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Der Orient · 1844-04-09 · Heft 15 (9.4.1844) · p. Seite 120

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 15 (9.4.1844)
Date
1844-04-09
Page
Seite 120 (sequence 15)
Language
German
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120 ucnbe Stimme zu erheben, und zu diesem Endzweck folgen läßt: 15) Fünf Exemplare einer gedruckten ^deutschen) Schrift, unter dem Titel: Beweis aus der jüdischen Religion hergenommen, daß die Juden in christlichen Staaten nicht emanzipirt werden können, wenn sich die Christen nicht dadurch ihnen zinspflichtig und dienstbar machen wollen. Hervorgerufen durch Herrn Dr. Steinheim's Meditationen, von H. Reichend ach. Cand. chii\ 16) Mit einem Schreiben vom letztverwichenen 9. Juni nebst Beilage, ctne vom studiosus philologiae 2tutenrieth (den Wergeland als einen gebornen Deutschen und Lehrer seiner Muttersprache bezeichnet) mitgetheilte Beurtheilung der Reichenbach'schen Schrift, des Inhalts, daß dieselbe 25 grammatikalische Fehler, und noch weit zahlreichere stylistische Sünden und Verstöße gegen die Gesetze des Periodenbaues enthalte, und daß ihr Inhalt der Form entsprechend sei. Uebrigens wird angeführt, daß unter Cand. chir. nur „ein angehender Feldscheer oder Barbiergesell zu verstehen sei, der dse Konigl. Erlaubniß erlangt, die chirurgischen Vorlesungen an der Universität besuchen zu dürfen." In einer durch den Büreauchef Wergeland veranlaßten Beurtheilung der fraglichen Schrift durch den Oberlehrer Musaus — in der Zeitschrift „der Forscher" (Granskeren) vom 19. Juni d. I. (5tes Heft. Nr. 37,38) abgedruckt — wird dieselbe ein Mischmasch der unter dem rohsten Pöbel herrschenden Vorurtheile gegen Anhänger des mosaischen Glaubens genannt, von dem vernünftiger Weise nicht angenommen werden könne, daß er Einfluß auf das Urtheil aufgeklärter Männer über die Glieder dieser Religionsgenoffenschaft ausüben wird. Die Ansicht der Kommiteen über diese Schrift weicht nicht sehr von der angeführten ab. Es kann, ihres Erachtens, nicht innerhalb der Grenzen ihrer Verpflichtungen liegen, die Uebersetzung derselben, die ihr nur zur Benutzung zugesiellt worden, für das Stört hing zu veranstalten, insonderheit da solche von der erwähnten Beschaffenheit befunden wird. Und diese ihre unverkennbare Beschaffenheit macht es auch unnöthig, ferner bei ihrem Inhalt zu verweilen. Der abgeordnete Bischof v. d. Lippe, hat mit einem Schreiben v. 16. Juni d. I. dem St orthing eingesandt: 17) Eine Vorstellung, unterzeichnet von 36 Kaufleuten in Christianshand, und darin begründet, daß die Kaufreute dieser Stadt, da es dort keine Handelskomiteen gäbe, keine Gelegenheit gehabt, sich über „den Vorschlag dahingehend, daß den Juden gestattet werde, sich im Lande nied erzulasscn" .auszusprechen: (Fortsetzung folgt.) Personalchronik und Miseellen. Statistisches. Im Lycker Kreis (Ostpreußen) wohnen 94 mit Staatsbürgerrecht ansässige Juden. — In der Stadt Köln wohnen ^84, im ganzen Regierungsbezirke 5219 Juden. — In Koblenz leben 349 Juden. — In der Steift und den Vorstädten von Algier zählt man 5758, in der Previnz überhaupt (?) 6033 Juden. — Schulstatistik. Die jüd. Gemeinde-Knabenschule Herrn Baruch A u erb ach in Berlin hielt am 19. März ihr jährl. Examen. Der Minister Eichhorn hatte der Schule Ms der Staatskasse 20 Thlr. zur Bekleidung dürftiger Schüler bewilligt. Die Schule zählt 126 Schüler in 4 Klaffen. SSon den 33 im I. 1843 abgegangen, wurden 19 Handwerker und Künstler, 4 Kaufleute und!0 in andere Anstalten ausgenommen. Im Jahre 1843 waren 44 Schüler hinzugekommen. Vermischtes. Die jüd. Gemeinden des Herzogthums Nassau haben dem Neuvermählten Herzog!. Paare ein trefflich gearbeitetes silbernes Schachspiel zum Geschenke gemacht. — Die A. A. Z. zieht gegen die Köln. Zeit, wegen ihrer Fürsprache für die poln.-ruff. Juden los. — Dr. Hirschfeld soll in Paris für seinen Zweck, die Uebersiedellmg der von Haus und Hof vertriebenen Juden nach Nord-Amerika, Unterstützung gewonnen haben.— Ueber die russ. Negierung gießt auch Dr. Nauwerk in seinen Berliner Blätterns!) seinen vollen Zorn aus. — Die Rabbiner in Rußland sollen allen Schmugglern mit dem Bann gedroht haben. — Die Schweiz. Gemeinde in Endingen (Kanton Aargau in der Schweiz) sucht einen jüd. Elementar- und Religionslehm für ihre mittlere isr. Schule (Gehalt: 320 Schweizerfranken). i Für die Juden: Zeller in seiner Abhandlung über den christl. Staat (Jahrb. der Gegenwart, Januar- und Februarheft 1844) und mittelbar Dr. F. Meier gegen Z. Nork (ebendaselbst im Februarheft); gegen die nichttalmudischen Juden Marx im Bande 1. der deutsch-franz. Jahrbücher. —, Die Orthodoxie sucht die W i ssen schaft. Dü orthodoxe Partei in Franks, a. M. soll sich an Dr. Zun; gewandt haben, um von ihm ein Gutachten über die obligatorische Kraft der Beschneidung zu erhalten. " Rückfälle. Die A. 2T. Zeit, nimmt ihre erheucheln Sympathie für die Grenzjuden schon wieder zurück. * * * Unter dem Titel: „Die Frankfurter Resormfreunde, das moderne Judenthum und die neue Zeit. Ein Beitrag zur Kritik religiöser und socialer Zustände der Gegenwart, Leipz. bei Herbig 1844", hat Herr Albert Fränkel, bisher stud. pkil. in Berlin, seit Kurzem in Dessau bei seinem Vater, dem Direktor David Fränkel, Herausa. der Sulamir (an deren Letztem Hefte auch der Sohn bereits Theil genommen) verweilend, eine Zeitfrage erörtert. In B. Bäuerischer Weise soll auch Dr. Marx, früher Mitglied der Rhein. Zeitung, in den deutsch - franz. Jahrbüchern (Bd.!. Paris 1844) über die Juden sich haben vernehmen taffen. Druck von I. H. Nagel« Verlag von C. L. Fritzsche.

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