Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1865)
- Date
- 1865-06-13
- Page
- Seite 362 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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IplSillSSKi -MM/M "AM < ^icht' minder ausfällig ist. der Inhalt:- 'wie. wir bereits von , Herrn W. gewohyt >. sind, > unter einzelnen ftbemerkenswerthen Sätzen und geistreichen, neuen Einfällen und Gedanken so arge Uebertreibungen, so einseitige Auffassungen, und Wahres und Falschesin so buntem Gemisch, daß statt Bewunderung Bedauern, statt ' Zustimmung entschiedene .'Zurückweisung eintritt. Wir sagen Bedauern, denn die Unerschrockenheit, mit welcher W. alle seine Gedanken ausspricht, und die Originalität mancher seiner, Ansichten würden uns in ihm einen der - tüchtigsten Kämpfer für Recht und Wahrheit erblicken lassen, wenn er nicht gleich wieder'allen Erfolg durch die vielen Verkehrtheiten,. Verdrehungen und Einseitigkeiten verdürbe. Der Leser fühlt sich von diesen so abgestoßen, daß die ausgesprochenen Wahrheiten keinen Eingang finden. Auf Einzelnes können wir nicht eingehen, weil wir sonst mindestens eine gleichgroße Broschüre schreiben müßten. —^ „Grundlage zu einem wissenschaftlichen Unterrichte in der mosaischen Religion. Von vr. Jos. Äub." (Mainz, 1865. Jourdan.) Auch über diese Schrift müssen wir uns eine vollständige Besprechung Vorbehalten. — „L’hygifcne publique chez . les Juifs, son importance, et sa signification dans l’histoire g6n&*ale de la civilisation par M. Marc. Borchard, docleur en medecine etc.“ (Paris, chez 1’auteur, 1865.) Wir begreifen diese Schrift sehr wohl. Sie ist eine warme Schutzschrift für die Religion und,'das Gesetz Israels; sie setzt in einer schwungreichen Sprache, mit der Energie der Ueberzeugung die socialen Grundsätze des Mosaismus auseinander, und wenn sie darin gerade nichts Neues leistet, so thut doch in unsrer Zeit die immer wiederholte Darlegung noch sehr Noch, und die logische Schärfe und Innigkeit des Gemüthes schafft dem Verf. einen guten Erfolg. Wir begreifen nur nicht den Titel der Broschüre, da gerade von der öffentlichen sehr wenig in ihr vorkommt.,— Landsberg a/W. 27. Mai. Es sei mir gestattet, den Leserkreis dieses geschätzten Blattes auf die bevorstehende Veröffentlichung eines gediegenen, jahrelangen Studien entsprossenen Werkes aufmerksam zu machen. Ich - meine die kritische Ausgabe des Raschi-Commentar's zum Pentateuch, veranstaltet vom Prediger Berliner aus Arnswalde. Den Lesern des Hamagid hat Herr B. selber über Ziel und Plan seiner Arbeit, wie über den handschriftlichen und sonstigen Apparat, der ihm zur Verfügung stand, Auskunft ertheilt. Aus dieser Selbstanzeige war^zu entnehmen, daß Herr B. alle Momente, auf die V Zunz schonin seiner Raschi-Biog'raphie (S. 349) den hinweist, der einst an die kritische Text-Edition gehen würde, in den Bereich seiner Studien gezogen. Bor einigen Tagen nun wurde Referenten vom Verfasser ein Einblick in die höchst schätzbare Arbeit, auf die nach erfolgter .Publikation eingehend in diesem Blatte zu berichten ich mir Vorbehalte, gestattet, und ich halte es für meine Pflicht, schon jetzt das Augenmerk aller Verehrer Raschi's, zu denen gewiß alle Talmudkundigen gehören, auf die B.'sche Ausgabe zu richten. Der Reichthum neuer Lesearten, der Nachweis verwirrender und gar manchen Pilpul veranlassender Textes-Jnterpolationen und Corruptionen, die Begründung von Emendationen, und ein genauer Quellennachweis, der nicht allein die beiden Talmude, Midrasch Rabboth, Pesikta Tanchuma, Tosifta, Targumim, Jalkut, Pirke d. R. Elieser und noch andere seltene Midraschim, sondern auch die spätere Literatur berücksichtigt, sichern der Arbeit des H.. Berliner die wärmste Anerkennung. Daß. diese nicht blos eine ideale bleibe, daß sie durch reichen Ankauf des Buches für den Hrn. Verfasser sich auch zu einer materiellen gestalte — dazu, beizutragen ist der Zweck dieser Zeilen und die Pflicht jedes Freundes unserer Literatur. Rabbiner vr. Klemperer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dessau, 31. Mai. Unzählige in der Nähe und Ferne werden nicht ohne Wehmuth und Bewegung die Nachricht vernehmen, daß in Dessau am 18. Mai d. I. der Herzogs. Schuldirektor vr. David Frankel im Alter von 86 Jahren und vier Wochen verschieden ist. Der Verewigte, als Schulmann und Schriftsteller einer der verdientesten Männer Deutschlands, gehörte seinem Ursprünge nach Berlin an, wo er am 20. Juli 1779 im Hanse seines Großvaters Markuse (dem nachmaligen du Titre'schen Hause) in der Poststraße, als ein Sprössling jener auserwählten Schaar von hochgeachteten, durch Reichthum, Bildung und edle Sitten ausgezeichneten Familien geboren wurde, welche,.