Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 316)
- Language
- German, English, Hebrew
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178 7. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Was die Frage der Auflösung betrifft, so dürfen wir uns nicht auf Paragraphen stützen. Man muss die Entwicklung in der Perspektive sehen. Sollte die Agency versagen — ich glaube nicht daran, ich denke nicht daran —, aber sollte es geschehen, so müssen wir die Agency in einen anderen Apparat umwandeln und sie demokratisieren. Wenn wir enttäuscht werden, so muss in jedem Lande eine bessere Ausgabe des amerikanisch-jüdischen Kongresses kommen. Da werden wir nie verloren sein. Die Stärkung der Zionistischen Organisation darf keine leere Phrase sein. Die Organisation zerbröckelt immer mehr durch die fortschreitende Differenzierung. Der Territorialverband, der hier vorgeschlagen wurde, ist nur ein unbedeutendes Mittel gegen die Zerstückelung. Ein neuer Prozess ist nötig, der die Einheitlichkeit der Bewegung auf einer festen Ideenbasis stärkt. Gerade die kreise, die von der Organisation als einem Ideal und einem Heiligtum reden, haben viel gegen die Einheit der Organisation gesündigt; gerade die Opposition gegen die Agency war es, die erklärt hat, dass die Beschlüsse der Organisation für sie nicht bindend sind. (Zwischenruf von sehen der Radikalen: Nicht wahr!) Wer hat gesagt, nicht wahr? Herr Dr. Soloweitschik, soll ich Sie an jenen Ihrer Kollegen erinnern, der in der letzten Sitzung des A. C. uns erklärt hat, dass, falls er polizeiliche Streitkräfte hätte, er das A. C. auseinanderjagen würde?! Wir befinden uns in einem Uebergangsstadium; alte Formen müssen neuen Bedingungen angepasst werden. Nur durch einen Konsolidierungs¬ und Integrierungsprozess können wir unsere Kräfte stärken, und nur 30 wird die Agency uns neue Chancen geben, die Arbeit in Erez Israel weiter auszubauen. Del. Jean Fischer (Belgien — spricht deutsch): Ich danke dem Vorsitzenden, der mich mit der Mahnung empfängt, dass ich zwanzig Minuten zur Verfügung habe. Es ist eigentlich ein Wunder, dass wir noch den Mut zum Reden haben, dass der Kongress noch den Mut hat, zuzuhören. Wenn man zu den kleinen Landsmannschaften gehört, bekommt man die Herrschaft des modernen Gewalthabers, der Zahl, zu spüren, muss man die Kunst verstehen, in wenigen Minuten das zu sagen, wofür die anderen anderthalb Stunden nötig haben. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Mal ausführlich über die Organisation zu sprechen. Zu meinem Bedauern werde ich den Gegenstand wegen der eingeschränkten Redezeit nicht behandeln können. Ich hoffe jedoch, dass wir nicht von hier weggehen werden, ohne eine Neuordnung getroffen zu haben, um die Arbeit in der Organisation bei der neuen Sachlage zu ermöglichen. Der Vertreter der deutschen Landsmannschaft hat gestern hier davon gesprochen, dass eine erneute Anstrengung für die Zionisierung der Juden gemacht werden müsste. Wie kann man aber dieses Bestreben mit den