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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-12-16 · 133 (16.12.1921) · p. Seite 442

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
133 (16.12.1921)
Date
1921-12-16
Page
Seite 442 (sequence 2)
Language
German
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442 adjt amä) hi» auf die durch ReLgioas- und ReprÄaftoti- HvvV8chte»^eK»gtr, höhere Lebenshaltu»g des Navbmers u»bveää»gt eine gerechte Behandlung in der Frage der Sflftjafa, der Entsthädigung für den Religümsunterrüht lab der besondere», amttiche» Zuschüsse. — Logeachtet aller Nöte der äußeren Lage dürfe der Rabbiner nie verfSotfa, seinerseits den sozialen EchDep und dem geistigen Notstände in den Gemeinden das größte Augenmerk zu «Sme». Die Bemühungen der Kantoren, Religionslehrer und sonstigen Kulttrsbeamte» um würdige EtÄung und ansSnmüche Besoldung habe er zu unterstützen. Einem «eitere» Abbau von Lehrer-Seminaren nach der Auflösung von Kassel und Hannover müsse im Intereffe der jüdischen Ech»le gesteuen werden. Denn erlesene Kräfte dem Judentum verloren gehen (Redner nennt Mar Scheler, Otto Klemperer u. a.>, so sei dies eine ernste Mahnung für den Rabbiner. Ein erfreuliches Zeichen für die steigende Wür diguur unteres Standes ist die Einrichtung neuer Rad binare vn Rheinland (M.-G!adbach und Saarbrücken) Nit Derlen der Zuversicht schließt der Redner seinen De richt. — Dr. Jacob drückt den Dank der Versammlung aus Za den erfreurilhen Momenten rechne er auch das Erschei ne» eines Werkes wie „Die altpersische Religion und das Wbtnsxrr.“ von Tt. Scheftelowitz. (Mitglied unserer Konferenz. In Ergänzung des Jahresberichts gib! Dr. Samuel eise Darstellung der Verhandlungen mit dem „Verein istaelitsicher Lebrer von Rheinland und Westfalen" zur Anbahnung einer Arbeitsgemeinschaft auf dem Gebiete des Relüsonsunterrichts. Die Beratungen sind zu einem gewesen Abschluß gediehen. Die Kernpunkte sind: Ä'e Rabbiner verzichten aus die amtliche Leitung des Reliawr-srnrerrichlS in den öffentlichen Volksschulen, erhalten c^er Mftbeftimmungsrecht in den Konferenzen; sie ver^ binden sich mit den Lehrern uud geblldeten Laien zu ge^ meiniamer Förderung der Echuliuleresien der jüdischen Jugend. Er^bung der Leistung durch gemeinsame Arbeit und AuÄausch der Erfahrungen sei das einzige Ziel. Die Versammlung nimmt sowvdl den Hauptwie den Ergänzungsberichl in Behandlung. Dünner (Kölnball ei»e» Normal vertrag für den Rabbiner für wünschenswert. Galliner cGelsenkirchen) bebauen, daß die Einheit der Ge- »eftHeu durch gewisie Bestrebungen unausgesetzt bedroht sind; diesen Bestrebungen'sei mit aller Entschiedenheit cntgegenzutrelen Die Einbeit und Geschlostenheit der Ge seinde müjse gerade in der Gegenwart besonders geschützt «erderr Zum Lnterrichtsproblem und der Arbeitsgemeinschaft -wische» Rabbinern und Lehrern äußern einige Red »er Bedenken wegen der praktischen Durchführbarkeft; die meiste» befürworte» die Vorschläge des Referenten. Dr. Jacob verweftt auf die vstjüdifche Jugend, die h«üe in den sog. Talmud-Thora-Schulen erfaßt wird, weü die Ellern «ft dem vo» der Volksschule vermittelten jüdischen Düsen mcht befriedigt werden können. Vorschläge, die von Dr. Jacob » dieser Hinsicht gemacht werden, übernimmt der ne»e Vorstand als Material. Zum Schluß der eingehende» Erörterung werde» folgende. Beschlüsse gefaßt: Der Rhänfich-westfälische Radbmerv^rband erklän Zusammenarbeiten der Rabbiner und Lehrer auf dem der religiösen Erziehung der Jugend für geböte» und bricht sich ans: 1. Für die Bildung von wstsenschastlichen Bereinigngtm vo» Rabbinern und Lehrern behufs Pflege reli- M»n>DnHchnWchkr und religwnspSagogischer Frage»; L Für Bnd«ng örtlicher Anssch^se, dmen Angehörige beider Stande, wie amh Vertreter der Wer» <mdie »mH Ma^oibe der örtüche» BerhÄtnftse der insbeso»derr dem Religionsunterricht ihre Täügkü mid»ee»- Bach derMDagspause begstme» die «Genschasttichen teL 4. Dr. Zacob spricht Ser ^Die Deishett Josefs" ^i» Fonu einer Predigt M Mikez). Unter Deishett verstand dc» yauze Mertzok «les tzötHhe Hch weltliche Dflfen vom Hvm«l wie von der Erde, wn jftfttnr uud Menschenleben. Wir dürfen nicht, gering davon denke»; wir wflfen heute, wieviel wft Aegyptens und Babel verdanken. Aber eine neue Deishett ist mit Israel in die Bett gekommen.