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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1837-08-19 · Heft 54 (19.8.1837) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
1 (1837)
Issue
Heft 54 (19.8.1837)
Date
1837-08-19
Page
Seite 216 (sequence 4)
Language
German
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216 ist katholischer Professor und Prediger, der manchen überverständigen protestantischen Gelehrten beschämt. Um nur die Fülle des Gebotmen umrißlich anzuzeigen, sieht sich Ref. geaöthigt, seine kritischen Bemerkungen zu unterdrücken, und er thut es um so lieber, als allgemeinm Lesern selten Recensentm - Ausstellungen behagen, dafür aber geneigter in ein eröffnetes Rundgemälde schauen. Nachdem der Verfasser in 24 Seiten Blumm aus der biblischen Literatur zum Vorgmuffe angeboren, worunter die seltfarbigsten der althebräischm Dichtung find, begibt er fich sogleich hin auf die Fluren des neuhebräischen Gesanges, um aus der neuesten schönen Literatur der Juden eine Ehrenrettung ( SNtcr* rnnsn) der jüdischen Literatur zu veranstalten. Den Reigen eröffnen einige Muster des erzählenden Vortrags und der modernen Versionen der Apocryphen, deren Meister Pleßner undFränkel sind, worauf dann eine Abhandlung von Reggio: »Die Schicksale der heiligen Gefäße des jerusalemischen Tempels nach dessen Zerstörung durch Titus,« dann: »Sittenbild der freien Juden in Mauritanien von Fischer« folgt. Hierauf beginnt erst (S.41) die eigentliche Blüthenlesc: Sirtensprüche'von Isaak Satanow,Fabeln und Idyllen von Joel Löwe, Ahron Wolfssohn und David Friedläuder, poetische Briefe von Wessely und M. Friedländer, poen'sche Betrachtungen von Mendelssohn, Pappenheim, Wessely, Abhandlungen von Reggio und Rapoport, und endlich Psalmen von Luzzatro, Satanow und Reggio schließen die erste Abtheilung dieses Blumengartens. Die zweite Abtheilung beginnt mir poetischen Musterstücken, mehr in abendländischer neuzeitiger Farbe. Oden von Schönfeld, Luzzatto, Wessely, Lieder von Franco-Mendez und Efraim Luzzatto, Lebensbilder von Mendelssohn, Luzzatto, Rapoport, Schönfeld, Elegieen von Wessely und Reggio, Fabel» von Benseeb, Haltern, Lindau, und mdlich musterhafte Beschreibungen, Räthsel und Epigramme. Musterstücke aus der epischen und dramatischen Poesie bilden den schönfarbigen Rahmen des Ganzen. Das Urtheil des Verfassers, in seiner am Schluffe der Sammlung angebrachten allgemeinen Bemerkung, über die moderne jüdische Literatur, ist großen Theils sehr richtig, und daraus wie aus der trefflichen Wahl läßt sich der offene und tiefblickende Sinn des Verfassers erkennm. »Schlüßlich wird bemerkt, heißt es Seite 341, daß sowohl in der deutschen als italienischen Schule die neueste hebräische Literatur ihren angestammte» Charakter unverändert bewahrt hat, nämlich: Religiosität, die alles auf Gott bezieht, als den Endzweck der Welt, und Keuschheit, die auch den Schein eines unehrbaren Ausdruckes vermeidet, um nicht das heilige Gefühl der Sittenreinheit und Unschuld zu verletzen. Dazu kommt noch der biblische Ausdruck; indem so viel wie möglich die Worte, Sätze und Satzstelluvgen, wie sie in den heiligen Schriften sich vorfinden, beibehalten sind. Endlich das eifrige Streben, den gegenwärtigen geistigen Standpunkt und Inhalt des Weltbewußtseins mit dem uralten Geiste der heiligen Schriften und deren Ausdrucke auszusöhnen. Zwar steht die neuere hebräische Literatur in Beziehung auf die Literatur anderer Völker theils an Umfang, theils an Originalüät zurück; doch wird wohl nicht ein Gegenstand sein, worin fich nicht eia hebräischer Gelehrter der letzten Zeit, und E»ar auf eine würdige Art, versucht hat.