Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 2 (3.1.1848)
- Date
- 1848-01-03
- Page
- Seite 30 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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30 auch be! Gelegenheit dieser nationellen Feste gewaltig kompromitirt und nach herkömmlicher Weife viel böses Blut gemacht; doch davon mögen Ihnen Andere berichten, ich mag mit dieser unseligen Erbärmlichkeit Nichts zu thun haben. Zu meinen gewohnten Arbeiten und Studien zurückkehrend, finde ich auf meinem Schreibtische eine Menge neuer Bücher und Broschüren angehäuft, mit welchen ein menschenfreundlicher Buchhändler für meine weitere Fortbildung zu sorgen beabsichtiget. Eine der Letzteren, die ich so eben durchgeblickt, leitete meine Aufmerksamkeit auf Betrachtung eines alten Ereignisses, dessen Beleuchtung aber mit meinen früheren und meinen künftigen Briefen in viel zu innigem Zusammenhänge steht, als daß ich Ihnen dieselbe vorenthalten könnte. Bekanntermaßen hat nämlich der Kaiser Julian im Jahre 363 den Tempel zu Jerusalem und den damit verbundenen Opferkultus restauriren wollen. Aber der Himmel war diesem Unternehmen nicht günstig. Nicht nur verzehrte ein unterirdisches Feuer die Arbeiter, was ja Grund genug gewesen wäre, das begonnene Werk zu unterbrechen, welches durch den bald nachher erfolgten Tod des abtrünnigen Kaisers natürlich ganz unterblieb; sondern es sollen sich, nach den Berichten der wundergläubigen Kirchenhistoriker, außerdem noch viele außerordentliche Dinge zugetragen haben. Die Erde bebte, am Himmel stand ein leuchtendes Kreuz gezeichnet, und dasselbe glänzte auf einmal wunderbarer Weise auf den Kleidern aller Anwesenden, und derlei Erscheinungen mehr, wie Gregor von Nazianz, Sozomenus, Theodoret, Sokrates und Philostorgius ausführlich beschreiben. Ich will hier auf diesen Theil jenes Ereignisses nicht weiter eingehen und nur bemerken, daß der künftige Geschichtsschreiber der Juden auf das, was Sokrates (111, 20) von der Stellung des damaligen Bischofs zu Jerusalem, Cyrill, zu jener Katastrophe berichtet, zu achten hätte, und wonach die Hypothese des Bischofs Münter über die Entstehung des unterirdischen Feuers, welcher auch Jost (Geschichte IV, 255) beigetreten, einer abermaligen Prüfung zu unterziehen wäre. (Vergl. Schmidts Zeitschrift für Geschichte, V, 415.) Was ich hervorheben will ist die von Zeitgenossen verbürgte Thatsache, daß bei der beabsichtigten Tempelrestauration des Julian auch viele Juden thätig gewesen, und daß der damalige Patriarch keine Einsprache dagegen erhoben. Wer dieser Patriarch gewesen sei r wird die größere Zahl Ihrer Leser nicht interessiren, auch will ich in der Eruirung seines Namens der sehr wünschenswerthen Erörterung Rapaports nicht vorgreifen. (Wahrscheinlich war's kein Anderer als Juda III.) Interessanter, und für die Kenntniß der heutigen Parteien im Judenthume wichtiger, ist die Frage: wie sich der orthodoxe Rabbinism zur Wiederherstellung des Opferdienstes in Jerusalem vor Ankunft des Messias verhalte. Ich sage: vor Ankunft des Messias; denn das nach dessen Eintreffen der Preis des Schlachtviehes und der Trauben in Syrien steigen werde, verstehet sich von selbst; und wenn den dortigen Viehhändlern, die von dem verläßlichen Jacob Emden*) angeführte Prophezeihung des Sohar's, welcher zufolge in dem gegenwärtigen Jahre, d. i. 5608 nach Erschaffung der Welt, der Messias unfehlbar kommen müsse, bekannt wäre, so würden wir ohne Zweifel von bedeutenden Spekulationen in jenem Artikel zu lesen bekommen. Aber ich will von solchen Eventualitäten durchaus nicht reden; sondern mich nur an die praktische Frage halten: was hält die rabbinische Orthodoxie von dem Opferkultus in vormessianischer Zeit? Billigt sie das Betragen der jüdischen Zeitgenossen Julian's, oder billigt sie es nicht —? Die moderne Orthodoxie sagt freilich: nein! Ihr Herold Hirsch sagt (§. 624): „Als Israel als Volk Gottes auf Gottes Boden (!!) lebte, hatte dieser innere Gottesdienst neben seinem Ausdruck in Wort noch den der sinnbildlichen Handlung." Und dieser Ausdruck wird im Laufe des Paragraphen noch zweimal wiederholt. Alles im Widerspruche mit dem Talmud, nach welchem das Opfer keine symbolische, sondern wirklich und wahrhaftig versöhnende Bedeutsamkeit hat. Nur nach dieser talmudisch unbestrittenen, und von den Pajtanim verherherrlichten Theorie hat das Seufzen nach Wiederherstellung der Opfer einen Sinn. Wer jammerte nach einem Sinnbilde, das dem Worte nur als Ne- - id'y Hb yi ni8ip!i nnn (* ip» 1N7N 1DÖ iW isb Ölp» {111521211 {13121 Hh 1N8 11» 1N1853 11527 Tl»8{! yp{H25 .W121N Ö^l»