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Central-Verein-Zeitung · 1935-05-23 · 21 (23.5.1935) · page 7

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
21 (23.5.1935)
Date
1935-05-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Um ein Stadion Der Wilnaer Friedhof ist bedroht Der alte jüdische Friedhof von Wilna soll vernichtet, an ferner Stelle soll ein Stadion errichtet werden, da ein anderer Platz rnitten in der Stadt und in solcher Nähe des Wassers nicht zu finden ist. Dieser Plan der städtischen Behörden von Wilna hat unter den polnischen und litauischen Juden eine ungewöhnliche Aufregung und Bestürzung hervorgerusen. Man hat alles mögliche versucht, um die Aushebung des alten Friedhofs zu verhindern, und neuerdings hatte das Warschauer Rabbinat beschlossen, sich mit einer Bitte um Erhaltung des Friedhofs an die zuständigen Ministerien zii wenden. Tatsächlich ist der alte Wilnaer Friedhof eins der wichtigsten und berühmtesten Kultur- Wkmäler dieser Art in Osteuropa. Die ersten erhaltenen Grabsteine stammen aus dem Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts, Ml wurde der Friedhof geschlossen. Es gibt Gräber von Märtyrern und großen Rabbinen dort, zu denen man heute noch „wallfahrtet". Tie Gräber des Gaons von Wilna und des Ger Zedek besonders sind im ganzen Osten berühmt. . Der „Ger Zedek" war ursprünglich ein Pole, ein Graf Potocki. der um 1700 mit seinem Freund Zaremba in Paris studierte. ^ort geschah es, daß Potocki einen alten Juden kennenlernte, der ihm die Lehren des Judentums beibrachte, und beide Freunde gelobten, nach einer ausführlichen Prü-' fung ihres Glaubens zum Judentum überzutreten. Potocki ging nach Amsterdam und wurde Jude, Saremba vergaß sein Gelübde, aber als er von Potockis Abreise erfuhr, reiste er unter großen Schwierigkeiten nach Palästina und trat dort gleichfalls zum Judentum über. Mittlerweile kehrte Potocki in seine Heimat zurück, ließ sich in einem litauischen Städtchen nieder, wurde von einem Mann, mit dessen Sohn er Streit gehabt hatte, als Uebcrläufcr zum Judentum denunziert, dem Gericht überliefert und starb am zweiten Schewuottage 1719 den Märtyrer» tod aus dem Scheiterhaufen. Seine' letzten Worte waren ein Segensspruch: „Gelobt seist du, Gott, der seinen Namen heiligt unter jeglichem Volk!" Beim Anblick der Leiden des Märtyrers wurde eine Frau irrsinnig, die Häuser der Dorfbewohner, die das Holz für' den Scheiterhaufen geliefert hatten, brannten ab; ein Jude, der wie ein Christ aussah, rettete Asche und unversehrte Ueberrefte des Hingerichteten, die dann aus dem jüdischen Friedhof beigcsetzt wurden. Seitdem wird jedes Jahr am zweiten Schewuottage in der Wilnaer Hauptsynagoge ein Gebet des Gedenkens an diesen „Gerechten Fremden" (Ger Zedek) eingeschaltet, und am neunten Aw, im Monat Ellul und an den zehn Bußtagen wallfahrten die Juden der Umgegend zum Grabe, aus dem nichts zu sehen ist als ein ganz merkwürdig verkrümmter niedriger Baum. Wie um den Ger Hedek hat sich auch um den Gaon von Wilna ein Kranz von Legenden gesponnen. Der Gaon Elijahu von Wilna, der 1720, ein Jahr nach dem Tode des Märtyrers geboren wurde, war schon als Kind ein Wunder an jüdischer Gelehrsamkeit, er soll mit dreizehn Jahren schon solche kabbalistische Erfahrungen gehabt gaben, daß er einen Golem zu schassen begann, und er war jedenfalls als Zwanzigjähriger bereits eine solche talmudische Autorität, daß Jonathan Eibeschütz sich in seinem Kampf mit Jakob Emden aus ihn berief. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren im Ausland blieb er — mit Ausnahme einer Palästinäreise — in Wilna, lebte von der Welt zurückgezogen und abgekehrt nur der jüdischen Wissenschaft, so daß er bald wie ein Heiliger galt.. Um sich nicht abzulenken, brannte er auch am Tage bei verschlossenen Fensterläden Licht, aß und schlief so wenig wie möglich, trug ständig Tallis und Tesillin . . . Die ganz unschätzbare Leistung des Gaons, der säst siebzig wichtige Werke verfaßt hat und keins davon zu seinen Lebzeiten erscheinen ließ, besteht darin, daß er trotz seiner Weltabgewandtheit die jüdische Wissenschaft quasi auf den Stand der damals werdenden geistigen Welt hob. Vor allem bekämpfte er den Pilpul, den zur Manier, zum Selbstzweck entarteten Rabulismus im Talmudstudium, wies deck Weg „zurück zur Bibel" und Mischna, kämpfte gegen alle Widerstände für das. Recht des hebräischen Sprach- und Grammatikstudiums, das aus mißverstandener Frömmigkeit verpönt war, und befaßte sich auch ausgiebig mit anderen, profanen Wissenschaften. Die Philosophie allerdings lehnte er ab und tadelte darin auch den Maimonides, bekämpfte den Chassidismus und erscheint überhaupt als ein einseitiger, gegen andre wie gegen sich selbst überaus strenger Mann. — aber es ist die Ein-, seitigkeit, ohne die vielleicht keine solche Größe und Unbedingtheit möglich ist. Noch heute ehrt man ihn als einen der Großen in Israel und würde es als tiefe Kränkung empfinden, wenn' sein Grab vernichtet würde .. um einem Reck< Barren oder Fußballtor Platz zu machen. H.. . . eh. Trauerkundgebung für Pilsudski Die in Berlin wohnenden Juden polnischer; Staatsbürgerschaft veranstalten am Sonnabend, dem 25. Mai 1935, abends 9 Uhr, im grossen Saal der Musiker-Festsäle, Kaiser-Wilbelm- Strasse 31, eine Trauerkundgebung für den ersten polnischen Marschall Josef Pilsudski, bei der die Herren Verbandsvorsitzender Isaak Kornfeld, Konsul Dr. F e n i g e r, Dr. Michael Traub Ansprachen halten werden. Der Winawer-Chor wird Trauerpsalmen vortragen. Nach kurzem Leiden entschlief mein heissgeliebter teurer Gatte und Vater Dr. med. Hm Lwie Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer Margarete Lurie Die Bestattung hat am 18. ds. Mts. In aller Stille gtattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitte atzusehen. Wir gedenken ln Dankbarkeit dee Ehrenmitglieds unserer Synagogcngemeinde und Ehrenmitglieds der Chewra Gemilus Chasodlm des am 18, April verewigten Horm Simon Colin . Sein Wirken ln unserer Gemeindo sichert ihm sin ehrendes Gedenken über das Grab hinaus. Die Synagogengemelndo Bochum, Die Chewra Gemllue Chasodlm. Am 18. d. Mts. starb, 69 Jahre alt, nach kurzer Krankheit mein geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Louis Diekmann Im Namen der Hinterbliebenen Ida Dickmann