Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 93)
- Language
- German
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58 vollkommenste Gleichstellung der Juden mit den, Christen wäre im Grunde die unbilligste Ungleichheit. Der Wunsch wegen Straßenbauarbeit ist durch die allerhöchste Entschließung vom 5. Dezember 1785 erledigt. Bezüglich der Talmudschulen ist bereits die Anordnung getroffen, daß sie nach dem Besuche der Normalschulen frequentirt werden sollen. Die Aufhebung der jüdischen Trivialschulen sei jedoch nicht anzurathen. Da die Juden Anstand nehmen könnten ihre Kinder in christliche Schulen zu schicken, und dadurch die Bildung zurückbliebe. Die galizische Kleidung, welche auch manchem Diebe zu statten kömmt, wäre bis Ende 1789 zu dulden." Wir haben nur Weniges über diesen Vortrag der Hofkanzlei zu bemerken. Das Alpha und Omega der damaligen Herren von der Hofkanzlei war: die Juden sind zu. viel, sie müssen vermindert werden und ihre weisen Berathungen drehen sich nur darum, welches das weniger grausame Mittel wäre , um diesen Zweck zu erreichen. Das alte pharaonische Mittel, die neugebornen Knäblein ins Wasser zu werfen, war denn doch nicht mehr zeitgemäß und man griff zu dem bereits seit Carl VI. in Böhmen und Mähren erprobten Mittel, die Ehen zu beschränken, welches freilich, wie wir sofort bemerken wollen, in Galizien nicht zur Durchführung gelangte. Was den Widerwillen der damaligen Juden gegen den Ackerbau betrifft, so wollen wir denselben nicht in Abrede stellen. Man hat jedoch stets bei dieser Frage aus