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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1896-03-01 · 2 (März-April 1896) · p. Seite 55

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
I (1896/97)
Issue
2 (März-April 1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 55 (sequence 23)
Language
German
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55 Ausgabe ־wurde durch' Isak Satänow 1796 in Berlin veranstaltet, während die vierte und letzte 1870 in Lemberg durch Michael Wolf verlegt wurde. Als Zunz seine Abhandlung ״Rom A. 1270 bis 1230“ (Gesammelte Schriften III, 177—185) schrieb, lag ihm die Ausgabe Sätanows vor, welche von Fehlem wimmelt. Man darf aber in diesem Falle nicht alles auf das Conto Satanows setzen, der wohl auch sonst ein sehr nachlässiger Editor alter Werke war; ihm lag nur die editio princeps vor und diese ist allerdings eine sehr mangelhafte. Zu den zahlreichen Fehlern und Verstümmelungen, die dort Vorkommen, hat aber Satanows noch neue hinzugefügt; auch hat er, ohne viel naehzudenken, maches mal zu ״verbessern“ versucht, dabei aber wahre Böcke geschossen, wie ich noch nachweisen werde.*) Die zweite Ausgabe enthält viele Lesarten, die einen sehr guten Sinn geben, doch ist es zweifelhaft, ob wir es mit sinnreichen Emendationen zu thun haben, oder ob dem zweiten Editor eine bessere Abschrift Vorgelegen habe. Ich werde all’ die verschiedenen Lesarten gelegentlich noch zusammenstellen; hier will ich nur auf einige Missverständnisse aufmerksam machen, die Zunz der Satanow'schen Ausgabe verdankt. Im 8. Mahbereth heisst es, Immanuel habe einen grossen Freund besessen, hevorragend an Wissen und guten Charaktereigenschaften, der sich aber in seiner Jugendzeit einem lockern Lebenswandel ergab. Aus Schonung wolle 'Im. den Namen des Freundes nicht nennen לא אקבנו בשם פן עליו תכבד, ולא אזניר את שם עירו פן אהבתו ממני תאפר (so richtig in der editio princeps, während in der editio K. irrthümlieh: אהבתי ממנו תאבד). Diesen Freund Wies 'Immanuel in einem zweihundertzeiligen Gedicht zurecht, indem er ihn darauf aufmerksam machte, dass man diesen lockern Lebenswandel ihrer Beschäftigung mit profanem Wissen zuschreibe: ומה נאמר אבי מוסר ועל זה לשמצה יזכרונו החבורה. ראינום דורכי קשת לשונם ויורונו בחצי הנערה. ויאמרו הם בענין רע וגפן סדום גפנם ומשדמת עמורה. שניהם עברו על דת יהודית שניהם הם באין מאור ואורה. שניהם למדו חכמה יונית ומשם כרתו להם זמורה. Nach dem Lob, das der Dichter diesem Freund spendet, ist es durchsichtig, dass es sich um seinen Vetter Leo Romano handelt, den er im 12. Mahbereth verherrlicht, denn mit einer gewissen Ueberschwänglichkeit nennt er ihn: ידעתיך אבי חכמה ומוסר ולנדיבות הלא ראש ועטרה. ילדתך תעודת אל וטרם ילדתך אמת היתד, עקרה. *) Die Ausgabe Lemberg ist nach der Berliner veranstaltet worden und noch fehlerhafter ausgefallen.

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