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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 57

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 57)
Language
German
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IRI
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— 56 — diese, kann nichts als gut oder schlecht betrachtet werden1), gut ist nur das, dessen Erfüllung in* Buche Alläh's oder in der Sünna des Propheten gefordert wird, schlecht ist nur die Auflehnung gegen, den geoffenbarten Willen Alläh's. Darum kann man auch nicht von einer Gerechtigkeit Gottes sprechen, denn es giebt kein Maass, nach welchem seine Thaten beurtheilt werden könnten. Es giebt auch keinen Zweck, den er durch sein Wirken hätte erreichen wollen und es giebt auch keine Ursache, die sein Wirken bestimmen würde2). Die von Mahn, in diesem Capitel erwähnten Ansichten der Mu'taziliten hatten wir schon Gelegenheit aus den Quellen zu belegen. Auch ihre Grundanschauung, nach welcher überall die vergeltende Gerechtigkeit Gottes walten muss, so dass auch die Thiere auch für die erlittenen Schmerzen im Jenseits entschädigt werden sollen, wird von Maimonides nicht gebilligt. Eine solche Anschauung von der Gerechtigkeit Gottes scheint ihm zu weit zu gehen3). Es ist hier nicht unsere Aufgabe die Ansichten des Maim. zu behandeln, aber wir wollen eine höchst characteristische Aeusserung hervorheben. Maimonides sagt: „Die Annahme von der Willensfreiheit des Menschen ist ein Grundsatz, in Betreff dessen wir nie gehört haben, dass Jemand von unserer Gemeinschaft oder von den Anhängern unserer Religion an seiner Wahrheit gezweifelt hätte". Die Ansicht des Maimonides entspricht geschichtlichen Thatsachen. Die Lehre von der Willensfreiheit war im Judenthume ein Postulat des Bewusstseins der Verantwortlichkeit, welches unter dem Einflnss der Lehren der Propheten immer ein lebhaftes war. Keiner wagte an dieser Lehre zu rütteln, bis Chasdai Kreskas, wohl unter dem Einflüsse al-Gazäli's, sie angezweifelt hat und dessen Anschauungen auf diejenigen Spinoza's eingewirkt, haben. Dass Maim. die Lehre von der Willensfreiheit so scharf betont, ist um so höher anzuschlagen, weil er inmitten einer fatalistisch gesinnten Gesellschaft lebte. — Ausser den Ausfuhrungen des Maimonides im „Führer" gibt es noch einzelne Stellen in seinen übrigen Schriften, die den Kaläm berühren. In seinem „Sendschreiben über die Auferstehung"4) spricht er sich abfällig aus über eine Schrift des Samuel b. Ali aus Bagdad, weil er Ansichten der Mutakallimün für philosophische ausgab und das „Risälat al-ma'äd" des Ibn Sinä als ein philosophisches Werk betrachtete5). Die Capitel, welche Maimüni im „Führer" der Darstellung des Kalams widmet, sind für dessen J) Irsäd 56a. U% ouJ^i (J^> x^Uä \ ^Jle <3ju JJbui * Jw^s WäJÜ q.-*^U 'S ^! ä£J<3 ^J> l3jüit Juolj £-#-«Jf ^>-y**> ^Jü* £f> f^i*'^} ^yi^*^^ . gJt g^iü U*s SJiÜ u5Ü<3j£ xj 's>Aj$ jLy^fli '*Ä«:p5] \*wJL>3 Nihäjat 126 a. qLoj g^äti^ q^m^uJI CÄS=Üt J^t yA>-a £**Jl Ojyj J^js oLxJl j^JLc v_^U JwäxJf *JÜi v_^^>U . gJ5 Lyi &JÜI vJubCÜ! pS^~ ^J, ^Uäj Jju J<fi*J5 Qt Al-Igi 135. Maf. III S. 34. Die mutazilitischen Anschauungen über diese Frage finden wir Magmü' 119a ff. Muht. 67b ff. 2) Darauf kommt Mahn., More III, Cap. 25, wieder zu sprechen. — NihSjat 135 b. oüs^üf J^t iü äJUj> £J$\3 yjiX^Ü oUaöIj (jo^% /l^t jJuJI vJüL> &Jdi Gt o^l\5 £ d~&l XxsU »,i &3 'wäLi *A*J| c^^Xä s\y^ JjtäJi ^3 vi^cb ^5 &JUsf ^J> *J {j&jC- Jotäjf aJCatö' ,jwwJ ö\ oiJLs^JU XxsLi &JL*J| ^X'i aXstiAsJ äJLc «JUJLo iülc Ja v-^ww ^5 Jwols> Mufassal, S. 91. 0j^J g &JÜI &«st a\ J*. ym ftte iÜ^xJÜ Iä*> xxJtj Xot üJL« iÜüLx^ £i jdüi ^Uii . oLsüt gjLAa* jüLftjj äUjw *a\£s4} Maf. V 313, 594. Al-Igi S. 155. 3) Ueber die Ansicht des CJltM-M über die Schmerzen der Thiere s. Kaufmann, Attributenlehre S. 503 4) Kobez 9 a. s) Ueber die Stelle s. Steinschneider, Alfäräbi S. 35.

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