- Josef ist der erste, der sie verkörpert. Gott redet aus ihm und waltet in ihm. Diese Ehöchma beherrscht seitdem das jüdische Botksl^en; ihr sind, gr^e büllifche Schriften gewidmet. Talmud stellt den Weisen über den Prvfeten. Die Weisheit ist der Inbegriff der Ideen, von denen die Welt lebt, sie entwaffnet die Diener der bloßen Klugheit, sie legt Gott alles zu Füßen. — In den Tagen der Makkabäer.standen griechische und jüdische Weisheit einander gegenüber, die jüdstche trug den Sieg davon. Religion ist nicht bildungsfeirüllich, wenn nur Disien und Bildung nicht religionsfeindlich sind. Im Bilde des Mesiias glänzen Weisheit und Gottesfurcht. Den 2. Bortrag hielt Dr. Samuel über „Grundsätzliches zum Unterricht in der jüdischen Geschichte." (Ihm flt vom Zentralausschuß die. Abfassung eines Lehrbuchs Der diesen Gegenstand übertragen). Er führt ungefähr aus: Ziel des Unterrichts in der jüdischen Geschichte muß fei», wones Walten in ihr als Fortsetzung der in der Bibel dargelegten Leistung nachzuweisen und Israels Verhalten zu den neuen Erlebnissen in einer immer wechselnden Umwell darzustellen. Die Gott mil Israel neue Wege ging, so schuf Israel sich neue geistige Wege zu Gott. Wohl muß die Gegenwart der Ausgangspunkt für den Darsteller und Lehrer sein, aber gerade wer die Vergangenheit kennt, wird in der GegenwaN selbst keine so unzweideutige Einheit sehen, daß er zum Lobredner einer Richtung auf Kosten aller anderen, d. d. auf Kosten der Wahrheit und Gerechtigkeit wird. Jüdische Geschuhte ist nicht Altertumskunde; bei letzterer genügt das Wissen; Geschichte der eigenen Vorzeit soll lebendige Kraft für den Bau der Zukunft auslöseu. Alle Blätter der jüdischen beschichte müssen dem Nachweise dienen, daß das Judentum auch in seinen neuen Daseinsformen der Aufgabe nicht untreu geworden ist,- Priester, Zehrer und Wohltäter der Völker zu sein. - Was die Stvffauswadl betrifft, jo muß das Literarische eingeschränkt, dagegen die Auseinandersetzung mit Hellenismus, Christentum. Islam, Parsismus, breiter angelegt werden. Den dibrifchcn Ton einzuführcn empfiehlt sich nicht. Dagegen u: auf die Belebung durch Sage und Dichtung mit Recht in den anregenden Verhandlungen der Vereinigiung israelitischer Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M. (134. und 135. Sitzung) hingewiesen worden..— 3. Ein weiteres Referat erstattet Dr. Norden (Elberfeld) über den Siddur des R. Jacob Emden ^Amude fchamajim". Das Werk ist nicht sowohl für den Gottesdienst, denn als Erbauungsbuch gedacht. Dafür fpncht die Freiheft der Anordnung, die^starke fephardifche und chafsidifche Anklänqe hat, die Auslastung bekannter Stücke, die Abweichung in den Lesarten. Bemerkenswert ist Emde»r Eintreten für die Schire hajjichud, die er gegen den Borwurf des Pantheismus verteidigt. Wenig bekannt ist, daß er ungeachtet seiner Gegnerschaft gegen R. Ionatan Eü>eschütz Anhänger der Kabbala war. — In der sehr beachtenswerten Einleitung erläutert Emden das Wesen des Gck^es durch 10 Kategorien entsprechend den 10 Sefftot. Der Jude soll stets an Erez Israel denkenohne das Gebet für das Wob! der Regierung zu verabsäumen. Wft werden Emden nicht mit Graetz zu den absonderliche», sondern zu den originellen Geistern des '18. Jahrhunderts zählen. — * 4. Das letzte wissenschaftliche Referat erstattet Dr. Hchelbacher Der ^Tabu und Chukkim". Abgesehen von eiaer Arbett von Dr. A. Blau im „Ieschurrrn" bei der Gebisher nicht behandelt worden.. Tabu ist das mit einer gemermüuvokft» Macht Geladene und Gezeichnete, de» man Ehrfurcht zu erweisen hat. Diese Macht kann

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