Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 220)
- Language
- German, English, Hebrew
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82 3. KONGRESS-SITZUNG: Referat über die Aufgaben der Zionistischen Organisation gewesen und bleibt: aus dem jüdischen Leben ein Leben, aus dem jüdischen Volk ein Volk zu machen. (Lebhafter Beifall.) Die nächste Frage ist die Frage der Organisation. Als ich mehr in die zionistischen Arbeit hineinkam, beim ersten Kongress nach dem Kriege, da habe ich gestaunt und mich gefragt: ist das eine Organisation mit verschiedenen Teilen, oder sind es verschiedene Organisationen, die einmal in zwei Jahren zusammenkommen, um miteinander zu kämpfen? In der letzten Periode ist es etwas besser geworden. Vielleicht nicht in Warschau, aber in London (Heiterkeit), weil wir überlegt haben, dass wir mit Nichtzionisten eine Verbindung eingehen und deshalb untereinander einig sein müssen. Aber nicht genug daran. Die Organisation muss nicht nur mechanisch, sondern auch in der Gesinnung gestärkt werden. Statt dass die Flügel gegen die Mitte kämpfen und die Mitte gegen die Flügel, ist es unsere zionistische Pflicht, unsere Propaganda vereint gegen die weiteren Flügel zu führen, die noch ausserhalb der Bewegung stehen. Jetzt ist die Zeit, Massregeln zu treffen, damit eine einheitliche Zionistische Organisation geschaffen werde. (Beifall.) Leider sind die Menschen an organisatorischen Fragen nicht sehr interessiert, aber es ist notwendig, dass wir alle zusammen die Arbeiten in der Organisation so leisten, dass die Organisation gestärkt wird. Alle Teile der Bewegung haben die gleiche Pflicht. Deswegen müssen wir alle für kurze Zeit die verschiedenen Interessen vergessen, die uns scheiden, und müssen uns fragen, wie wir die Organisation stärker und disziplinierter machen. Es ist die Zeit gekommen, dass die Exekutive beauftragt wird, dafür zu sorgen, dass in allen Ländern, wo es möglich ist, der Territorialverband, der vom letzten Kongress beschlossen wurde, geschaffen wird. Wir müssen in allen Ländern eine Organisation der Zionisten schaffen. Jeder Zionist soll selbstverständlich dabei die Möglichkeit haben, sich mit Menschen zu vereinigen, die seine Gesinnung teilen. Aber die Prinzipien, die uns zusammenbinden, sind wichtiger und stärker, als die, die uns scheiden. Gerade jetzt, da die Jewish Agency vor der Verwirklichung steht, müssen wir uns fragen: was sind wir Zionisten, was die Nichtzionisten nicht sind? Die Nichtzionisten verstehen die Unterschiede nicht, die zwischen uns Zionisten sind. Wenn die jüdische Welt sehen wird, dass wir Zionisten in einer Idee vereinigt sind, dann wird unsere Propaganda viel mehr Macht und Bedeutung haben. Darum muss der Kongress die Exekutive beauftragen, dass ein Verband aller Zionisten, eine Organisation von Zionisten in jedem Lande und an jedem Orte geschaffen werde. Zweitens ist die Zeit für einen schwereren Beschluss gekommen. Die Organisation braucht Geld nicht allein für politische und praktische Arbeit, sondern auch für rein zionistische Arbeit. Wenn wir davon sprechen, unser Leben zu intensivieren und die Organisation zu stärken, so müssen wir uns darüber im klaren sein, dass das alles Mittel erfordert. Dazu