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Der Israelit · 1933-08-10 · Heft 32 (10.8.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 32 (10.8.1933)
Date
1933-08-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 32 Der Israelit 10. August 1933 den sollen, und das die Aufgabe haben soll, die Werke, er eine Atmosphäre tiefer Andacht, als Mitglied der jüdischer Gelehrter aus Deutschland zu publizieren. Lie Vorbereitungsarbeiten zur Gründung dieses neuen palästinensischen Verlagshauses wurden mit Unterstützung des Präsidenten der Palestine Electric Corporation Pinchas Ruthenberg bereits in Angriff genommen. In dem Programm des Unternehmens, für das ein Kapital von 100 000 Pfund aufgebracht werden soll, heißt es, Aufgabe der Anstalt fei, Juden aus Deutschland die Existenz und die Erhaltung ihres Judentums, zu sichern, sowie jüdische Religion und Kultur zu fördern. Der Rat der United Synagogue von England hat 10 000 Pfund unter der Bedingung, daß die übrige Kapitalsumme ausgebracht wird, für das neue Unternehmen gezeichnet und dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß das Unternehmen sobald als möglich zu sunktionieren beginne, da es sicherlich einer großen Zahl wissenschaftlich qualifizierter Kräfte Beschäftigung bieten und der jüdisch-kulturellen Entwicklung große Dienste leisten werde. (Weitere Korrespondenzen siehe Keile 11.) Schulpflege leitete ihn das Bestreben, gemeinsam mit dem Religionslehrer Wissen und Ehrfurcht vor dem Schöpfer in die jungen Herzen zu pflanzen. Hirsch Rubinstein stand, als der Tod. ihn überraschte, noch im Trauerjahr um seine sel. Mutter, eben hatte er das Kad difchgebet vollendet, das nun fein zartes Söhnchen fort fetzt um ihn selbst. Wenn den Kinderlippen das.Iis gadal entströmt, um die Heiligkeit des großen Namens zu künden, dann erbebt die Gemeinde in dem Gedanken, wie flüchtig das Leben ist und oft einen Edlen urplötzlich in höhere Welten entrückt. Das Andenken an Hirsch Ru binstein wird unauslöschlich in unseren Herzen weiter leben. ovssy, Familiennachrichken. Geburten: Einen Sohn, Samuel Leo, Heinrich Cdinger u. Frau geb. Rapp, Ffm., Sandweg 6 b Barmizwoh: Aron, Sohn des Herrn Jsr. Karpf, Ffm.,Uhlandstr.38,Htrhs.nrri 's v3v Synagoge Schützenstr.2 Verlobte: Marie Staschewski, Paris XX, Jakob Herzberg, Nürnberg/Paris XI. Vermählte: Sktyev Kurt Silberpsennig, Allenstem. Ffm. mit Rita Jacob, Heidelberg, Hotel Ullmann Ffm., Aug. 1933. Personalien. Bremen. 6. August. Am Tischo beaw, dem Tage unserer tiefsten Trauer um das zerstörte Heiligtum, erhielten wir die traurige Nachricht vom Ableben unseres, seitens aller Gemeindemitglieder verehrten Ratsmitglieds, Herrn Osias O st r o Eine fast unübersehbare Schar von Freunden des Dahingeschiedenen fanden sich bei der Bestattung ein. An der Bahre würdigte Herr Rabb. Dr. Aber die hervorragenden Verdienste des Heimgegangenen in der Gemeinde, insbesondere um das Kaschrus- Wesen, sowie sein Wirken in der Chewro kadischo, deren langjähriger Vorsteher er war. Unsere Gemeinde verliert in Herrn Ostro einen zielbewußten, charakterfesten Menschen, der das Banner der Thora immer hochzuhalten bestrebt war. Am Sabbatabend ließ es sich unser sehr verehrter Herr Bezallel Margulies nicht nehmen, im Trauerhause einen ergreifenden Hesped zu halten, wobei er bie vielseitigen, vom Thorageist getragenen Leistungen des Verewigten heroorhob und der Familie trostreiche Worte spendete. Mit einem eindrucksvollen vorgetragen von Herrn Kantor Jsak Bronznik, schloß die würdige Feier. Baden (Schweiz), 4. August. Von Schuls-Tarasp kommt die Schmerzenskunde: Hirsch R u b i n st e i n ist nicht inehr! Wir beklagen das Hinscheiden eines Mannes, der in der sinstercn Gegenwart wie ein Lichtstrahl wirkte. Große Ahnen umstanden seine Wiege: Sein Vater, ein Gelehrter von Ruf, der jahrzehntelang in Frankfurt a. M., getragen von der Gunst des Barons Willy von Rothschild lebte, entstammte der Familie des Gaon von Wilna, die Mutter wuchs in einem Kreise heran, wo das Feuer der Thora brannte. Tag und Nacht. Hirsch Rubinstein hat die elterlichen Traditionen treu gewahrt. Die drei Scharen von Engeln, die nach unseren heiligen Urkunden einen edlen Menschen in die höhere Welt geleiten, werden ihm fürsprechend voranziehen. Die eine erzählt davon, wie er die Jeschiwaus, jene geistigen Reservoire