Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 5 (29.1.1937)
- Date
- 1937-01-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. S jUDISÜjBIB tIIESSB Sifte 3 Die polnische Armee und die Jfiiden Bei Behandlung des Budgets des Kriegsmihisteriums in der Budgetkommissiofi des Sejm führte der ftgudistische Deputierte Minzberg aus: Wir Juden haben uns bemüßigt gesehen, bei Behandlung des Budgets jedes Ministeriums unsere Einwendungen vorzubringen, Weil wir überall benachteiligt werden. Bei Behandlung des Budgets des Kriegsministeriums wollen Wir Weder Einwände erheben noch Kritik üben; die Armee hat sich von gewissen Einflüssen, die man jetzt in der Gesellschaft spielen läßt,» fernzuhalten gewußt. Wir Juden nehmen eine positive Haltung zu der Armee ein. Pogromführer in das Konzentrationslager gebracht In Verbindung mit der Ankündigung des Minister- Präsidenten Skladkowski, daß die Urheber der anti* * jüdischen Exzesse zur schärfsten Verantwortung gezogen werden, nahm die politische Polizei, neue Verhaftungen unter den Mitgliedern der nationaldemokratischen Partei im Bezirk Wysokie Mazowieckie, der vor kurzem Schauplatz von blutigen antisemitischen Ausschreitungen war, vor. .10 bekannte Mitglieder und Beiter der Bezirks- Organisation der nationaldemokratischen Partei in diesem Bezirk wurden in das Konzentrationslager in Bereza Kartuska, So׳ Mitglieder in das Untersuchungsgefängnis in Lomza eingeliefert. vos Wocbc *״ Woche Ein schweres Unwetter brachte ein Haus in J er ic salem und eines in der Nähe von Jenin zum Einstürz. Elf Personen fanden dabei den Tod. Gemäß einer amtlichen Verordnung müssen Juden, die Inhaber von Buchhandlungen in Deutschland sind, bis zum 31. März d. J. ihre Geschäfte liquidieren, ln jeder größeren Stadt wird nur eine jüdische Buchhandlung bestehen dürfen, die als solche äußerlich gekennzeichnet sein muß. Die Einlagen in den . paläst in ensisehen Niederlassungen ausländischer Banken betrugen Ende Oktober 1986 14,140.146 Pfund. Das bedeutet eine Steigerung von 80.000 Pfund gegenüber September 1936. Am 18. Jänner wurde in Warschau eine Landeskonferenz der Rabbiner Polens eröffnet, an der auch der Gaon von Wilna, Rabbi Chaim Oser Grodzenski, der Rabbi Von Beiz und andere Thoragroßen teilnehmen. Die nichtöffentlichen Beratungen gälten hauptsächlich den Auswirkungen des am 1. Jänner in Kraft getretenen rituelle S chä cht un g begrenzenden Gesetzes. Eine ägyptische Zeitung meldet, daß arabische Finanzgruppen in Palästina der ägyptischen Regierung angeboten haben, einen ständigen Autobusdienst zwischen Aegypten icnd Palä s,t ina einzurichten. In S zytnia Radomsk, wo vor einigen Tagen blutige antijüdische Exzesse vorkamen, wurden am 19. Jänner wiederum etwa dreißig Juden durch natiönaldemokratische Hicligans überfallen und verletzt, jiidisehe Geschäfte wurden demoliert. Schwere Exzesse kamen auch in den Städten Kosow-Lacki, Novygrad, Käluszin, Opoczno usw. vor. Im Oktober 1986 sind in Palästina 12 6 4 D un am Land von Juden erworben worden, die dafür 1314 Pfund zahlten. An der Wa r schauer Hauptuniversität wurden sieben , jüdische Studenten von Nationäldemokraten üb er f all en, alle Ueberfällenen erhielten sehr erliebliche Verletzungen. Der jemenitische Arbeiter David H amani, der am 5. Jänner bei Che der a von Arabern angriffen und schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Das