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Menorah · 1924-03-01 · Heft 3 (März 1924) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 3 (März 1924)
Article
Megilla italienischer Herkunft [Illustration]
Date
1924-03-01
Page
Seite 3 (sequence 1)
Language
German
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3 MENORAH MEGILLA OF ITALIAN ORIGIN / MEGILLA ITALIENISCHER HERKUNFT From the colleclion of SANDOR WOLF (Eisenstadt) / Aus der Sammlung SÄNDOR WOLF (Eisenstach) Die alten jüdischen Spiele Von S. MEISELS / Wien Ein regelrechtes jüdisches Theater hat es bis in das neunzehnte Jahrhunderl nicht gegeben. In den jüdischen Geschichts- und Literaturbüchern ist nichts enthalten, was auf die Existenz einer jüdischen Bühne hinwiese. Die dürftigen Quellen, die etwas über diesen Gegenstand mitteilen, besagen nur, daß im dritten Jahrhundert, nach der Zerstörung Jerusalems, unter den Juden eine völlige Entfremdung vom Theater eingetreten sei und daß in den Zeiten der Gconim in Babylon alljährlich am Purimfest ein „Haman-Spiel" aufgeführt zu werden pflegte, wobei Haman- Puppen auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Weder in Spanien noch in Frankreich, noch in Italien hat es eine jüdische Bühne gegeben. Nur in Deutschland, wo die ersten Anfange zur Schaffung einer jüdisch-deutschen Literatur gemacht worden sind, entstanden anfangs des achtzehnten Jahrhunderts einige Komödien in jüdischdeutscher Mundart, die in mehreren Großstädten, wie in Frankfurt am Main, Hamburg usw., zur Aufführung gelangten. Es waren zumeist Karnevalspossen, Hanswurstiaden, in denen Pickelhering die Hauptfigur bildete. Im Jahre 1710 erschien in Frankfurt am Main ein Theaterstück, „Die Verkaufung Josefs", das einen gewissen Beermann aus Limburg als mutmaßlichen Verfasser nennt. Dieses Stück wurde von jüdischen Wanderstudenten, Beth-hamidrasch-Bachurim, aus Hamburg und Prag „mit außerordentlichem Aufwand von Dekorationen, Maschinerien und sonstigen szenischen Effekten" aufgeführt. Ein „Achaschwcrosch- Spiel" fiel sogar einer strengen „Theaterzensur" zum Opfer. Diese Theaterzensur übte kein geringerer als der Vorstand der Frankfurter jüdischen Gemeinde: er untersagte die Aufführung und ließ die gedruckten Exemplare verbrennen. (Aus welchen Gründen das geschah, ob aus religiösen oder politischen, darüber schweigt sich die Gemeindechronik aus.) Dagegen wurde in Prag öfter die „Actio Eslcr mit Achaschwerosch" von den Schülern des berühmten Rabbi David Oppenheimer „auf einem ordentlichen Theatrum mit Trompeten und andern Instrumenten" aufgeführt. Besonders zahlreich waren die zur Aufführung am Purimfest bestimmten „Purimscherzc". von denen die „Actio von König David und Goliath" und „Hamans Testament und Tod'" die bekanntesten sind. Alle diese Stücke, die teils in belustigender, teils in belehrender Form Begebenheiten aus der biblischen und jüdischen Geschichte behandelten, haben im Ghetto des Ostens wenig Anklang gefunden. Sie wurden dort wenig gelesen, sehen oder fast gar nicht aufgeführt. Volkstümlich im eigentlichen Sinne wurden nur zwei Spiele, Hiiöners Kursalon-Restaurant Kisfi Für Hochzeiten, Bankette und Diners stellen Herrliche Säle zur Kostenlosen Verfügung Täglich 5 Uhr-Tee mit Tanz. Telephon Nr. 578.

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