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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1893-05-05 · N° 19. (5.5.1893) · p. Seite 73

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
22 (1893)
Issue
N° 19. (5.5.1893)
Date
1893-05-05
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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Kriegsbogen, den der Gott’der Elemente iu die Wolken stellt und sonach zum Zeichen des Friedens aus der Hand legt (vgl. Meusel, der Regenbogen, in ״Beweis des Glaubens“, 1882), erinnern soll. Vorher sei aber darauf hingewiosen, dass die Bezeichnung eines Symbols als ״ Bundeszeicben nicht nur den Gedanken ausspricht, dass der es beobachtende Hörige durch das Eintreten des אות an die betr. Grossthat Gottes erinnert werden soll, wie durch den Sabbath an die Schöpfung der Welt, sondern dass derselbe auch zugleich dazu sich angehalten fühle, seinerseits die bez. Lehre aus demselben Zeichen zu empfangen und zu beachten Darum erscheint es mir nicht richtig, wenn N. (83 fi) erklärt, dass Gott den ״Kriegsbogen“ iu die Wolken gesetzt habe, ״nachdem er mit den Wassern der Wolken das sündige Menschengeschlecht um seines Ungehorsams willen bekämpft ... hat. Dies Natur- Zeichen des Bundes, das den Kindern der Natur mit den buntfarbigen Strahlen der Sonne das Wiederaufleuchten der segnenden Gottesliebe verkündet, markire den Naturbund, den der Schöpfer des natürlichen Lebens mit allen lebenden Wesen der Natur . . . schliosst.“ Es ist eben dann die Stellungnahme des Menschen dieser Erklärung des Schöpfers gegenüber zu wenig markirt. Vielleicht erscheint Folgendes deu w. Lesern plausibler: ln meiner mehrfach erwähnten Arbeit über die Redaction des Pentateuch erstrebe ich den Nachweis, dass der Name אלדים — verschieden von אל» was nur deuBesitz der Macht, dieAllmaoht andeutet (v. אןל) — die schöpferische Kraft, den Schöpfer bezeichnet und in dieser Bedeutung ganz besonders da hervortritt, wo es sich um die Erschaffung oder Lebenserhaltung der Geschöpfe handelt. Das ist auch Gen. 9 der Fall, wo Noah und seine Söhne zur Forterhaltung ihres Geschlechtes aufgefordert werden, nachdem ihnen ihre Aufjgabe in der Schöpfungsgeschichte der Welt kundgethan worden ist (ויברך Gen. 9,1). Zur Erreichung dieses Zweckes schliosst Gott mit ihnen einen Bund: Der Noachiden Aufgabe wird positiv durch das פרו ורבו, negativ durch das Verbot des Todtschlags, bestimmt, während Gott das Versprechen giebt, nie mehr die Welt (durch eine Fluth) zu vernichten3), und als beruhigendes Merkzeichen dem Menschen den Regenbogen zeigt. Mit diesem Merk- Zeichen aber dürfte es folgende Bewandtniss haben. (Fortsetzung folgt.) Der Gaon von Wilna als talmudischer Forscher. Von Dr. >S. Nascher. י־11. Usberblickt man die ganze kritische Thätigkeit des R. Elia ־Wilna, so lässt sich dieselbe nach folgenden Gesichtspunkten rubriciren: I. K. Elia Wilna berichtigt den Text des babyl. Talmuds auf Grund von Stellen des palästinensischen Talmuds. Z. B. Neilarim 53a, Ketutoth 106a, Nasir 2Gb, Machs-hirin 136 a. JI. Derselbe erklärt die babylonischen Talmudtexte auf Grund der einschlägigen Toseplita. Z. B. Jebamotb 102a Kiduschin £Ga, Peah 8a, Kelim 22a, 2!)a, 30a, oholoth 44a (Hasch z. St.) . Hl• Kr nimmt auch Textverbesseruugeu vor auf Grund von Stellen in Sitre (Oholoth 42a, Peah 8h) und in der Mechiltha (zu Mischpatim) (Kiduschin 18aj. ,j M. E. soll nicht bloss eins Vernichtung der Welt durch Wasser 10u Noah an als ausgeschlossen bezeichnet werden sondern überhaupt jede völlige Zerstörung. Die Bezugnahme ant das בכול ist bier nur durch das vorhergehende Ereigniss der Süudilutn zu erklären; ich erinnere an das מלתא דלא רי^ןיא ^יך, וכו.., *.1 Fortsetzung von 11/15 (S. 5G). IV. Desgleichen kimmen Taxtverbesseruugei a׳tt