ged. Nothmann. Glelwltu, im Mal 1935. German! aplatz 2: Hannover und Breslau, den H, Mal 1935. Wir haben unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Gross- und Urgrossmutter, Frau. IViota Grünberg geh. RUdenberg naeti kurzer Krankheit für Immer verloren. In tiefer Trauer Max und Greta Bfldenberg Benno nnd Else Braua Max und Aenne Sternhelm Die Beisetzung hat in aller Stille in Brandenburg a. d. Havel stattgefunden. Heute entriss uns der Tod mitten au« einem Leben rastloser Arbeit meinen lieben Mann, unsorn guten Vater, Schwiegervater. Grossvator, Bruder, Schwager und Onkel nach kurzer, schwerer Krankheit, im Alter von 75 Jahren. Im Namen dar Hinterbliebenen ln tiefstem Schmers: Mathilde Neuwahl geh. Mosheim. Soest, Hannover, Düsseldorf, den 18. Mal 1983. Sandwelle 14. ■i Nach langem, schwerem Leiden entschlief sanft am Mittwoch, dem 8. Mal, mein lieber, unvergesslicher, Gatte, unser herzensguter Groesvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel, ■ Ednf Brams im Alter von 67 Jahren, tiefbetrauert von den Seinen. Im Namen der Hinterbliebenen Henny Bormass ged. Hess. Berlin.Granewald, Delbrückstr. 27. Die Einäscherung hat in aller Stille stattgefunden. Am 11. Mal. verschied nach schwerer Krankheit, 79 Jahre alt, mein geliebter Mann, unser guter Vater und Grossvater Eduard Mayer Im Namen der Hinterbliebenen Ltuu Mayer geh. Bernheim Dr. Hugo Abraham u. Frau Z4111 gob. Mayer Carl Baer u. Frau Paula geh. Mayer Hans u. Carl Abraham. Yaals. (holl. Iiimbury) 1 früher: Mannheim D. 3. 5. Unsere gellobte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwägerin und Tante, Frau Flora Zernik gob. Rahmer ist nach kurzem schweren Leiden ln ihrem 80. Lebensjahr sanft entschlafen. Im Namen der Hinterbliebenen - Sam-Bat Dr. Welssenbtrg und Frau Wally, geb. Zarntk Dr. med. Fslix Zernik und Frau Irans, ged. Oehlmefc Glelwltz-Berlin, den 20. Mal 1935b Prlvat-Auskutmel u. Detektei Stensch,Berlln-Chartottenbg.6a,Kantstr.152,L Stelnol.6332 A Hiirali-AuikOnfft« ttV Brvnlttliangait ' AgA . Beobachtungen ... hi i iii ihis iishm EBsa-VMeM.telis!i Grösste Spezialfabriken Europas für Schuhbedarf und Fusspflege-Anikel Prospekt« stehen kostenlos zur Verfügung. Am 13. Mai verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter, Grossmutter und Schwester, Frau Ernestine Elkart Wno. geh. Schwärs im 73. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Geschwister Blkarl «Illingen, im Mal 1935. 1. Schwzw. Die Beisetzung fand in Gailingen statt Am 19. Mai entschlief im Alter-von 75 Jahren mein geliebter Mann, unser liebreicher gütiger Vater, Schwiegervater, Grossvater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel BtoR SWtzU Im tiefen Schmerz Im Namen der Hinterbliebenen Rosa Danziger geb, Schweitzer. Breslau, Kaiser-Wilhelm-Str. 192, Beutheu 0/8, Köln u. Rh., Krcuzhurg 0/S, den 21. Mal 1935. Die Beisetzung hat am Dienstag, dem 21. Mal, auf dem Friedhof Lohestrasse stattgefunden. Statt Karten! Heute entschlief sanft nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser lieber Vater, Bruder, Schwiegervater und Grossvater fclaxüQltog im 74. