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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1919-08-29 · 34 (29.8.1919) · p. Seite 451

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
36 (1919)
Issue
34 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 451 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 34 Dr. BLÖCH'S WOCHENSCHRIFT Seite 54? König Kasimir geriet in AZorn (iariiber und wollte die Schuldigein bestrafen, -doch' Esterka .begütigte Ä:. „Was hfeweisen diese Aufschriften anderes/' rief sie lachend; „als1 üaßi war glücklich sind, daß wir uns Uebfein mitten in feiner Welt voll Mißgunst und Haß. Besser 'beneidet als bedauert . 'werden." Aptt. folgenden' Morgen ließ sie aber selbst so groß, daß iman; es weiMn lesen konnte, und s'o hoch, daß es1 niemand auslös'chlen konnte, über "das Tor ihres Paläste^ schreiben: Hier Iw^ohht die glückliche Esterka, Schneiderstöchter aus "Opoczno, Königin in ihrem Haus'el ... - ". ••* *. * ' Esterka isc^elrikte dem! König drei Kinder, zwei Söhine, Palka und Niemira, welche er christlich', und eine Tochter Reb'ekka,!wielche er im mosaischen Glauben erziehen ließ;. Sje stellest richte fromm1, go|tesfürchtig und in jeder Beziehung tadellos1; ein Muster für die . vornehmen Frauen Polens1, deren Sitten leicht und roh' *w!aren. Sie-J^eobachtete streng die Gesetze ihres Glauh'ens' und erfüllte alle „ihre Pflichten einer jüdischen Frau 'mit Eifer und Lust. _' Niemals forderte sie tdie Welt heraus', sie zeigte sich' Weder öffentlich, noch ließ sie fremde Augen die königliche PrachTsehen, welche isie in Lobzow umgab. Doch geraide in ihrer Bescheidenheit/in ihren, häuslichen. Tugenden lag ein großer. Teil Aires1 Reizes und ihrer Mächt üjber den König. Bei ihr suchte er jeden Abend Erholung von den Staatsges'chäftpn..- , Kasinnr der Große war:. den Juden stets' geneigt gewesen und hatte 'sie durch s'eihe Humanität und Toleranz" iheht und mehr nach Polen gezogen." Durch den Einfluß Esterkas' wlurde jedoch die Lage ihrer Glauhejnsgenos's'en noch! um vieles günstiger. . Der König verlieh den Juden zahlreiche, verbriefte Rechte, und Vorteile und. begünstigte ihre Ansiedlung in den Städten. Sogar in der König'ss,tadti Krakau räumte er ihnen ein Viertel ein, das zu Ehren ihres gütigen Beschützers von den dankbaren Israeliten Kasimierz genannt wurde und heute noch so hfeißjt. , : Da 'die Juden gerade damals! in Deutschland, Spanien und Portugal verfolgt wurden, zogen sie zu Tausenden nachf Polen und brachten nicht" nur ihre Reichtümer an Geld und - Gut in ihr neues Vaterland mit, sondern einen noch größeren Schatz, ihre .Wissenschaft lind ihre 'talmudische Gelehrsamkeit. So wurde Polen; der Hauptsitz jüais'cher Kultur. Aller Orten entstanden Schulen für 'das Talmudstuölum', und die herühhiten Lehrer derselben sahen bald Schüler aus1 allen Ländern herbeiströmen. Für Polen ersetzten die Juden den Bürgerstanü\ ah dem es in diesem Lande fehlte. Handel, Gewerbe und Industrie Mühten 'durch sie auf und steigerten, miäch'tig 'den natürlichen Reichtum! des! Landes1. Nicht nur mit den benachbarten Deutschen) Russen, Ungarn" und Wallachen, bis1 tief in den Orient hinein wurden Handelsbeziehungen angeknüpft, die polnischen Juden wurden hiald in kommerzieller, wie .in geistiger Beziehung - die Vermittler. zwischen Morgen- und Abendland. : Im Jahre 1364 stiftete Kasimir die Universität in Krakau. Im-:nächsten Jahr gab! er den Städten feste Mauern und 'eigene Gerichte, Es gab noch! immer Intriguen gegen die schöne „Königin von Jerusalem.", aber -alle scheiterten an , Esterkas- Klugheit und ihrem! ehrbaren; Wandel. Bei " ihr hatte König Kasimir gefunden, 'was1 ihm! weder seine fürstliche Gemiahiin, von der er geschieden war, npch-die adeligen Damen, denen er den Hof gemacht, gehotein hjätten, Liehe, Treue/ fä^fenglöel^TWeöß; Kasimir zu ihren I]üßen lag-undr'Esterka im purpurnen Hermelin kaftan die Arme um üäl gesc^Mungeö hatte, dann w^ar sie in der Tat Königin. Sie regierte ihn und1 'durch ihn Polen. "&" * * -?