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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-11-19 · Heft 47 (19.11.1842) · p. Seite 693

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 47 (19.11.1842)
Date
1842-11-19
Page
Seite 693 (sequence 5)
Language
German
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693 aufgegangen, der wird sich auch durch künstliche Verdunkelung des lichten Tages nicht schrecken lassen! Ich habe mich fast ausschließlich der praktischen Laufbahn zugewendet, und kann Sie somit nicht an das Wenige, was ich geschrieben, verweisen. „Non multa, sed multum“ kann heutigen Tages nicht genug beherzigt werden. Aber öffnen Sie die Augen, und andere lebende Aerzte, die Juden sind oder waren, mögen Sie belehren, daß Glaube und Wissen himmelweit voneinander verschieden sind. Glaube und Religion — das Größte und Höchste im Reiche höherer Sphären, das Heiligste in menschlicher Brust, sind aber keine Schutzwehr gegen Seichtheit im positiven Wissen, und die Werke eines Valentin können wahrlich in den Augen denkender Wesen darum an Gehalt nichF verlieren, weil seine Mutter vielleicht Rebecca und nicht Katharina hieß. — Sie werden meine Schilderung nicht allgemein anwendbar finden, werden mir auch wahrscheinlich Ausnahmen auffinden können. Aber ein Glied bildet keine Kette, sowie Ihre Betrachtung und Beurtheilung, Gott sei Dank! nur Ausnahme ist, keineswegs Gemeingeist meiner Kollegen; schlechte, niedrige Individualitäten lassen sich in jedem Volke, in jeder Nation, ja in jedem Stande, wessen Glaubens er auch sei, überall und immer Nachweisen. Ein billig Rechtender schließt nicht von Einzelnheiten auf's Ganze. Ganz anders hat v. Walther") den vermehrten Zugang von Israeliten zu dem ärztlichen Stande erklärt: „Er findet den Grund in der unter den Israeliten sich mehr ausbreitenden Bildung und Veredlung, sowie anderseits auch darin, daß mehrere gelehrte und gebildete höhere Stände ihnen noch verschlossen sind." Pr eußen. Nordhausen, 26. Oktober. (Privatmitth.) Als einen erfreulichen Beweis, daß Se. Majestät Kunst und Wissenschaft und ein ehrenwerthes, thätiges Leben auch im Israeliten geehrt wissen will, haben wir zu berichten, daß der König dem hiesigen praktischen Arzte vr. med. M. A. Wessely, einem ") Ueber das Verh. der Med. zur Chir. 1841. sehr achtbaren Mitgliede unsrer Gemeinde, unterm 12. d. M. den Titel eines Sanitätsrathes zu ertheilen geruht. Der vr. Wessely ist ein Brudersenkel des gefeierten Hartwig Wessely. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 13. Oktober. Angekommen: Doktor Hermes und die neueste Zeit, oder die Judenfrage. Eine Flugschrift von A. Ochs, Vorsteher des Handlungs-Institutes in Köln. Köln, 1842. Diese Schrift ist eine anderweitige Beantwortung der Erwiderungen, die Herr Hermes uns ertheilt hat, und ist somit als tüchtiges Supplement zu unseren Repliken zu betrachten. Das kleine Schristchen hat es insonders verstanden, dem Herrn Hermes die Maske abzuziehen, daß er, der nur ein Gegner sein wollte, ein aufrichtiger Judenfeind und Hasser ist, und die Ruhe, die er in diesem Streite zum Scheine trug, eben nur erheuchelt ist. Wir empfehlen diese, in körniger Sprache abgefaßte Flugschrift denen, die sich an diesem Kampfe intercssirten. Magdeburg, 14. Oktober. Angekommen: Panties d’un crovant israelile, par J. Anspach, traducteur du Rituel des prieres Israelites. Metz et Paris, 1842. („Worte eines gläubigen Israeliten.") Wir können unser Vergnügen über das vorliegende Werkchcn (105 Seiten) nicht sattsam genug ausdrücken, und empsel)- len wir es zu einer recht baldigen Uebertragung in's Deutsche irgend einem Befähigten. — Das Motiv dieser Schrift wird (S. 34) klar ausgesprochen: „wir suchen nicht Proselyten zu machen, sondern die Israeliten gegen den um sich greifenden Geist des Pcoselytismus zu schützen, der uns von allen Seiten u mg lebt." Zwei Fragen sind es, die der Verfasser zu beantworten sich bemüht: 1) ist die jüdische Religion in ihren Grundsätzen und Formen außerhalb der sozialen Verbesserungen? 2) Hat sie in der Ordnung der göttlichen Offenbarung durch die christliche Religion ersetzt werden können? — Auf die Beantwortung dieser beiden Fragen ist unsre ganze Zeit gerichtet, und wenn nun auch diese Fragen erschöpfender, detaillirter und mit noch tieferem Inhalte beantwortet werden können, so hat doch der Vers, es verstanden, einfach, überzeugend und

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