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Beilage in Wiedergutmachungsfragen · 1947-03-19 · 2 (19.3.1947) · p. [Seite]

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Journal
Beilage in Wiedergutmachungsfragen
Volume
1947
Issue
2 (19.3.1947)
Date
1947-03-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BEILAGE in Wiedergutmachungsfragen Nummer 2 19. März 1947 Siudenlenhllfe #17# Der Sozialministerdes Landes Nordrhein-Westfalen teilt uns mit: . ’ M Zahlreich? Anfragen ehemaliger politisch und rassisch-Verfolgter gaben mir Veranlassung, mich mit nachstehenden Fragen, an das Kultusministerium zu wenden: 1. 'Werden politisch und rassisch Verfolgte bevorzugt zum . Studium zugelassen? 2, Ist für .diesen Personenkreis eine Ermäßigung bzW. Niederschlagung der Studiengebühren vorgesehen? / Hierauf wurde mir folgender Bescheid zuteil: „Bei Auswahl der Studenten, die durch den numerus, clausi.4 notwendig ist, wird von den Universitäten neben der wissenschaftlichen Befähigung auch die politische Vergangenheit der Bewerber berücksichtigt, so*, daß in dieser Hinsicht ehemalig rassisch Verfolgte eine Vorzugsstellung besitzen. ' Eine Regelung, daß für diesen Perscrnenkreis eine Ermäßigung bzw. Niederschlagung der Studiengebühren vorgesehen ist, besteht 'nicht, doch sind' im Haushalt der Universitäten genügend Mittel vorhanden, so daß jeder aus diesem Personenkreis,, der aus wirtschaftlichen Gründen auf den Fortfall der Studiengebühren angewiesen ist, darauf rechnen dürfte,' daß. ein diesbezüglicher Antrag Berückst ehtigung findet; . - Die höheren Schulen sind1 durch Runderlaß vom 5. . 7. 1946angewiesen worden, Kindern anerkannter politischer Opfer, bei der Erfüllung der geforderten Bedingungen für die Zulassung zu einer schulischen Ausbildung vor anderen Schülern den Vorrang einzuräumeh.” - ■ - Rückfragen bei. dem einzelnen Universitäten, 'technischen' Hochschulen, Pädagogischen Akademien, der Medizinischem Fakultät und der Kunstakademie des Landes. Nordrhein-. Westfalen ergaben folgendes Bild: ' , Universität Bonfs: 1. Zulassung: Gesuche politisch und rassisch Verfolgter werden bevorzugt behandelt. * ' . 2. Finanzielle Beihilfen: Generelle Bestimmungen für politisch Geschädigte bestehen zwar nicht; doch werden Gesuche dieser Studenten von Fall zu Fall-geprüft und' außerhalb des Rahmens der Studierenden bevorzugt behandelt und berücksichtigt1. - Universität Köln: * . - . sagt bevorzugte Zulassung, ' auf Antrag Gebührenerlaß in voller Höhe und im Rahmen der verfügbaren Mittel auch Stipendien für politisch und rassisch Verfolgte zu. Universitäf Münster: 1, Zulassung: gemäß Anordnung der Militärregierung. Die, Auswahl der Studierenden geschieht nach folgenden Gesichtspunkten: - . ' . - a) akademische Eignung und Anzahl der bisherigen Üniversitätssemester." b) Alterdiej. über 23 Jahre und besonders solche, die ver- ' heiratet und für Familien verantwortlich, \ c) unfähig zu nichtakademischen Berufen auf' Grund von Kriegsverletzungen, / ' ' d) Kinder aus der Arbeiterklasse sind, wenn irgend möglich,^ vorzugsweise zu ’ behandeln. 2. Finanzielle Beihilfen: Falls dortseits bestehende Bedingungen erfüllt, sind, können bei den "hierfür eingerichteten Ausschüssen Anträge auf ... ■ 1. Gewährung'von ganzem oder halbem .Freitisch i. d. . Mensa,; 2. Einbeziehung in die' Hochschülfördemrig,. bei . der "nach _ Lage bis zu 150,— KM. monatlich gezahlt Werden, 3. Gewährung von Darlehen, .; 4. Gebührenerlaß (ganz oder teilweise), ■ * . ■■■ ' gestellt werden, . Hierbei ist poLtisch- und rassisch Verf dgten der, Vorrang , zu geben. ‘ Technische Hochschule, Aachen: sagt 1. bevorzugte Zulassung, 2. finanzielle Beihilfen (auf Antrag bei Bedürftigkeit) für .Lebensunterhalt. Zuschüsse für .Lehrmittel,, Bekleihung .evtl. Fahrgeld und Ausgaben, die den allgemeinen Rahnlen überschreiten für politisch und rassisch Verfolgte bevorzugt zu. -- Medizinische Fakultät, Düsseldorf: 1. Bei der. Zulassung, zum .Studium werdenpolitisch und rassisch Verfolgte bevorzugt. - . 2. Finanzielle Beihilfen können aus Mitteln .der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Staatl. Kunstakademie gewährt werden. Solange sich um 2 öder'3 Fälle handelt, könnten etwa 300 bis 500,— RM. im Semester ver- ■ auslagt werden. . Pädagogische Akademie, Aachen: 1. Bei der Zulassung zum Studium werdenpolitisch und rassisch’ Verfolgte und deren Kinder bevorzugt. . 2. Finanzielle Beihilfen:- Sonderfondsbesteht nicht. Anträge aüf Beihilfen oder' Studiengebührenerlaß von politisch und rassisch Verfolgten werden bevorzugt behandelt. Pädagogische Akademie Bonn: ’ sagt 1. bevorzugte Zulassungsmöglichkeit, , t 2. finanzielle . Beihilfen im Rahmen der zur Verfügung gestellten Mittel und St.udiengebührenerlaß für politisch .und rassisch Verfolgte - zu. Pädagogische Akademie .Essen.-Kupferdr eh: 1. Zulassung: Politisch und rässisch Verfolgte sowie Kinder dieses Personenkreises werden bevorzugt. 2. Finanzielle Beihilfen: Für jedes Viertel des - Rechnungsjahres stehen laut Etat RM. 2000 als Studienbeihilfe an bedürftige Studierende zur Verfügungv ebenso: kann die Se-;mestergebühr bis zu 100 Prozent ermäßigt werden.'Politisch und rassisqh Verfolgte Antragsteller werden bevorzugt. Da ■aber die wirtschaftlichen Verhältnisse bei einer Vielzahl der' Studierenden äußerst gespannt sind, ist der anfallende .Betrag für den einzelnen Antragsteller nicht sonderlich hoch) : : ‘ Pädagogische Akademie Kettwig: 1. Zulassung gemäß Eid. des Herrn OP. vom 3.. 7: 1945 („Schüler anerkannter , politischer Opfer . ist bei Erfüllung der-geforderten Bedingungen für die Zulassung ’zu einer schulischen Ausbildung vor anderen Schülern der Vorrang einzuräumen”). . . . ' 2. . Bei Ermäßigung oder Nachlaß der Studiengebühren ’ sowie Zuwendungen .von Stipendien (auf Antrag) werden politisch und rassisch Verfolgte bevorzugt. , . -Für Stipendien stehen pro Halbjahr nach idem Etat -RM. 4090 zur Verfügung. Im verflossenen Halbjahr bewarben sich rund ein Fünftelder Gesaratbcsucherzahl. Es konnte durchschnittlich RM. 100, gegeben werden. * j Pädagogische >Akademie Köln-Bickendorf: 'Erleichterte Bedingungen für politisch Und rassisch Ver-

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