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emmy Weinberg geb. SchönbDmer Benny Kai* geb. Weinberg Karl ■Weinberg’ Theo D. Kats Rudolf Kats als Enkel. Dortmund-Hörde (früherPeckelsheim), den 15. Mai 1935. Rathausetrasse 2. Die Beerdigung fand Sonntag, den 19. Mai, 2,30 Uhr, von der Trauerhalle des israelitischen Friedhofs Hörde statt. Am Sonntag, don 19. Mai wurde i „.is nach ku,rr.cr schwerer Krankt holt mein goliobtor, treusorgender I Mann, unser guter Vater, Bruder | und Schwiegervater Ecgca KciElager I im 56, Lebensjahr durch den Tod f entrissen. In tiefem Sehmerz: r Aenne Meininger geb. Stern i Hilde und Franz Meininger t Ida Hirsch geh. Meininger | Dr. Robert Curteff. Göltlnjjen, Lotzestr. 20a“ Gross-Gerau. Statt jeder besonderen Anzeige. An den Folgen einer Operation verschied plötzlich und unerwartet meine innigstgoliobte Frau, unsere gute Mutter, meine einzig geliebte Tochter, Frau Len! Stetobsrg geb. Welnber*ar Im blühenden Alter von 87 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen Artur Steinberg, Geseke L W., Gevelsberg, 15. Mai 1935, Am 15. Mal vorschied nach langem Leiden unsere geliebte Schwester, Schwägerin, Tante, Franziska Blum geb. Hirsch. Im Namen der Hinterbliebenen Clara Frank geb. Hirsch. Die Einäscherung fand in der Stille statt. .Unser geliebter, ffutor Bruder, Schwager u. Onkel, Kaufmann . Julius Leivln K L D ent ■ ch Fl lehne ist am 9. Mal von seinem schweren Leiden erlöst .worden. In tiefem Schmers Im Namen der Hinterbliebenen Max Juewla Berlin W 30, Berchtesgadener Str. 87. Anzeigenschluss Dienstag D- Dr. S. Adler BAD REICHEN HALL r~l l Dr. Dad-IöSsrood. BOSM5R J Dr. W. Lewy Bad Reichenhall Bad IMhg§^© Dr. I, Hiregfaberg Hotel Villa Sorrenfo Baden-Baden Vornehmes kleines Familienhotel Pension M. 7.50-9.50. BEVORZUGT Wetabränds und Liköre | der Firma ji n plp2 r MAI7JZ. | Sidzaisacizdqeii Mein Freund •Witwer, 58 Jahre, mit 211 Ahr. Bohu und 18 jihr. Tochter in schöner süddeutschen Stadt, sucht tüchtige Hausfrau kennen zu lernen, welche sich auch an der kleinen Fabrik, Komni.-aes., mit BM 10000.— beteiligen kann. Zuschriften unter „Frontsoldat“ an „C. - V.-Ieltung“, Berlin W. 15. Internationale Spedition Gegründet 1876 BERLIN NW40, Lün©burgor Straß© 22 / Telefon: C5 Hansa6641. Transporte Jeder Äst«uch umr03e nsch eilen Richfunsen Ummer das ^Neueste! Ulparte ^Kleider - Sarnituren ' SModische Schals und Sucher . - 3lll>ertxSchäffer Erhältlich ln den Drogerien, Farben- und Tapetengeschäften Achten Sie. aber auf den Namen wTAPBTOMMt Grundmann Essen Das Spezialhaus für Damenmoden CASPARI Breslau DAMEN-MODEN!ll üliii i! I Brilianten-Maul!Ä,pjr';.,„r; pj Pfandschein*. Uhren, konkurrenzl, 3 ff-» e■ | Kassapreise, n IL PSs B <?h f 3 Tauentzlenstr. 14. II B Pg Hg i| hpl, (Stillerhaus) ü P—bIebbI Tslaf. B 4 Bavaria fl 8271. Auch Verkauf - WaSSSier filbrechtiCo Friedrichstr. 207 Uhrmacher und Juwelier Eigene Werkstatt, auch Ankauf, ÄugenSrztln gibt 2-3 schöne Praxisräume an Fach- oder prakt. Arzt zur ^ritbenutzuag billig ab. Charlottenburg, sehr günstlge-Gegend. G 1 WS8, 10—12; '4-4. in » i Ameigen in dec „CAÜj&eiUuuj." fpfltforpti jslctil — =?

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