Gnnl voi einschlägigen Stellen der Tosep‘it.1 uni di! pi'ästiu).nläiha 1 Talmuds zugleich vor. (Jebamotli 50a.) V. Stellen aus dem palästinensischen T.1'm1׳d wer Jon angeführt und ausgeführt zumeist in dem Abschnitte Serain (Peah3a, Ga, 9a) undTohoroth(Kelim 35a, Demay Ja. 14b, 151) doch anch in audern Traktaten z. B. Baba ka na 74 a, Baba Bat.hra 50a, Abodah sarah 73 b. VI. Auch Stellen aus der Tosephta werden au• und ausgeführt. Z. B. Kelim 4a, Erubin •la, Abodah sarah 57a Megilah 5a, Sabbath 92b (Variante.! VII. Er wählt häufig für den Talraudtext die L?searten, welche bei Gommentatoren und t'odifikatoren in Anwendung gebracht sind: So werden die Lesearteu von R. Altasi und It. Ascher (Rif und Rasch) Berachoth 8a, 29a, Hb, 50b, 55b u. a. a. St.1, die Lesearten von R. Altasi allein Berachoth 15, 2Ga, Baba Mezia 10b, GOa, 107a, Jebamoth 11a, Hasch tiaschanah 33a, Sabbath 12tb u. a. a.St. gebracht. In Beracho'h 30b wird R. Alfasi mit anderen Decisoren angeführt. 111 Gemeinschatt mit den Gaonini wird R. Altasi (Berachoth 54a) mit Aiereth Baba Mezia G2hl, mit Tar u nl R ׳sch (Sibbith 143) mit R. Ascher (Baba Mezia 78 b 85a, Ketnboth 72a), mit Maimoniies (Baba Mezia 92a. 10Gb, debamoth 106b) endlich mit ־Tosafoth und II Ascher (Jebamoth 20 b) angezogen. Verhältnissmässig oft ' ird von den Lesearten des Maimonides Gebrauch gemacht z B Berachoth 35a, Sabbath 136 a, 138b, Baba Kami 52b, 57a, Baba Mezia 9b, 22a, 14b, 67a, 78a, Abodah sarah 4üh, Sebachim 120a, Jebarno h 1140, Kidu- chin 18 a (Mechiltha). — Iu Gemeinschaft mit dem Verfasser der lialachoth Geiloloth wird Maimonides in Berachoth GOa Kiduschin 8a, und mit Tosetoth und R. Ascher: Baba Mezia U9a angeführt Die Lesearten AscHervs werden angeführt: Baba Mezia 21b, 32a und 102b (im Namen Alfasi’3). Von R. Sal b. Adereth (רשבי׳א ,■i'HTD werden Lesearien angezogen in Baba kama 8 b und Sabbat 14 . ln Gemeinschaft mitRaschi und Tosatoth wird derselbe angotührt zu Jebamoth 113a Auf Grund der Lesearteu der •aonim wi d Taanilh 28a, Sabbath 145a des R Jakob ben Ascher und des K. Joset Karo Betachoth 55b, der Tosaphoth Sabbatn 97a. Taanith 30a, des R. Samuel Kdels (Meharscha) Sabbath 157 b, des Ritba in Baba Mezia 102a, der Tosaphot von Gaon R. AkibaBeracl10*׳h GOa, des R. Jesaja Berlin in Erubin 21b u id des R. Abraham ben David 111 Baba Mezia 89b, 119a d r talinudische Text bericht.gt, beziehungsweise veihessert (Forts, folgt.) Litteratur bericht. Recensionen. Federico Consolo und sein synagogenmusikalisches Werk. Von Ed. Birnbaum. Unter dem Titel פר שירי ישראל״□, Libro dei Cauti d’Israele. Antichi Cauli Liturgici del Rito degli Ebreibpagnoli, raccoiti e notati daFederioo Consolo“ (Firenze, Bratti e Co.) geht mir soebeu durch die freundliche Vermittlung des rneiue musikhistorischeu Studien in zuvorkommendster Weise fördernden uud momentan in Italien weilendeu Herrn Dr. A.Berliuer ein Werk zu, aufdessen Wicbügkeitiürdie Erforschung der Geschichte des Syuagogeugesangs aufmerksam za machen ich mich besonders gedruugeu fühle. Es verdient hervorgehobeu zu werden, dass seit dem Erscheiuen des ״Schir-Zion“ vou äalomou Sulzer דל (1839) dies das zweite musik-liuerarisohe Werk isr.- liturgisoheu Inhalts sein dürfte, welches das wärmste Interesse weiter Kreise zu erregen geeignet ist. Zum Unterschied von jenem für die moderne Synagogenmusik bahnbrechend gewordenen Werke Sulzer’s haben wir es bei dem Werke Cousolo’s nicht üloss mit einer für den praktischen liturgischen Gebrauch bestimmten musikalischen Erscheiuuug zu thuu, sondern zugleich mit einem Quelleuwerke ersten Ranges. Indem es, vom Ritus der berühmten sephardisouen Gemeinde Livcruo ausgehend, den ganzen Ritus deu! Sephardim umfasst, gewährt es dem liturgisoheu

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