des jüdischen Volkes allezeit gespeist hat, eine zweite bezeugt die Ehrfurcht und Andacht, mit der er vor dem Herrn der Welt sein Gebet verrichtete und eine dritte Engelschar kündet die reiche Aussaat seiner Liebe auf Erden. Der Segen ruhte auf diesem Familienleben, wo ein Gatte und ein Vater wie Hirsch Rllbinstein walteten. Wie ein Fürst des Friedens erschien er überall und ein klarer Geist, gepaart mit einer natürlichen Herzensgute, befähigten ihn zu dieser Mission. Den schönsten Kranz legen wir an seiner Bahre nieder, den man einem Erdenpilger flechten kann: Er hatte keinen Feind! Wo er auf der Straße des vielverschlungenen Lebens einem Mitmenschen begegnete,' da leuchtete sein wohlwollendes Auge, grüßte sein freundliches Antlitz, linderte, wo es fein mußte, feine edle Tat. Einen Sterblichen erfreuen, war Devise seines Lebens. Er war Kaufmann von Beruf. Bahnbrechend hat er eins Industrie ins Leben gerufen, die heute europäischen Ruf genießt. Ein langjähriger Teilhaber und Mitarbeiter hat an seiner Totenbahre mit tränenerstickter Stimme erzählt, daß während 45 Jahren geschäftlicher Verbundenheit n i e ein lautes Wort gefallen fei. Er machte viele Reifen, nach dem Norden und Süden, aber jede führte über Frankfurt, wo das Mütterchen wohnte und die Geschwister, die in rührender Weise seiner Liebe teilhaftig wurden. Die jüdische Gemeinde Baden verliert in ihm einen ihrer treuesten Söhne. Als Bal Tefilldh schuf Vermischtes. Berlin, 9. August. Wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, ist im Kursaal in Norderney eine Tafel mit der Inschrift angebracht worden: „Eine deutsche Frau tanzt nicht mit einem Juden!" — Im Nordseebad Juist hatte nach einer Mitteilung des V. d. Z.-Büros eine Münchener Krankenschwester sich eine Sandburg mit einem Hoheitsabzeichen anbringen lassen, das von unbekannten Tätern in der Nacht zerkratzt wurde. Die Bevölkerung und die Kurgäste hätten hierauf die Entfernung der jüdischen Kurgäste gefordert, da man diesen die Tat zumutet. Der Bürgermeister hat daraufhin ungeordnet, daß sämtliche der jüdischen Rasse angehörigen Kurgäste I u i st zu v e rlassen hätten. Darauf hätten 7 Juden und Jüdin neu bezw. mit Juden verheiratete Juist verlassen müssen. Auf die Ergreifung der Täter sei eine Belohnung ausgesetzt worden. Die Woche. Sally Goldfchmidk V"ST’ Aus London kommt die Trauerkunde, daß Herr Sally Goldschmidt ans Frankfurt a. M., der sich seit mehreren Monaten dort bei seinen Kindern aufhielt, plötzlich verstorben ist. Der Heimgegangene, der im achten Lebensjahrzehnt stand, gehörte zu den angesehensten führenden Persönlichkeiten der Frankfurter Religionsgesellschaft. Cr war Mitinhaber der bekannten Weltfirma G o lösch m i d t u. C o., hatte sich jedoch seit einer Reihe von Jahren ln den Ruhestand zurückgezogen. Die Gemeinde hatte ihn seit Jahrzehnten mit zahlreichen Ehrenämtern betraut. Insbesondere widmete er seine reiche Arbeitskraft und seinen sozialen Einfluß der Israelitischen Volksschule, deren Schriftführeramt er viele Jahre hindurch bekleidete. Bis vor einem Jahre führte Sally Goldschmidt den Vorsitz im Gemeinderat und hatte in dieser Stellung reichlich Gelegenheit, seine hervorragenden Charaktereigenschaften, Gerechtigkeitssinn und Konzilianz, ein peinliches Gefühl für Sauberkeit und ritterliches Zusammenleben dre Menschen, zu betätigen und in manchen ernsten Kämpfen vermittelnd und ausgleichend zu wirken. Seinem autoritativen Worte fügten sich die Parteien willig. Es wurde in den weitesten Kreisen der Gemeinde als eine KatastrSphe empfunden, als Sally Goldschmidt vor etwa zwei Jahren im Hinblick auf seine geschwächte Gesundheit sein Amt niederlögen mußte. Nun hat ihm, nachdem er sich gut erhob zu haben schien, rascher als jemand ahnen konnte, das Ende erreicht, das ihm die liebende Fürsorge seiner Kinder leicht machte. Diesen und der trauernden Gattin wird das Bewußtsein zum Tröste gereichen, daß Sally Goldschinidt keinen Feind hinterlassen hat, wohl aber eine ungezählte Reihe treuer, liebender Freunde und aufrichtiger Verehrer. -n"38m Leopold Löb Nach längerem Leiden verschied Herr Metzgermeister Leopold Löb, der Inhaber einer unter der Aufsicht der Synggogengemeinhe Israelitische Religionsgesellschaft stehenden Metzgerei, die er alle Zeit mit echt jüdischer Gewissenhaftigkeit geführt hat. Ein schlichtes, ganz