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Der Israelit · 1902-01-16 · Heft 5 (16.1.1902) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 5 (16.1.1902)
Date
1902-01-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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43» Jahrgang. ju Jf& 5 be$ „Israelit." Lettender Artikel. Kl« ÄmiisjiibiliiM i« Ärlsnihk.^ Vor nunmehr 25 Jahren wurde dahier von jungen, zum Theil sehr jungen Leuten, ein Verein in's Leben gerufen, der sich zur Aufgabe stellte, Thora zu lernen. Als erstes ~zz wurde das von Rabbi Simcho Nürnberger s. A. verfaßte an» ~:n gelernt, und danach wurde der Verein auch benannt „Ehinuch neorim." Aus bescheidenen Anfängen hervorgegangen, entwickelte sich der Verein zu herzerfreuender Blüthe, so daß er heute die stattliche Anzahl von 110 Mitgliedern hat. nra» p. Den Aufgaben des Vereins würdig war auch das in diesen Tagen begangene Vereinsjubiläum. Am ersten Ehanukaabend wurde eine vom Verein, mit Beiträgen von auswärtigen Mitgliedern, für den Verein gestiftetes Sefer Thora seiner Bestimmung übergeben, d. h. es wurde an diesem Abend das Sefer feierlichst zu Ende geschrieben. Der eigentliche Chinuch Sefer Tauro fand am Schabbes statt. Aus der in einem n'.p“: mit der Synagoge befindlichen Schule der Religionsgesellschaft wurde das neue Sefer, mit einem herrlichen Mäntelchen bekleidet — Geschenk des derzeitigen Vorsitzenden Herrn Jakob Ettlinger, zur Erinnerung an feinen seligen Vater Herrn Maier A. Ettlinger — von i» jrar. “£= abgeholt und durch Herrn Rabbiner Dr. Schiffer in die Synagoge gebracht, wobei die am tw üblichen rapn vollzogen würden. Herr Rabbiner Dr. Schiffer sprach, als er aufgerufen wurde, den Segensspruch rrcm rscn. Nach dem Einheben hielt der Herr Rabbiner eine begeistertet und begeisternde Rede, worin er dem Vereine, insbesondere seiner Leitung, den Herren Jakob Ettlinger und Leop. Schwarz, reichliche Anerkennung zu Theil werden ließ. Der zweite Theil der Feier vollzog sich am Sonntag Abend, in den Sälen des Hotels „Monopol." wo ein Sium über rra: rzzc gemacht wurde. Herr Dr. Schiffer trug den letzten Abschnitt vor, uns dabei durch die'sich daran schließenden Bemerkungen Gelegenheit gebend, sein gründliches. ~st'pz zu bewundern. Hierauf sprach der beim Sium anwesende Herr Rabb. Dr. Nürnberger aus Schildberg über eine Stelle in Megilla, wo die Schüler des Rabbi Nechemja an ihn die Frage richten, wodurch er solch hohes Leben erreicht habe, und er ihnen erwiedert, daß niemals abfällige Bemerkungen anderer ihn in seinem Streben nach dem Rechten beirrt hätten, daß er niemals durch die von anderen begangenen Fehler seine eigenen Vorzüge hervorireten ließ, daß er endlich mit seinem Vermögen frei- Wrg'.r :Nr »n Icidec verspätet. gebkg war. Wenn man dem Verein die Frage vorlege, wodurch cs ihm geglückt sei, sich so herrlich zu entfalten und zu gestalten, so sei zu antworten mit den Worten jenes alten Rabbi, daß er in seinem Streben nach dem Guten niemals durch abfällige Bemerkungen sich hätte irre machen laffen. daß die geistig höher stehenden Vercinsmitglieder die an Wissen Aermeren niemals ihre geistige Ueberlegenhcit hätten fühlen laffen, daß endlich der Verein jenen Mitgliedern, die nicht in der Lage waren, sich Lehrmittel zu beschaffen, diese bereitwilligst zur Verfügung stellten. Dies seien allerdings nur die äußeren Gründe. Was ist aber das Motiv hierzu, was ist die treibende Kraft, fragt Redner weiter. Run, es ist das Streben, jene Leiter zu erglimmen, die, auf der Erde stehend, gen Himmel raget, an der nach der Auslegung des Midrasch je zwei Engel auf- und niedersteigen. Diese Engel sind nach einer Erklärung des Altonaer Rav die vier Dinge, die erforderlich sind, Vollkommenheit in der Tauro zu erreichen; zwei davon liegen im Menschen selbst, rwcs der Glaube an die Göttlichkeit der Tauro, pan der Wille, nach dieser Tauro zu leben. Das sind die zwei Engel, die-im Menschen sind, die nach oben steigen, den himmlischen Beistand ihm sichern '-r. neS .*cn und die beiden Engel jto: die Thatkraft zur Erfüllung der Tauro und narn klares Verständniß für dieselbe, zu ihm herabgeleiten. Der Verein hat bewiesen, daß er nrc.x und pan besitze, darum — so schloß Herr Rabb. Dr. Bamberger — möge auch r.vyz und rwrrj in hohem Maße den Verein und seine Vereinsmitglieder beglücken. Rach diesen beifällig aufgenommenen Worten dankte das Vereinsmitglied /Herr B e e r mann Herrn Rabbiner Dr. Schiffer für die umsichtige Leitung des Schiur und. bat, daß der Herr Rabbiner auch fernerhin dem Verein sein Wohlwollen erhalte. Man setzte sich hierauf zu Tisch, um die mvc ave zu halten, welche durch reichliche rror. sehr gehoben ward. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Jakob Ettlinger. begrüßte die Erschienenen, insbesondere die auswärtigen Herren, mit einem herzlichen apro verbreitete sich dann über die Ziele des Vereins, welche in der Pflege der drei Säulen des'Weltgebäudes bestehen, durch die Art und Weise, in der der Verein sein Jubiläum feiert, Sefertauroh-Einweihung und Sium, zeige er deutlich, daß die Vereinsleitung ihre Aufgabe richtig erfaffe. Er richte deßhalb aber gerade an die Vereinsmitglieder den Appell, daß sie noch eifriger wie bisher die Aufgaben des Vereins pflegen sollten, es ist cx:b> n'vaa und deßhalb habe sie auch Bestand. Tosender Beifall lohnte,den Redner. Nach dieser Begrüßungsrede erhob sich Herr Dr. Schiffer, um zu einem Hoch auf das Wohlergehen des greisen Herrschers auf dem Throne Badens aufzufordern, weil es für uns Juden religiöse Pflicht sei,

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