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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-04-10 · 4 (10.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
4 (10.4.1930)
Date
1930-04-10
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Gemeindeblalt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 4 wie der Kampf gegen den Wilnaer Oberrabbiner R. Samuel ben <Äb.igdor das Judentum nach innen wie nach außen schwer geschädigt. Nur dadurch, daß später solche Männer die Rabbinatssitze innehatten, die sich durch ungewöhnliche Liebe zur Thora und zum jüdischen Volk auszeichnetem, konnte sein Ansehen wieder etwas zu Glanz gebracht werden. 21,1 2122d. h. das Ansehedes Rabbiners, also eines der wichtigsten Vertreter des Judentums, wie das Ansehen des Judentums überhaupt, ist von dem allgemeinen Bewußtsein abhängig, daß der Rabbiner nicht seinen Ehrgeiz zu befriedigen, sondern wirklich die Ehre.der Thora fnwn T22 zur Geltung zu bringen sucht. Das! große schriftstellerische Talent und der geistreiche Witz, die R. Oakob Emden in seinen Schriften entfaltet, wären einer besseren Sache würdig gewesen. Immerhin haben auch seine polemischen Schriften großen kulturhistorischen Wert und enthalten viel historischen Stoff, der ihnen die Sympathie vieler Historiker, unter ihnen auch Eraetz. erwerben konnte. Dagegen wurden die tiefgründigen, selbst manchem Rabbiner' unzugänglichen Werke des R. Jonathan Eybeschütz nicht in ihrer hervorragenden Bedeutung erkannt. Von den Werken R. Jakob Emdens, die unsere Bibliothek besitzt, soll in der nächsten Nummer die Rede sein. Prüfung für di« Obersekunda an der Talmud Tora-Realschule. Am 3. v. M. fand an der Talmud Tora-Realschule des Prüfung zur Erlangung der Obersekundareife statt. Das diesjährige Prüfungsverfahren unterschied sich von den früheren dadurch, daß alle Schüler, die von den Lehrern der Untersekunda für reif erklärt waren, von der mündlichen Prüfung befreit werden konnten. 27 Schüler wurden auf diese Weis« von der mündlichen Prüfung befreit, 5 Schüler wurden unter Vorsitz des Oberschulrats Herrn Dr. Oberdörffer geprüft und ebenfalls für reif erklärt. Die Namen der Schüler sind: Aron, Martin — Bernstein, Leon — Bernstein, Marcus — Blankenstein, Kurt — Brum. Wolff — Earo, Eugen — Tharrasch. Elias — Franck, Ernst —* Eoldschmidt, Jacob — Gradenwitz, Siegfried — Jaffe, Schalem — Levy, Walter — Löw, Ephraim — Magnus, Heinz — Morgenstern, Maier — Neumann. Abraham — Redner, Max — Scheichod, Nachum — Schor, Karl — Schreiber, Norbert — Schwarzschild, Alex — Stahl, Jakob — Turtel, Max — Waiden, Manfred — Wechsler, Jacob — Weißinann, Willy — Zloczower, Simon — Berg e r. Bernhard — Herz, Paul — Hesse, Jose — Kesten, David — Kleve, Josef. Personalien und Kleine Mitteilungen. Der Volkstrauertag wurde Sabbath. den 15. v. M., in den hiesigen Synagogen in der üblichen Weise begangen. Die Zerren. Oberrabbiner Dr. Spitzer, Rabbiner Dr. Italiener und Rabbiner Dn Holzer widmeten den Opferns des Krieges Worte ehrenden Gedenkens. Anton Nathan s A. Am 27. Februar verschied nach langem Leiden im hohen Alter von 77 Jahren Herrn Anton N a t!h a n , langjähriges Mitglied des Vorstandes der Beerdigungs-Brüderschaft der Gemeinde und deren Ehrenmitglied nach seinem Ausscheides aus seinem Amte. Die Beisetzung des Heimgegangenen fand ach folgenden Tage auf dem Begräbnisplah der Gemeinde statt. _ H rr David Brager. erster Beamter der Beerdigungs- Brüden schalt der Gemeinde, ist am 9. v. Mts. nach kurzem, schweren Leiden kurz vor Vollendung seines 54. Lebensjahres gestorben. Der Heimgegangene hatte sein viel Aufopferung und Selbstverleugnung erforderndes Amt seit sechs Jahren inne. Daß er es in dieser kurzen Zeit verstanden hat. das Vertrauen der Beerdigungrbrüderschaft. die ihm sein Amt i bertruq, zu rechtfertigen und das Vertrauen weiter Kreise der Gemeinde, die in trüben Stunden und Tagen seine Dienste in Anspruch nehmen mußten, zu erwerben, bewiesen die große Schar der Trauergäste bei