Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 128)
- Language
- German
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93 Was denn? Auch recht, Roserl Freibürger und die Haar abschneiden! Schweigt lieber und red't keine Narreschkeiten. Nu, wir werden's ja sehen! Morgen früh werden wir's sehen. Ich wett mit Euch um was Ihr wollt. Ihr braucht nicht zu wetten; ich werd' ihr ein' Krese zum Fleisch machen. Als wie fahr ich sag: abschneiden, wird es heißen: abschneiden. Ich mein', ich gelt' auch noch was bei mein' Sohn. Und wenn Roserl wird doch nicht wollen? Bei mein' Leben, wie Ihr mich da seht, so laß ich noch morgen am „Chuppetage" (Hochzeitstag) die Partie zurückgeh'n. Nu, das wird morgen eine schöne Musik sein — sagte die Frau, die sich mit der Mutter des Bräutigams so angelegentlich unterhalten hatte und ging davon. Auch Frau Kreßel ging in ihr Zimmer. Vielleicht hatte sie diese Unterredung doch ein wenig unruhig gemacht, vielleicht auch nicht, jedesfaüs hielt sie es an der Zeit, sich zur Ruhe zu begeben, um morgen nicht mit übernächtigem Gesichte zum Bedecken zu kommen. Nach und nach verloren sich immer mehre; die unermüdlichsten Tänzer und Tänzerinnen bestanden zwar noch auf einen letzten Hopser, aber auch die Musikanten waren für heute nicht mehr frisch genug. Mit einigen Flaschen war ihre Begeisterung zwar noch zu einem letzten Tanz entzündetworden und als auch dieser zu Ende war und die Töne verklungen waren, wurde es allmählich leer in der Tanz-