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Der Israelit · 1871-12-20 · Heft 51 (20.12.1871) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
12 (1871)
Issue
Heft 51 (20.12.1871)
Date
1871-12-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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940 I M Jahr zunimmt, wiewohl die Herstellungskosten von Jahrzu Jahr größer werden, wiewohl Satz, Druck x und Papier gegenwärtig fast das Doppelte kosten, als P' Zur Zeit des ersten Erscheinens dieser Blätter, so lassen hwir dennoch keine Preiserhöhung eintreten. Wir scheuen * Vielmehr f:ttt Opfer, um unseren Lesern stets Gutes ft und Gediegenes bieten zu können. So möge denn un- * seres Gottes Segen und unserer Gesinnungsgenossen freudige, thätige Thcilnahme unserer schwachen Hände Li Werk zur stets gedeihlicherer Entwickelung, zu stets se- K gensreicherer Wirksamkeit führen! — Das walte Gott. * HSerraööiner IaKoö Ktttinger y M Am Sabbat Chanukah ereilte uns eine Trauerbot- M: Hast, die unsere Festesfreude in tiefe Wehmuth umwan- M däte; wir wollten jedoch die Festesfreude unfern Lesern fL nicht trüben uud schwiegen daher bis heute. Denn wo- W hin dringet wohl die Kunde, daß Israel einen seiner '■ größten Männer verloren, ohne daß sie den tiefsten J Schmerß, die innigste Trauer und herzzerreißendes Wehe ^. Hervorrufe! Ach, die Krone unseres Zeitalters, der Stotz und I. der Ruhm unseres Geschlechtes, die Zierde der deutfchen Judenheit, der Fürst des heiligen Landes j:, 'irr ymin), Rabbi Jakob Ettlinger, Oberrabbiner ,7 zu Altona, ist von uns gegangen und hat uns Alte, f weinend, klagend, trauernd zurückgelafsenri'I £ Ji *per ->e\x rjcij^n n«c 03».;v Und das ganze Haus Israel hat Grund und Ur- - fache genug, den Verlust des Mannes zu beweinen, der f eine Leuchte gewesen den Söhnen seines Volkes. I Der theure Dahingeschiedene, der in einem Alter f von 73 Jahren stand, war schon seit mehreren Jahren r Leidend, ohne jedoch seine geistige Frische und Regsam- % tdt verloren zu haben. Ei rüge Tage vor dem Chanukahf Feste erkrankte er und zwar gleich sehr schwer. Mor- ■ gens und Abends verfamnrelten sich die Gemeinde-Glie- * der in der großen Synagoge, um zu Gott um die Ge-; nesung ihres geliebten Lehrers und Führers zu flehen. / Mein 51.x;nw awyn — es war beim . Höchsten beschlossen, unfern Rabbi zu Sich zu rustn, 7 und so verschied er in der ersten Nacht des Chanukah- Festes. Nachdem man das erste Chanukah-Licht-! lein angezündet hatte, erlosch für uns das Gotteslicht , das so lang unfenn Volke geleuchtet hatte; die Seele des Frommen verließ ihre irdische Wohnung und stieg in die lichten Höhen empor zu Gott, dem All- ' mächtigen. 7 —. — - *) Anm»r Siehe unten die Correspondenz Altona. Rabbi Jakob Ettlinger V'r*) war geboren in Carlsruhe; auch sein Vater, Rabbi Ahron Ettlinger war ein Talmudgelehrter. Dieser hielt schon früh fein äußerst talentvolles Kind zum Thora-Lerne» an, und hatte das Glück, noch viele Jahre sich des die jüdische Welt erfüllenden Ruhmes seines großen Sohnes zu erfreuen. Aber auch in andern Wissenschaften ließ ihn der Vater unterrichten, so daß der Reichbegabte noch sehr jung die Universität beziehen konnte. Er machte seine Studien in Würzburg, und war nebst dem seligen Bernays, dem berühmten Chacham von Hamburg, einer der ersten Rabbinen, die Universitätsstudien gemacht haben. Von der Universität zurückgelchrt, wurde er Kreisrabbiner von Ladenburg, mit dem Sitze in Mannheim, wo er zugleich die Stelle als Klausrabbiner bekleidete. Hier war es, wo sein Ruf die ganze jüdische Welt zu durchdringen begann. Mehr als siebenzig Schüler eilten nach Mannheim, um zu den Füßen des jungen, gelehrten Rabbi zu sitzen, Schüler, von denen Viele nur um ein Weniges jünger waren als er, von denen Viele später berühmte Männer wurden. Wir nennen nur Herrn Rabbiner Hirsch '"j in Frankfurt a. M., Rabbi Gerschom Josaphat Rabbinatsaffeffor zu Halberstadt, Rabbi Lob Ettlinger »"j, Bruder des Heimgegangenen und Nachfolger desselben in Mannheim und den bereits vor mehreren Jahren als Oberrabblner in C r e se i ö verstorbenen Bodenheimer!i"p. Im Jahre 1836, nach dem Tode des Oberrabbiners Rabbi Äkiba Wert heim v"Ls, wurde Rabbi Jakob Ettlinger nach Altona als Oberrabbiner für diese Gemeinde, für Wandsbeck und für die damals dänischen Lande Schleswig und Holstein berufen. Hier, wo feit Jahrhunderten die berühmtesten Rabbiner Deutschlands ihren Sitz gehabt hatten: Chacham Zebi, Rabbi Jonathan Cibeschütz, Kncßeth Jechcskel, Rabbi Raphael Cohen, Rabbi Chajim Hirsch Berliner (ein Großonkel des Herausgebers dieser Blätter) und viele Andere, wurde durch die Berufung Ettlingers der von Alters her hochberühmten Gemeinde der alte Glanz wieder verliehen. Hier allein war es in ganz Deutschland, wo noch bis vor wenigen Jahren nach jüdisch-talmudischem Rechte gerichtet wurde und wo der Oberrabbiner Präsident dieses Gerichtshofes war. In Altona wirkte der Heimgegangene länger als 35 Jahre auf's Segensreichste und lebte für die heilige Gottcslehre und für die Ausführung derselben. Er war es, der im Jahre 1844 die Erklärung von 173 Rabbinen gegen die Beschlüsse der Braunschweiger Rabbinerversammlung veranlaßte uud dadurch zum Heile des Judenthums dieser wie allen nachfolgenden Rabbinerversammlungen und Synoden allen Credit raubte und ihnen jeden Einfluß entzog. Hier war es, wo er seine bedeutenden talmudischen Werke, die Früchte unablässigen Studiums, über die Tractate Suckah und Jabamoth, sowie seine Responsensammlung veröffentlichte. Von allen &

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