Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 190)
- Language
- German, English, Hebrew
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52 2. KONGRESS-SITZUNG: Bericht und Zukunftsprogramm der Exekutive Wenn ich zuerst von unsern Beziehungen zut Mandatarmacht spreche, so möchte ich zugleich in Ihrem Namen Sir John Chancellor, der als Oberkommissär für Palästina Lord Plumer im letzten Jahre folgte, herzlich begrüssen. Sir John Chancellor ist ein Kolonialverwalter von grosser Erfahrung und hervorragendem Ruf. Er hat sein Amt in Palästina erst vor wenigen Monaten übernommen, aber er hat schon bewiesen, welch starkes Interesse er an der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas nimmt, und auf Grund der Unterhaltungen, die meine Kollegen und ich mit ihm zu führen die Ehre hatten, sowohl in Jerusalem wie in London, bin ich überzeugt, dass er als Bevollmächtigter der Mandatsregierung die grössten Anstrengungen machen wird, um die Errichtung des jüdischen Nationalheims zu erleichtern. Wenn ich Sir John Chancellors Ernennung begrüsse, so handle ich sicher auch in Ihrem Sinne, wenn ich die von Lord Plumer wählend seiner Amtszeit Palästina erwiesenen Dienste mit dankbarer Anerkennung in Ihre Erinnerung rufe, ganz besonders den freundlichen und hilfsbereiten Geist, in dem er sein Möglichstes tat, um die Aufgabe der Palästina-Exekutive in bezug auf die ökonomische Depression zu erleichtern, aus der Palästina jetzt erfreulicherweise zu neuem Aufstieg hervorgegangen ist. Seit dem letzten Kongress hat in Grossbritannien ein Regierungswechsel stattgefunden. Die britische Politik in Palästina ist seit langer Zeit keine Frage mehr und liegt nicht im Gebiete der Parteipolitik. Wir haben gute Freunde in allen politischen Parteien und wir freuen uns, zu wissen, dass sich unter ihnen Männer befinden, die mit der gegenwärtigen Verwaltung in hervorragendem Masse liiert sind. Ich brauche kaum zu betonen, dass es ein Irrtum wäre, wenn man den Beginn einer neuen Politik erwarten würde, aber wir können mit Sicherheit darauf vertrauen, dass ein neuer Staatssekretär jedem vernünftigen von uns vorgebrachten Vorschlage sympathische Beachtung schenken wird. Seit dem letzten Kongress ständen wir in regelmässigem Kontakt mit der Regierung der Mandatarmacht und ihren Vertretern in Palästina und wir haben unser Bestes getan — und ich denke, nicht ohne Erfolg —, um die Beziehungen gegenseitiger Achtung und gegenseitigen guten Willens zu pflegen, die wir stets als die Voraussetzung fruchtbarer gemeinsamer Arbeit betrachtet haben. Der Kongress wird mit Freude bemerken, dass jetzt der Anfang mit der Ausführung wenigstens einiger der dringenden Reformen gemacht worden ist, die vom XV. Zionistenkongress