren ist. Dies sollte heute klar sein. Trotzdem hat Herr Blumenfeld gestern wieder den irrigen Standpunkt vertreten. Ich weiss nicht, ob wir nicht, auch wenn wir eine andere Politik befolgt hätten, trotzdem dazu gekommen wären, die Agency zu akzeptieren. Jedenfalls sind wir heute gezwungen, diese Agency so wie man sie uns darstellt, anzunehmen. Ich gebe mich keiner Täuschung hin: wir haben gewissermassen kapituliert, wir sind in eine Zwangslage geraten, aber heute gibt es kein Zurück mehr, wir müssen die Agency ratifizieren, sonst stehen wir vor einer Katastrophe. Wir sind gezwungen, angesichts der Situation in Palästina auf diese Kompromisse einzugehen, da es sonst kein Weiterkommen für uns gibt. Wenn ein Redner wie Herr Jabotinsky hier das Wort „Non possumus" ausgesprochen hat, so konnte er dies nur tun, weil seine Partei in einer verschwindenden Minorität ist. Würde er zur Majorität gehören, «o fände er schon einen Ausweg, um in die Sache hineinzugehen.

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