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Der jüdische Student · 1903-02-01 · Heft 11 (Februar 1903) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 11 (Februar 1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Nr. IL 187. sieht der Nützlichkeit bei dem einstigen Gegner seines Vaters, bei Berenl Cohen ein, weil dieser damals in der Gemeinde allmächtige Mann auch seine Schuldner in der Gewalt hatte. Durch eine unglückselige Verknüpfung von Umständen kommt Emden jedoch um die ganze Schuld, auf die er obendrein seinen Angehörigen bereits 100 Thlr. vorgeschossen hatte. Ueberdies kommt ihm hier noch eine kostbare Uhr abhanden, und die Einkehr bei Berend Cohen zieht ihm von einer seinem Vater befreundeten Seite eine unversöhnliche Feindschaft zu. Von Hamburg kommt er nach Hannover. In dem Haus des angesehenen Hempel Hannover zu Gaste, läuft er Gefahr, bei dem Bankerott seiner Wirte, welche zu grosse Vertrauensseligkeit um ihr ganzes Vermögen gebracht hatte, auch seine Habe einzubüssen. Seine flüchtigen Freunde hatten für ihn einem Diener 6 Thlr. hinterlassen, mit denen er seine Unterkunft in einer Herberge bestreiten konnte. Von Hannover wandte sich der Unglückliche nach Frankfurt a. M.,. die Krone der damals wie selten blühenden deutschen Gemeinden. Da brach der grosse Brand aus, welcher die stolze Frankfurter Gemeinde mit einem Schlage obdachlos machte. Zu stolz, nach dem Brauch anderer Gelehrten, den Reichen das Werk, welches er an den Mann bringen wollte» einzusenden, um so ein Gnadengeschenk einzuheimsen, wurde er von seiner Ware nur wenig los. Doch hier in Frankfurt eröffnet sich dem Wegesmüden eine neue Aussicht. Ein Bruder seiner Schuldner in Hamburg, Mordechai Hamburger in London, war als reicher Mann aus Indien heimgekehrt. Er hatte vor 10 Jahren sein Haus in grössfcer Dürftigkeit verlassen, um in dem Märchenland Indien Edelsteine zu suchen. Seine Hoffnungen waren nicht allein bei weitem übertroffen worden, er fand auch seine Familie gesund und. wohlbehalten wieder, ja, zu den 9 Kindern hatte sich unmittelbar nach seiner Abreise noch ein zehntes gesellt. Die Londoner Zeitungen wussten von diesem Glück gar viel zu berichten. Hier hoffte nun unser Jacob Emden, an das Ziel seiner Wünsche zu gelangen. Ein Bruder des Mordechai Hamburger, der lin Frankfurt lebte, ermunterte ihn überdies zur Reise nach London. Sturm auf See und ein heftiges Fieber erschweren die Ueberfahrt, und als er endlich dem reichen Indienfahrer den Schuldschein präsentiert, beteuert ihm dieser achselzuckend, er könne nicht darauf eingehen, sonst kämen auch die übrigen Gläubiger seiner Brüder und sein schwer erworbenes Geld würde er dann sehr rasch wieder los sein. Er gibt ihm 100 Guineen für die Heimreise. Kaum nach Amsterdam zurückgekehrt, verfällt der bitter Enttäuschte Iii ein Fieber, welches ahn für Monate aufs Krankenlager wirft Und wenn wir nicht wüssten, mit welcher Ausführlichkeit der grosse Kant in seinem Briefwechsel gewisse Störungen seines leiblichen Seins behandelte, wir müssten staunen, wie anschaulich nun Jacob Emden seine Erlösung von einem — Bandwurm schildert. So geht der Sommer dahin. Und nun beschleunigt Emden seine Heimkehr. Nicht ohne Hindernisse gelangt er über Fürth nach Prag. In Prag erwarten ihn neue Drangsale. Er führte

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