erzbischöfliche Ordinariat von S alzb ur g richtet ein Rundschreiben an alle Matrikenführer, in dem darauf hingewiesen wird, daß es im Sinne des Erlasses des Bundeskanzleramtes verboten sei, die Abstammung von Personen, die in Deutsch- J land leben, auf ihr Ariert u m hin zu prüfen oder Vordrucke entsprechend auszufüllen. Das südafrikanische Parlament hat das von der Regierung vor gelegte Einwan der ungsge setz mit großer Mehrheit angenommen. Vor der Abstimmung gab der Minister Präsident in einer Erklärung zu, daß sich das Gesetz gegen eine weitere jüdische Einwanderung richte. Nach langen Unterhandlungen zwischen der Jewish Agency und der Regierung wurden soeben 100 neue jüdisc'he Träger im H aif aer Hafen eingestellt. Insgesamt arbeiten jetzt im Haifaer Hafen 850 Juden, die 40 Prozent der gesamten Belegschaft bilden. Das Kownoer Gericht verurteilte Bronius Poguschinski wegen Ermordung einer fünfköpfigen jiidisehen Familie im Städtchen Smilga zum Tode. Die Palestine Brewery Ltd. in Rischon le Zion, die größte Brauerei Palästinas, hat bis Ende des Jahres 1936 22.000 Hektoliter oder 3,3 Millionen Flaschen Bier erzeugt. Vor einigen Monaten hat sie auch mit der Mälzbierbrauerei begonnen. Der Präsident der Republik San Domingo, Trujillo, hat die Bereitschaft seiner Regierung erklärt, die Ansiedlung einer Million Juden im Verlauf von 25 Jahren auf dem Territorium der Republik zuzulassen und hierüber ein vertragliches Abkommen zu treffen. Die Republik San Domingo umfaßt etwa zwei Drittel von Haiti, der zweitgrößten Insel der Großen Antillen in Zentralamerika. Sie hat einen Umfang von 59.000 Quadratkilometer, Im April wird die polnische Flu g g es eilschaf t ״Lotcc den regelmäßigen Post- und Passagierdienst von Warschau nach T el-Aviv aufnehmen, H. Grün, H., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, E Vegetarische and IHätküöke unter Aufsicht der Adas Jisroel, Grete Stern, Wien, II., Herminengasse 10. Der Gripperekonvaleszent fühlt allgemeine Schwäche und Ermüdung. Die Muskeln sind schlaff, die Nerven abgespannt, Massieren Sie über ärztliche Vorschrift mit Alpa-Franzbranntwein, Dies erhöht den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln, belebt die Nerven und hebt die Tatkraft. Zerstäuben Sie Alpa in Wohn- und Gesellschafts« räumen! Hiedurch gründliche Luftdesinfektion. Fragen Sie Ihren Arzt! Aus der Agudas Jisroel Interventioh belm polnlscheit Gesandten in London Im Aufträge der Exekutive der agudistischen Welt- Organisation hat Herr H. A. Goodman beim polnischen Gesandten in London Vöfgespföchett, um ihn um Erleichterungen in der Durchführung des Schechita* Verbotes zu! bitten, M. Goodman konnte sich auf seine in London geführte Unterredung mit dem polnischen Außenminister Beck berufen, bei welcher der Minister ihm die Vermeidung aller Härten im Zusammenhang mit dem Schechitagesetz zusagte. H. A. Goodman verwies auch auf das von den polnischen Behörden an die jüdisehen Gemeinden gerichtete Zirkular, in welchem ein Abbau der Schochtim angeordnet wurde, und verlangte, daß es den jüdischen Gemeinden überlassen werde, nach eigenem Gutdünken die Regelung der Schochtimfrage vorzunehmen. Sehechitaverbot in Rumänien? Raw Zirelsohn, der Präsident der Agudas Jisroel in Bessarabien, hat sich mit einem öffentliehen Appell an alle Bürgermeister Rumäniens