seiner Beisetzung ebenso wie dix Reden, die seiner letzten Ehrung galten. Selten hört man bei ähnlichen Anlässen so von Herzen kommende Worte wie diejenigen, durch welche die Herren Ludwig Joshua nach der Tah'ara, Rabbiner Dr. M. 2 h c ü b s o n, Rechtsanwalt David und Dr. E. L a n z - krön bei der Trauerfeier dem Toten den letzten Gruß entboten. Sxrr Magnus Mannheim ist am 2. d. Mts. im 56. Lebensjahre verstorben, welcher sich der Interessen unserer ostjüdischen und namentlich der auf dem linken Alsterufer wohnenden Elaubensbrüder dauernd mit großem Interesse angenommen hat. Als Mann ihres Vertrauens wurde er darum auch von den Besuchern der Synagoge Gluckstraße für das Amt eines Mitglieds der Verwaltung dieser Synagoge in Vorschlag gebracht und gewählt. Bei seiner Beerdige lg auf dem Begräbnisplatz der Gemeinde in Ohlsdorf sprach« i. Rabb. Dr. M. Lewin und der Syndikus der Detail istenkammer, Dr. Curt Meier, dessen Worte' von dem h )hen Ansehen des Heimgegangenen in kaufmännischen Kreiser zeugten. Kolleg 25. v. zum Paulir Frap Abq S. Marburg wurde vom Repräsentantenum der Gemeinde in seiner jüngsten Sitzung vom M: an Stelle der verstorbenen Frau Eddy Eoldschmidt Piitgliede der Verwaltung des Mädchenwaisenhauses enstift gewählt. Die Oftjüdische Vereinigung Adas Jeschorim wählte die Herreit I. Reich und I. Tugendhaft zu Vorsitzenden und S. Rothschild rum Schriftführer. Der Gesamtvorstand besteht aus 10 Mitgliedern. Die Hausgehilfinnenprüfung bestanden am 14. v. M. im Technischen Seminar, Altona, Rosa Flußberg aus Bargteheide. Minna S a l o m o n aus Hamburg und Sofie Silberberg aus Hannover nach zweijähriger praktischer und theoretischer Ausbildung im Mädchen-Waisenhaus der Gemeinde Paulinen st ift und Edith Möller aus Altona nach entsprechender Ausbildung in der Haushaltungsschule der Frau R. B a ch r a ch. Die Wahlen zum Repräsentanten-Kollegium. Das Wahlergebnis. — D'k Zusammensetzung des neuen Kollegiums. — Das Wahlrecht der Gemeinde im Lichte der Wahlen. Don Dr. N. M. Nathan. I. An anderer Stelle dieser Nummer veröffentlicht der Vorstand der Gemeinde das Ergebnis der Gemeindewahlen vom 23. o. Mts. Hier sei zunächst dargestellt, wie dieses Ergebnis im einzelnen ermittelt wurde. Die am Abend des Wahltages nichtamtlich bekannt ge» gebenen Zahlen der von den einzelnen Parteien aufgebrachten Stimmen haben sich nur unwesentlich geändert, unwesentlich insbesondere deswegen, weil es bei der ursprünglich ermittelten Verteilung der Sitze auf die einzelnen Parteien geblieben ist. — Für die Verteilung der 21 Sitze im Repräsentanten-Kollegium auf die sechs Listen waren 21 Höchstzahlen zu ermitteln, indem die Wahlziffern nach Maßgabe des Bedarfes nacheinander durch die Zahlen 1. 2, 3 usw. dividiert wurden, wobei die für verbunden erklärten Listen der Handwerker und der Achduth zunächst als eine Liste mit 1034 + 913 1947 Stimmen zu werten waren. 1 1947 2 1065 5 260a 1337 : 3 2151 1 2 973'/. 6 3 649 9 4 486'. 12 5 369”, IS 6 324', 19 7 278'.', 21 8 532' 355 266' 11 11 668'/, 8 1075V, 4 445', 13 717 1 334'. 18 267'/. 537',. 1« 430'/. 14 358',. I» 307-/7 29 268V. Es erhalten also die vereinigten Listen 7. die unpolitischen Konservativen 3, die Volkspartei 4 und die Liberalen 7 Sitze: die Sozialisten erhalten keinen Sitz, da ihnen an der Zuteilungsziffer für das letzte Mandat (278V?) noch 19 Stimmen fehlen. Es ist ebenso aus den oben stehenden Ziffern ersichtlich, daß, wenn etwa 3 weitere Mandate zur.Verfügung ständen, sie der Reihe nach den Listen der Liberalen, der Volkspartei und dann erst der unpolitischen Konservativen zufallen würden. Die nun noch vorzunehmende Aufteilung der 7 den vereinigten Listen der Handwerker und der Achduth zugefallenen Sitze ergibt nach dem gleichen Verfahren die Höchstziffern 1034 (1), 517 (3), 344V, (5), 258V* (7) und 913 (2), 456Vs (4), 304V» (6). Die Listenoerbindung hat V Die Brüche werden fortan als unwesentlich nicht mehr berücksichtigt.

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