Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1861)
- Date
- 1861-11-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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8°?S Äsche Gesellschaft zum Zufluchtsorte zu wählen," welches öffentliche Bekenntmß da gefordert werde; durch welche Erklärung es möglich sei »Rechte von Staatsbürgern zu erlangen" (S. 34). — WaS will gegen solche tabula rasa gegen solche philosophische Objektivität, welche vor Nichts, gar Nichts zurückschrickt, deren Wesentlicher Scrupel bei dem ConsessionSwechsel darin besteht, daß sie das Dogma des »Sohnes Gottes" nicht wörtlich nehmen könne (S. 7S); was will dagegen selbst eine Freisinnigkcit heißen, deren piiun äesiäerillm Ausgleichung der Kluft zwischen Lehre und Leben durch Aufhebung oder Milderung einiger Sabath- und Speisegesetze (Protokolle der braunschweiger Rabbinerversammlung S. 33); eine roahre Lappalie! WaS wollen gegen solchen Höhenpunkt der Zeit, solches non plus ultra von Liberalismus, Plänkereieu und Zankereien sagen, wie die anatomischen Studien der neuen und neuesten Zeit über El—isten und Ja—-riste», oder gar, sb die Behauptung, daß alle Erzählungen im Buche Daniel buchstäblich wahr seien, einer Widerlegung bedürfe, oder nicht, wie der H. braunschw. LandeSrabbincr (Geschichte u. s. w. S. 296) meint; reines Kinderspiel! Subtilitäten, wie etwa der Streit über Zulässigkeit der Unterstützung deS Schofartones durch angemessene Blasinstrumente oder Orgelbegleitung — lächerliche Kleinigkeit. David Friedländer, der hat den Nagel auf den Kopf getroffen! Es ist nun aber in der That recht gut, daß uns die Quintessenz sämmtlicher, regelrecht reformistischer Neligionsbücher schon gleich damals entgegentritt, da die Reform noch in den Windeln lag; die Situation ist dadurch viel klarer, offenes Visir, Man« gegen Mann, Aufrichtigkeit und Klarheit. Fortschritte hat diese Richtung nicht gemacht, und konnte sie, wie erwähnt, nicht mehr machen, höchstens Rückschritte, (objeMv verstanden). Auch dies konnte laicht fehlem Die, der Geburt nach wenigstens, jüdischen Nachbeter Rouffeaü'A, DolMre'S rc. re., mußtenWz ebenso wie die' ungebundensten Freigeister ändereWorifessiönen die naKen^ rohen, brutalen, za Menschen Consequenzen ihre- Possenspiels in dem „CultuS derBer-; nunst" erkenne», jenem CultuS einer s halbnackten Buhlerin, welcher wohl die größte der in Hr Geschichte verzeichneten SchandLhaten ist, einem Culius, mit einem Wahnsinn eingeleitet, welchen kaum ein Irrens Haus aufzuweisen haben' dürfte.DaS „tol ost' rnorr plamir" hatte man glücklich den Herrschern auS Har!^ den genommen; man sah aber nicht, daß man mW die Rollen gewechselt, indem man jedes Gefühl fÄ das Religiöse und Sittliche, jedes wahrhaft,. Veruünftige perhorrescirte, Alles, was den Menschen über das thierische Dasein erhebt, für Betrug, Irr» thum und Verrath erklärte; wovor aber der Mensch zurückschaudert, was ihm die Schamröthe lichterloh in'S Gesicht treibt, zur Vernunft stempelte; tol ost mon plarsir. — Wir befürchten durchaus nicht, von dem Leser der Abschweifung vom Thema beschuldigt zu werden, wenigstensind wir unS bewußt, streng' bei der Sache geblieben zu sein. Denn wir frage« jeden Unbefangenen, was eS anders sei, als jener, rasende Vandalismus, als jener beispiellose Hohn, getrieben mit Allem, was dem Menschen heilig ist; wenn Dav. Friedländcr einen Grund für die Reformen in dem Streben findet »die Kinher eines froheren Genusses des Lebens, t heil hastig werden zu lassen," wenn' derselbe »Klugheit" ') auf Aushebung des NeligionSg^'tzeS dringen läßt; was ist das Anderes, als Pai ri c OperuLLnzerinnen in den Götterorden aufjunehmen; was ist das Anderes? Nichts, gar Nichts, wenigstens dem Prinzips nach. Bekennt Einer sich einmal zur Glückseligkeitssittenlehre; ist diese überhaupt als oberste Maxime vollgiltig berechtigt; nun, so gibt cS so viele Religionen, wie Fayon's von Glückseligkeiten. — Alls diese Verirrungeil aber, so viele Scheußlichkeiten sie auch zu Tage gefördert, hatten wenigstens das Verdienst, ehrlich zu sagen, was sie wollten; sie wollten nicht den DeismnS, nein, eine Religion der »Klugheit," »deS frohen Lebensgenusses," das wollten sie. Anders nun aber in der - , - - ' ' l 1) Wir denken hier besonders an die denkwürdigen,. fluch» würdigen Morte, mit denen Chaumrtte jenen CultuS der Vernunft i unter! der Gestalt vön Freudenmädchen, elnlritetr: ,Sterbliche,^ l hört mif zu zittern vor den ohnmächtigen Vsitzen eine- Gottes, dm eure Einbildung erschuft Erkennet keine andere Gotthrtt mehr an, als die. Dernunsi, deren edelste? und rrlnsteS Dild^ ich Euch Vorhalte/ uüd an jeaea Schaus-ieler, (nach Andrm einem ehemaligen Priester) Melcher, die Kanzel bestieg, und »!t den größten LLstrruazea Gott hrrkuSsordrrte sein Dasein za 8t* weisen, und wenn'er sich zu rächen.^! ' ' rr!