der stillen Arbeit gewidmetes Menschenleben liegt abgeschlossen vor uns. Aber es ist zu hoffen, daß die Keime der Redlichkeit und der jüdischen Treue, die der Heimgegangene an der Seite seiner Gattin, einer Tochter des in Frankfurt unvergeßlichen p'iri n-n 3"iv I. Schüler in die Herzen seiner Kinder gesät hat, in diesen Wurzel schlagen und weiterwirken werden zum Besten der jüdischen Gesamtheit. Dem ausdrücklichen Wunsch der Familie zufolge wurde bei der Bestattung, an der sich eine große Trauergemeinde beteiligte, keine Hespedim gehalten. Mathilde von Rothschild'sches Kinderhospital. Wir werden in Anknüpfung an die in der vorigen Nummer erschienene Notiz über den 80. Geburtstag der Baronin Adelheid von Rothschild in Paris gebeten, auf die Verdienste der Jubilarin UM das Mathilde von Rothschild'sche Kinderhospital in Frankfurt a. M. hinzuweisen, das nach der Inflation vollkommen mittellos dastand und durch eine große Stiftung der Jubilarin im Jahre 1925 erneuert und für die Dauer leistungsfähig gemacht wurde. Es ist selbstverständlich, daß die Liste der Institute, die ihre Wirkensmöglichkeit der Munifizenz der Jubilarin verdanken, keineswegs vollständig sein konnte. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen Nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Minchö im Vereinslokal' Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer- Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr I. Soffer. (Alle anderen Schiurim wie üblich.) Jahrzeilssttflungen. Montag, 15. August: Earoline Dannenberg geb. Blumenfeld-Stistung. Dienstag, 15. August: Nesanael Heß-Stiftung. Dienstag. 15. August: Samuel Speier-Stistung. Dienstag: 15. August: Abraham Stein-Stiftung. Donnerstag, 17. August: Leopold Lob-Stiftung. Agudas Iisroel-Ortsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffeffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird nn wv «im gelernt. Der w® wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstt. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Holpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Iomi — Am fiav anschließend an Das Iomi agadischer Vortrag. Agudas Jisroel-Jugend, Und Mädchengruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) Veshamidrasch Ostendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakauw". 1/2 Stunde vor Nacht Bortrag. Gebetzeiten. Freitag abend 7.15 Samstag nastyn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 4.15 Schiurim des Herrn Gemeinderabbiners. Psochim-Schiur, Sonntag, vormittags 8 30 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 8.30 Uhr. — Der Chaufchen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend 8.30 Uhr statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners. Vrombe er -Marmel ade in 10 Minuten. Die Brombeerernte ist in diesem Jahre außerordentlich groß. Die vorsorgliche Hausfrau' sollte sich aus diesem inländischen Ueberfluß für die Wintermonate Vorräte schaffen, weil es im Winter nur wenige Obstsorten gibt, welche überdies noch zum großen Teil aus dem Auslande eingesührt werden. Ein erprobtes Rezept, bei dessen genauer Anwendung Ich die Hausfrau keine Sorgen zu machen braucht, daß womöglich die Marmelade nicht fest oder durch Schimmel vernichtet wird, ist folgendes: 4 Pfund Brombeeren werden gewaschen und mit einem Holzstampfer im Kochtopf gründlich zerdrückt. Zu dem Fruchtbrei gibt man 4 Pfund Zucker (keinesfalls weniger) und läßt unter leichtem Rühren zum Kochen kommen (abschäumen). Wenn es durch und durch brauend kocht, läßt man 10 Minuten (nicht kürzer, bitte auf die Uhr sehen!) unter Rühren auf möglichst starker Flamme gründlich durchkochen, rührt nach Verlauf dieser Zeit eine Normalslasche Opekta zu 86 Pfennig in die kochende Masse, läßt wieder einen Augenblick durchkochen und füllt sofort in Gläser. Die Produkte der Opekta-Gesellschaft mbH. Köln-Riehl (in flüssiger Form) werden vom Rabbinate der Synagogengemeinde „Adah Jeschurun" in Köln als rituell durchaus zuverlässig empfohlen. (Siehe Inserat.) Wochenkalender. vom 12. — 19. Aug. 1933 } vom 20. — 27. Ab 5693 nina' Samstag 12 20 r> Sonnrag 13 21 Montag Aug. 14 22 w Dienstag 15 38 23 3 Mittwoch 16 24 K3 Donnerstag 17 25 33 Freitag 18 26 13 Samstag ly 27 33 zpy znhn P333V ntn Mauled Montag früh 3 Uhr Mtn.

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