gewendet, die jüdische Schechita nicht zu erschweren. Anlaß zu diesem Aufruf gab eine Verord1־ nung des Bürgermeisters von Bukarest, welche die Betäubung der Tiere vor ihrer Hinrichtung obligat erklärt. Organisation der religiösen Händler in Erez Jisroel In Jerusalem wurde ein Verband der religiösen Händler in Erez Jisroel gegründet, der den Zweck hat, für eine strengere Handhabung der Schabbosruhe einzutreten. Insbesondere soll die Handelskammer Verordnungen nach dieser Richtung hin herausgeben. Die Juden in Barcelona bitten um Mazzos Das Mitglied des G. A. der Agudas Jisroel, Oberrabbiner Dr. Lewenstein, Zürich, hat ein Schreiben der jüdischen Gemeinde Barcelona erhalten, in welehern die Gemeinde auf ihre durch den Bürgerkrieg in Spanien hervorgerufene schwierige Situation ,hinweist und 11m Ueberlassung von 2000 Kilogramm Mazzos bittet. In Anbetracht der besonderen Wichtigkeit und Dringlichkeit der Sache hat sich Oberrabbiner Lewenstein ״mit den zuständigen agudistischen Instanzen in Verbindung gesetzt, um dem Ersuchen der Barcelonaer Judengemeinde nach Möglichkeit Rechnung tragen zu können. 80.000 Agudisten im Heiligen Lande Aus einer statistischen Aufstellung, die die Jerusalemer Aguda-Zentrale der Königlichen Kommission übergeben hat, geht hervor, daß die Zahl der Juden in Erez Jisroel, die durch die Aguda repräsentiert werden, auf 80.000 geschätzt wird. Poale Agudas Jisroel erwirbt Boden, Der Exekutive der Poale Agudas Jisroel im Heiligen Lande ist es nach langen Bemühungen gelungen, einen großen Bodenkomplex für den Chug Samson Raphael Hirsch zu erwerben. Der Boden liegt in unmittelbarer Nähe von Tel-Aviv. ״ ווווווווווווווווווווווווווווו<וו!1(!(1ווווווווו!ו!ווווווווווווו!ווווווווווווווו!וווווווווו!!ווווו1ווווו!ווווו!וו!ווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו Hexeneinmaleins Die •T. T. A. verbreitet; Zahlen über die Ergebnisse der Ende 1936 in Polen durchgeführten Neuwahlen der ' Vertretungen jüdischer Gemeinden; Die Statistik erfaßt 97 Städte der Wojwodschaften Warschau (die Stadt Warschau selbst bleibt unberücksichtigt), Lodz, Lublin, Kielce und;Bialystok. y*Die Gesamtzahl der Gemeindevertreter in diesen t 97 Gemeinden beträgt 959. Es!entfallen auf die Aguda 2 1 Prozent, auf die Zionistische Organisation 17,2 Prozent, mf den Misrachi 6,2 Prozent (.1)/auf die Rechten Poale Zion 5,5 Prozent, auf den ,JBund“ 8,8 Prozent, auf die Linken Poale Zion 1,8 Prozent} auf die Revisionisten 2,7 Prozent, auf die Folkisten 1 Prozent, auf den Verband der Kriegsteilnehmer 0,3 Prozent, auf die Handwerker 9,4 Prozent, auf die Kaufleute 1,1 Prozent, auf unparteiische religiöse Gruppen 15,5 Prozent und auf andere Unabhängige 9,5 Prozent.“ Diese für die Zionisten nicht sehr erhebenden Zahlen glaubt die •T. T. A. frisieren zu müssen. Wozu hätte man sonst die Mathematik erfunden? Und das wird so gemacht: ,,Unter den politischen Richtungen steht die Aguda an erster Stelle, wenn die einzelnen zionistischen Parteien gesondert angeführt werden. Faßt man dagegen die zionistischen Gruppen zusäm men, so nimmt die Aguda die zweite Stelle ein. Die auf dem Zionistenkongreß vertretenen zionistischen Gruppen allein vereinigten 28,9 Prozent der Gemeinde- Vertreter gegenüber 21 Prozent Agudisten.