Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 175)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gronemann, Ruppin 37 Auf Grund der Weltwahlliste sind gewählt: 18 Delegierte, und zwar: Allgemeine Zionisten 2 Misrachi 1 Poale Zion 3 Hitachduth 1 Radikale 2 Revisionisten 9 Ich hoffe, geehrter Kongress, dass angesichts der Beschlüsse, die wir dem Organisationsausschuss vorlegen werden, das nächstemal zu berechtigten Protesten kein Anlass mehr sein wird. Freilich treten wieder neue Probleme an uns heran; ich will bloss beispielsweise auf das neu auftauchende Problem der Marranen hinweisen, das uns beschäftigt hat. Ich danke Ihnen, dass Sie mit ziemlicher Geduld zugehört haben. Wir haben, bevor Sie auf das hohe Meer kommen, die Schiffsbesatzung gemustert und können dafür eintreten, dass sich in unserem Schiffe kein blinder Passagier befindet. Wir wünschen gute Fahrt. Die Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Juden. Dr. Arthur Ruppin (A. C. — spricht deutsch): Zum ersten Male, seitdem ich an zionistischen Kongressen teilnehme, werde ich nicht über Einzelfragen des Palästina-Aufbaues, sondern über seine Bedeutung im ganzen für die Zukunft der Juden sprechen. Ich halte es für notwendig, dass wir in einer Zeit, in der wir in eine neue Phase unserer Palästina-Arbeit eintreten, uns von neuem Zweck und Ziel der zionistischen Tätigkeit ins Gedächtnis rufen. Es scheint mir, dass es seit der Zerstörung des jüdischen Staates in Palästina kaum eine Zeit gegeben hat, die für das Schicksal des jüdischen Volkes von so folgenschwerer Bedeutung war wie die letzten drei Jahrzehnte. In diese Zeit fallen sowohl positive wie negative Erscheinungen von grosser Tragweite. Die Zahl der Juden ist in dieser Zeit von \0/4 Millionen auf fast 16 Millionen gestiegen. Sie ist damit weit höher als jemals zuvor. Im Altertum ging sie nicht über 4/4 Millionen hinaus. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts betrug sie 2% Millionen. Auch die Verteilung der Juden in der Welt hat in den letzten drei Jahrzehnten grosse Veränderungen erfahren. Bald drei Millionen Juden sind in dieser Zeit aus den Ländern Osteuropas nach Mittel- und Westeuropa, nach den Vereinigten Staaten und anderen überseeischen Ländern ausgewandert und sind zum grössten Teil aus der Not zum Wohlstande aufgestiegen. In den Vereinigten Staaten, in denen um 1900 nur