« Zn besonder» Bemerngeu (341—352) hat der Verf. nach einem richtigen Gefühle für historische Belehrung nach Kräften gesorgt; denn die grammatische und philologische, wenn fie nicht neu und originell sein kann, verschafft fich am Besten der Leser selbst,' sobald er nur gute Lehrbücher nachschlagen will. Als eine neue Erscheinung auf dem Gebiete der orientalischen Literatur verdient daher diese Chrestomathie die günstigste Aufnahme, als das erste reale Grundbuch zur Erlernung des Neuhebräischen die ausgebreitetste Berücksichtigung, und als ein schönes durch die gewählteste Mannigfaltigkeit unterhaltendes Buch die geneigteste Zuwendung. Ref. wünscht ihm einen solchen dreistrahlenden Kranz von Herzen. Dr. Zulius Fürst. The Origin of tbe Aegyptian Langnage, proued by the Analysis of that and the Hebreve, in an introductory essay. By Dr. L. Loewe, Meniber of the Societe Asiatique of Paris. Extracted from the Asiat!« Journal. London 1337. Obwohl mit geringen Ergebnissen hatten die biblischen Sprachforscher des 17. Zahrhundetts einen großen Eifer in dem Studium des egyptischen und koptischen Sprachdialekts gezeigt, und sich den Dank der Gelehrten schon dadurch erworben, daß sie die Aufmerksamkeit auf ejnen Gegenstand hingeleitet, welcher das Interesse eines jeden Geschrchtsfteundes erregt, der mit einem Lande besser bekannt sein will, das als die Wiege der Künste und Wissenschaften bettachttt werden muß. Seitdem Kircher, Peträus, Blumberg und andere Zeitgenossen derselben ihre ersten Untersuchungen hierin angestellt und in größeren und kleineren Schriften veröffentlicht, ist vis zum Jahre 1808 nur Unbedeutendes zu Tage gefördett worden, und erst eine neuerdings zu Rosette gefundene Inschrift mußte zu lebendigerer Forschung.in den Sprachdenkmälern der alten Egyprer Veranlassung geben. Verfasser obigen Schriftchens hat sich daher kein geringes Verdienst durch, einen besonder» Abdruck dieser Abhandlung aus dem Asiat!« Journal erworben , und sind gewiß noch die wichtigsten Resultate von dem Studium des Verfassers zu ermatten. Herr Löwe beginnt mit der Untersuchung des Wottes nass nars, als des Beinamen, welchen Pharao dem Joseph gegeben und erklärt denselben nach Anführung einer Menge analoger Stellen mit Son of the God of Life. Denn, sagt der Berf.: he told him ■what his fature Situation would be and called him: son of the God of Life. — Er geht nun die verschiedenen Redetheile in der egyptischen Sprache durch, mit dem Artikel beginnend. Dieser entspricht, seiner Meinung nach, bem Pronomen demonstr. 33 here, thishere, einem Laute, der, indem er auf.einen Gegenstand hindeuten soll, aus der Aspirate n vnd dem Druck der Lippe 3 entstand. Der Berf. bettachtet übrigens den Artikel als die wahrhafte Basis einer jeden Sprache- Eben so stimmt Hr. Löwe nicht mit den Grammatikern überein, wenn er das Dagesch nach dem •"> nicht als ein Compensati-ram des arabischen V, sondern eines andern n oder Aspiraten, betrachtet. — Der feminine Artikel entspttcht dem Hebr. n, wie in n*w>2, nna: dgl., oder im Berbo: -]Sr>, — Der Plural enthält das hebr. Sufsixum o^, oder bloß d, bei den Verdis hingegen i wie in’jn u. s. w. — Der egyptische Genitiv entspricht dem hebr., insofern er eine Zusammensetzung, ähnlich der aus 1» und nt* ist, gleich dem ftanz. du de le. — Der Dativ wird durch einen Ott oder Raum im Egyptischen bezeichnet, wohin etwas gebracht wird, entsprechend dem hebr. — *?. — Eben so gleicht der Accusativ einer Abkürzung aus dem hebr. nt«, und der Ablativ eorresponditt dem Wotte 1». — Der Comparativ steht, durch die schnelle Aussprache eines Pattrkels gleich fr«. Ebenso wird der Supttlativ oder auch durch das Wott öfter in Verbindung mit ln bezeichnet; taller tban all de others. Der Verf. zeigt ferner die ftappante Aehnlichktit der Personalpronomen in beiden Sprachen, und geht dann zur Analysis von mehreren hundett Wöttern über, von denen einige in ihrer höchst scharfsinnigen Durchführung hier avzuführen nur der Mangel an koptischen Typen hivdett. Als Anhang befindtt fich noch die koptische Uebersetzung der erste» zwei Verse des ersten Kapitels der Psalmen, welche zur Bequemlichkeit mit arabischen Lettern bezeichnet und wöttlich lateinisch verfitt find. — Natürlich, daß bei fortgesetzten Studien der Berf. manches seiner Resultate noch bettchtigen, und seine Ansicht weiter begründen wird. A. M. P. Redacteur: Dr. L. Philipps»». — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von W. Haack.

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