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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1917-01-01 · 3-4 (1917) · p. Seite 46

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
18 (1917)
Issue
3-4 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 46 (sequence 16)
Language
German
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- 46 — gegen die Ausschreitungen der polnischen Scblachzizenwillkür, und insbesondere gegen deren Schützlinge, die Juden. Orätz im X. Bande seiner Gesdhichte der Juden ergänzt vielfadi das nachstehend Erzählte hinsichtlich Ephraim Köllens, dessen Schwiegersohnes Jakob Aschkenasi, dessen Sohnes Hirsche! Aschkenasi (alias Chacham Zewi) und des Sohnes des Letzteren, Jacob Emden, für denjenigen, der sich für die Stellung dieser unserer Altvorderen in den Kämpfen jener Zeit und ihr wechselndes Verhältnis zum Sabbathianismus, sowohl zur Zeit Sabbathai Zewis selbst, wie seines Nachtreters „Baron Frank" (recte Leibowicz), interessiert, Uns beschäftigt allein die Familiengeschichte, zu der wir nun zurückkehren. Während die Karawane eines Tages in der; Steppe der Zaporoger Kosaken lagerte, stürmte eine Hönde gegen sie heran; Ephraim Kotten und die Seinigen ergriffen, mit Roß und Mann und Wagen rechtzeitig die Flucht; nur Jakob Aschkenasi, sein knabenhaft junger Schwiegersohn, blieb verblüfft zurück; man rief ihm zu, er möge folgen, aber zu spät. Schon erhob ein Kosak seinen Säbel, um ihn niederzumetzeln, was seine in wilder Flucht davoneilenden Gefährten noch sahen; in dem Augenblicke fiel' aber der Häuptling der Horde, sei es gerührt durch die Jugend und Schönheit des hilflosen Burschen, sei es aus Verachtung, dem Kosaken in den Arm, und rief Jakob zu: „Lauf Jud," „und Jakob lief"; aber der Abstand zwischen ihm und den Seinen, die ihn verloren glaubten, wurde in dem Maße größer, als diese Roß und Wagen zur Verfügung hatten, und seine, auf den Schulbänken des „Cheders" gewiß nicht geübten Kräfte immer mehr erlahmten. Ephraim Kohen und sein Clan zogen immer weiter westwärts; wo sie jüdische Siedelungen fanden, trat Kohen als Wanderprediger auf, erregte durch sein tiefes Thorawissen, seinen Scharfsinn (Charifuth) und die Neuheit seiner Auffassung (Chidduschim) die Bewunderung seiner Zuhörer, gewann aber nebstbei durch den Ehrensold, d;en ihm dieselben spendeten, die Wegzehrung für sein Häuflein. So kams, daß der abgehärmte, sich durchbettelndie Jakob, von Zeit zu Zeit erfuhr, wann die Seinigen da oder dort gewesen und welche Richtung sie genommen, die er denn im Großen und Ganzen nicht verlor. Ephraim Kohen war allmählich solcher Gestalt bis Trebitsch in Mähren gelangt, einer der apokalyptischen „Sieben Gemeinden" dieser Markgrafschaft, in denen der jeweilige Rabbiner und Gerichtsvogt („Ab beth din") zugleich unter der Patronanz der „zahlreichen" Gemeinde (circa 1500 Einwohner) eine Jeschiwa halten durfte, deren Schüler Frei-

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