“ Der gute Mann übersieht dabei aber — oder tut vielmehr bloß so —, daß die 15,5 Prozent, die die restliehen religiösen Gruppen repräsentieren, ideologisch zur Aguda gehören, was sie bei jeder Gelegenheit auch praktisch bekunden. Vor lauter Prozentsätzen vergißt unser Rechenmeister die politischen Gegensätze, welche die einzelnen zionistischen Gruppen voneinander trennen, und die weltanschaulichen Grundsätze, welche die gesamte bewußte Orthodoxie vereinigen. In Wahrheit steht also den mühsam 1zusammengeleimten 28,9 zionistischen Prozenten ein orthodoxer Block gegenüber, auf den nicht weniger als 36,5 Prozent entfallen. Das dürfte auch den sonderbaren Statistiker beunruhigt haben. Wie käme er sonst auf die folgende Idee: ,Jnnerhalb der Gruppe der auf politische Listen Gewählten machen die Kongreßzionisten 45 Prozent aus“ Um das Wahlglück der Zionisten noch im nachhinein zu korrigieren, werden die Anteile der Verbände der Kaufleute, der Handwerker und der Kriegsteilnehmer, der religiösen und unabhängigen Gruppen, einfach unter den Tisch fallen gelassen und!darauf, frei nach Adam Riese, sogar 45 zionistische Prozent errechnet. Nur noch einen Schritt weiter brauchte man auf diesem Weg zu gehen und auch die Aguda nicht zu zählen, und die Zionisten hätten es auf nahezu volle 100 Prozent gebracht! Wir haben diesen J.-T.-A.-Bericht nicht nur zu dem Zweck näher beleuchtet, um zu beweisen, daß in Polen, wo das -ursprünglichste Judentum und das wertvollste jüdische Menschenmaterial zu Hause sind, die Aguda trotz aller Rechenkunststückchen und Mätzchen die weitaus stärkste Partei ist, sondern um auch gleichzeitig ein Schulbeispiel der zionistischen Demagogie zu liefern, die auch vor Ziffern nicht halt macht, Aufruf! An alle ernstdtefikenden, jüdischfühlenden Men* sehen ergeht unser Ruf: Bruder! Schwester! Erfüllst du die von G-tt gebotenen Eh ereinheits-Pf lichten? Hast du genügend Belehrung diesbezüglich genossen? Hast du überhaupt jemals von diesen wichtigen Vorschriften Kenntnis erhalten? Weißt du* daß die Reinheit im Ehe- und Familienleben im Sinne der Thora den Grundstein unseres Volkslebens und der ganzen jüdisehen Nation bildet? Jude! Jüdin 1 Rette diese letzte sichere Schutzmauer unserer Existenz durch Beobachtung der fundamentalen jüdischen Ehegesetze! Trage auch du bei, daß die kommende Generation gesünder und glücklicher werde! Eine Generation heiligen, reinen Ursprungs fordert von euch die jüdische Volksgesamtheit! Wir stellen kostenlos eine Broschüre in deutscher Sprache über diese wichtigen Vor- Schriften zur Verfügung. Studiert sie mit gebührendem Ernst. Denket und handelt darnach! Wem etwas unklar ist, dem stehen streng diskrete Männer und Frauen zur unentgeltlichen Unterweisung zur Verfügung. Das Büchlein ״Leitfaden durch das jüdische Eheleben“ ist gratis erhältlich an der Kasse der Mikwoh, Wien, II., Floßgasse 14 (einziges rituelles Bad in Wien), und beim Komitee für Taharas Hamischpochoh Wien, n., Glockengasse 13. Tür 7. Frauenhilfe der Adass Jisroel Dienstag, den 2. Februar, findet unser 5-Uhr־Tee, von den Damen Frau Klara Eisen und Frau Lola Schiff gemeinsam veranstaltet, im Lokal der ״Wienea“ statt. Die p. t. Mitglieder werden um zahlreiches Erscheinen gebeten, Gäste gerne gesehen. — Der Vorstand. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Schabbos Parschas Jissro spricht Herr Sekretär Moritz Spitzer um halb 11 Uhr vorm, in der ״Winea“. Aguda-Klub Wien Der seit einiger Zeit in Wien bestehende, Aguda- Klub hielt am 23. Tewes seine erste Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Moses Morgenstern ab. In den Vorstand wurden die Herren Salman Aschkenasy, Siegfried Richter, Salomon Weißbart, Philipp Feldheim, Schabse Schönfeld, Nathan Steiner, Sig. Forst, Daiwid Reismann, Selig Kaufmann, Ar je Roth gewählt. Der Vorstand appelliert an die jungen Baale-Batim, durch rege Anteilnahme an den Veranstaltungen und Zusammenkiinften (jeden Mittwoch abends zwischen 7 und 9 Uhr, Wien, II., Leopoldsgasse 26) die Ziele und Bestrebungen des Aguda-Klubs zu fördern. .׳׳'׳־ Agudas-Jisroel-Jugendgruppe, Wien. VII Am Sonntag, den 31. Jänner, um 5 Uhr nachmittags sprechen im Gelben Saal des Hotel Münchnerhof, VI., Mariahilferstraße 81, Herr Univ.-Prof. Dr. Max Eisler und Herr Prof. Dr. Artur Bogner über ״Deutschländer und sein Werk“. Eltemverein der Talmud-Thora-Schule Am Mittwoch, den 3. Februar, um halb 8 Uhr abends findet im Turnsaal der Schule, H., Malzgasse 16, ein Vortrag mit Lichtbildern des Schularztes Herrn Dr. Siegmund Erber über ״Die Tuberkulose im Kindesalter, deren Bekämpfung und Verhütung" statt. Gäste herzlich willkommen. TSCHECHOSLOWAKEI. Das Gesetz über die Organisation der jüdischen Gemeinden in Böhmen und Mähren angenommen Am 21. Jänner stand im Abgeordnetenhaus das bereits von den zuständigen Kommissionen bestätigte Gesetz der Organisierung der jüdischen Kultusgemeinden in Böhmen und Mähren-Schlesien, über das die Abgeordneten der ״Jüdischen Partei“ Dr. A. Goldstein und Dr. Ch. Kugel referierten, auf der Tagesordnung. Herr Dr. Kugel konnte nicht umhin, bei dieser Gelegenheit wieder die Demokratisierung des Wahlrechts in den Kultusgemeinden, mit dem wir uns schon einige Male beschäftigten, zu fordern. In der Debatte sagte der slowakische Volksparteiler (Hlinka) Pater Salat, vom christlichen Standpunkt sei es zu begrüßen, wenn Ordnung in die jüdischen Kultusgemeinden gebracht werde, weshalb die Volkspartei für das Gesetz stimmen werde. Er müsse jedoch an die Adresse der Mitbürger jüdischer Konfession die Forderung richten, daß sie sich gegenüber slowakischen und christlichen Angelegenheiten korrekt verhalten und insbesondere, daß die jüdische Jugend weder öffentlich noch geheim den Bolschewismus unterstütze. Ein anderer Abgeordneter, der sich ebenfalls dem Gesetzesentwurf anschloß, begründete dies damit, daß es schon Zeit sei, daß aus den jüdischen Gemeinden der alte ״aristokratische“ Geist ausgemerzt werde. In seinem Schlußworte protestierte Dr. Goldstein gegen die Behauptung des Abgeordneten Salat, daß die Juden in der Slowakei Bolschewiken seien. Es gebe jüdische Bolschewiken, wie es slowakische gibt, Man dürfe aber die Juden nicht pauschal als Bolschewiken bezeichnen, wie man auch die slowakische Nation nicht in ihrer Gesamtheit bolschewikisch nennen dürfe. Was die anderen Behauptungen betrifft, so weist er darauf hin, daß der Leitsatz ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ — man höre und staune! — von dem großen jüdischen Philosophen HiUel stamme. ,, Das Gesetz über die Organisation der jüdischen Ge* v meinden in den historischen Ländern wurde schließlich angenommen. Herrn Dr. Kugel dürfte es sich aller« dings nicht gelohnt haben, seine ״Demokratisierung“ wieder aufs Tapet zu bringen, da natürlich dieser An« trag nicht angenommen worden ist,