Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 126)
- Language
- German
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91 Tanzen kann sie unverschrieen, ein Gott'swunder! — sagte sie zu einer Frau, die neben ihr saß. Wie eine Ballet - Tänzerin! — sagte ein junger Student, der aus der Stadt zur Hochzeit nach Hause gekommen war. Wie was? — fragte Frau Kreßel. Laßt ihn reden — sagte die Nachbarin — mit der ganzen Welt treibt er sein Gespött; nicht einmal Roserl hat vor ihm Ruhe. Aber was hat man von dem Tanzen? und wenn sie's noch so gut kann, das Tänzeln vergeht einem, wenn man ein paar Jahre nach der Hochzeit ist, allein ihre Schönheit —- Nu? was ihre Schönheit — wendete Frau Kreßel ein — vergeht denn die Schönheit nicht, wenn man Kinder hat? . Aber die Haar', ich bitt Euch, seht Euch nur die Haare an! Habt Ihr schon solche Haar' gesehen? man weiß nicht soll man sagen, sie sind roth, man traut sich's nicht und ein Bissele sind sie's doch, sie leuchten und glänzen wie die Strahlen von der Sonn'. Nu, und was hat man mit dem Haar? — entgegnete Frau Kreßel wieder — mit dem Bedecken: morgen früh zu Gesund, und es ist aus mit dem Haar, mag es sein roth oder nicht, und mag es leuchten und glänzen wie die Hörner auf dem Kopf von unserem großen Lehrer Moses, wie er in dem „Chumesch" (der Bibel) aufgemalt ist. Die Hauptfach ist, werd' ich Euch sagen, die Hauptfach ist, wie geschrieben steht, die Frömmigkeit und die Furcht vor Gott und alles Andere ist eitel.