Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 105)
- Language
- German
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70 Solch grobe Lüge höhnend zu verkünden, Und nie mög' er des Fluches Ende finden! Denn ach, wie weit ist meines Lebens Pfad, Von jenem Ziel, das er gekündigt hat; Wie täuschte arg, so plump und grob Des Astrologen Lügen-Horoskop. Nicht irrt' er nur, wie Jemand der bethört, O nein, es zeigte Alles sich verkehrt; An Allem hat die Wahrheit keinen Th eil, Und Fluch entstand, wo er geahnt das Heil*). O dem steht sicherlich bevor gar manches Wehe, Dem lauter Söhne nur geworden in der Ehe**). Als Knabe schon, als Jüngling hat zu tragen Der Mann ein Joch, dem Viele schon erlagen. Umsponnen ist er, wie von festen Netzen, Von Regeln, Normen und Gesetzen, Von Rücksichten, Bestimmungen und Bräuchen, Die in die kleinsten Regungen der Kräfte reichen, Und immer herrisch fordern strenge Acht, Auch wenn daheim allein man unbewacht, Zurückgezogen in der stillen Kammer weilt Von keinem lauernden Späheraug' ereilt, *) Es ist zuerst zu lesen sata und dann soüata. **) Der Thalmud hat die entgegengesetzte Meinung: „Heil wem Knaben, wehe wem Mädchen geboren werden (Peß. 65), aber unser Autor taucht auch hier seine Feder in bittere Satyre.