- - Heute ist I^!bz0^rei!n Steinhaufen, in dem' SöMan* gen und; 'Öose Geister Nausen sollen. Literatur. Dr. Theodor Herzl'ss „Juden staat", besprochen ini der Generalversammlung „Ghowewe Erez Israel" in Krakau am 10. Januar 1897 von Ähron Marcus, geb. zu Hamburg; ain 12. SehJwat- 5603, gestorben zu jßTankfurt am? Mainam 1. Ador scheni 5676. II. Auflage,. VerlagS. Marcus, Verlagsbuchhandlung, Hamburg 36, Postfach - 58. Mitteilungen zur. jüdischen Volkskunde, herausgegeben von Dr. M. G-ru.nw.ald. 21_ Jahrgang, 1. und % (de? ganzen Reihe 60. und 61.) Heft. Wien 191». Das vorliegende Doppelheft beginnt mit der Veröffentlichung der ersten umfassenden, historischen Grammatik! der jiddischen Sprache aus der Feder des1 bekannten Fach> männes Matthias Mieles» Dr. Josef Mieses bietet in Beiträgen zur Biographie von Jonathan Eybeschütz eine aktenmäßige Aufklärung über einige Dunkelheiten in der bisherigen Biographien dieser merkwürdigen Persönlichkeit. Dr. "Gelber berichtete ein ,,eine jüdische Huldigung in Polen im 18. Jahrhundert". Vereinsnachrichten der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg und Notizen füllen denEest des inhaltsreichen Heftes. Karl Marx: „Zur Judenfrage". Die unter diesem Titel vereinigten, der Vergessenheit entrissenen beiden Aufsätze von Karl Marx werden schon mit Rücksicht auf den Autor stärkstem Interesse begegnen. Stephan der Herausgeber der Abhandlung, sagt darüber: „Derjenige, der die Essenz dieser Arbeit in sich! aufgenommen hat, wird von dieser "Warte aus über die Niederungen" der landläufigen Jüdendebatte mit voller Ueberlegenheit hinwegsehen können." Ppceis 31. Zu beziehen durch! R. Löwit, Buchhandlung, iWien* I., Rotenturmstraße 22. .__ - Volk und Lauft. Jüdische Wochenschrift für Politik, Wirtschaft und Palastinaarbeit. Herausgegeben von Davis T r i e t s c h. 31. Juli 1919, Heft31,1. Jahrgang. Inhalt: Diptlng. B. Mich et: Die Orgaoisation des Bauwesen» in Palästina.' Theodor Herzl: Die Verwirklichung dos Zionismus. (Schluß.) Max Cohn : Industrie. Dr. F. Soskih: Die Nationalisierung des Bode»* und die Araberfrage. Stimmen des Auslandes: Manchester Guardian zur Judenfrage in Polen. Aus Politik, Wirtschaft und Paläatinaarbeit: Achad Haam und die jüdische Presse. Der »Bund« für Palästina» Die Lage in Odessa. Griechenland und die Juden von Smyrna. Das national-jüdische Lehen in Polen. Zur Sahbathruhe in Polen. Briefkasten. 4. B. Der von der englischen Regierung bevollmächtigte Leiter der Aufbauarbeit Palästinas soll nicht beabsichtigen* Jerusalem zu industrialisieren. Jerusalem war seit dem vierten Jahrhundert kein Industriezentrum und soll es auch in Zukunft nicht sein. Man will nur den Einwohnern Verdienstmöglichkeiten bieten. Nach dem Plane des Jerusalemer Stadtingemeura Mr. Me kl an soll die Stadt so ausgebaufwerden, daßsie? ein» Million fassen kann. Kar. D. Der bekannte amerikanische Philanthrop Bankier Nathan Strauß beabsichtigt, sich in Jerusalem niederzulassen. Er hat telegraphisch Auftrag gegeben, auf einem von ihm gekauften Grundstücke ein größeres Haus zum eigenen Bewohnen zu erbauen. A» W. in W. N. Ein anderes Manuskript war früher ein» getroffen und inzwischen bereits in Satz gegeben. | F. L. Können ganz unbesorgt nach Gastein reisen. Alles Gerede ist unwahr. Sie werden bei Kokisch ganz gute aufgehoben sein. Seine Gäste haben in Zuschriften an die Redaktion dankbar anerkannt, daß er sich' mit großem Erfolg, für sie gemüht hat und sprachen darum dankbar ihm ihre Zufriedenheit aus- E. T. in B G. Für die nächsten Tage erwarte ich_,die Ankunft meines Bruders aus New-York. , - F. M. Die Zeit ist zu ernst für Scherze und Satiren,

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