Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 29-30 (18.4.1898)
- Date
- 1898-04-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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548 Betracht kommenden Vorschriften vortrug. Da« Derhältniß de» Verstorbenen zu den wpDyiv war geradezu ein kindliche». Vielen Amtsbrüdern hatte er über diese Einrichtungen, von welchen sie au» Blättern erfahren haben, zu berichten. Mit nicht minder großem Fleiße hat er sein Interesse für da» Gedeihen der Religionsschule gezeigt. Im Gymnasium sowohl, als auch in der mehrklassigen hebräischen Schule, die er geleitet, hat er mit aufrichtiger Liebe zur Sache, mit angeborenem Lehrgeschick und vorbildlicher Treue Generationen für da» Judenthum erzogen und belehrt. Und all diese Dienste und Krastaufwendungen galten nur der Sache selbst, frei von jedem egoistischen Zwecke hat er geholfen, gesprochen, belehrt, seine Feder geführt und Gutegefördert. Heut galt sein Gang den bedrängten israelitischen Gefangenen, morgen den in Roth gerathenen Soldaten jüdischen Glaubens, und so lebte und strebte er nur für seine Mitmenschen im Allgemeinen, für seine Glaubensgenossen im besonderen, für aller Gute und Edle! Welcher Achtung und Beliebtheit der Verstorbene sich in seiner Gemeinde sowohl, als auch in weiterer Umgegend zu erfreuen hatte, das bewies deutlich die ungemein reiche Theilnahme an seiner Bestattungsfeierlichkeit. Aus der Rabbinerwelt waren erschienen die Herren Münz-Kempen, Landau-Raschkow, Dr. Bamberger-Schildberg, Dr. Bamberger Schrimm, Dr. Hepner-Koschmin, Dr. Auerbach-Rogasen, Dr. Berger- Krotoschin, der Rabbiner nebst Gefolge aus Kalisch in Rußland und zahlreiche Deputirte aus benachbarten Gemeinden, sowie der Gemeinde Rogasen, der früheren Wirkungsstätte des Verblichenen. Rabbiner Dr. Hildesheimer-Berlin, sowiedie Rabbinenaus Posen und Jarotschin hatten theils wegen des auf den Beerdigungstag folgenden i"-vi rav, fytitä au$ Gesundheitsrücksichten telegraphisch abgesagt; dasselbe geschah auch von Dr. Rosenthal-Breslau. Die erschienenen Rabbinen wechselten in ihren Traueransprachen an die sehr reich versammelte Trauerschaar, unter welcher sich auch die Spitzen der Stadt Ostrowo befanden, zum Theil im Sterbehaufe, zum Theil im Gotteshause, wohin der Sarg getragen worden war, und auf dem Friedhofe einander ab. Auf letzterem hielt auch ein Neffe des Verstorbenen, Provinzialrabbiner Dr. Leo Hirschfeld aus Gießen, eine erschütternde Grabrede. Die Gemeindekörperschasten hatten alles aufgebotrn, um die Trauerfeier möglichst würdig zu gestalten. Dr. Elias Pleßner hatte auch eine sehr fruchtbare Feder. Schon in jungen Jahren hat er sich hierin versucht und in späterem Alter diese Thätigkeit fortgesetzt. Viele Broschüren, darunter Predigten, Vorträge, Abhandlungen aller Art erschienen von ihm: überhaupt entwickelte er eine ergiebige literarische Thätigkeit, die sich vielfach auf jüdische Zeitschriften ausdehnte, auch in hebräischer Sprache hat er erfolgreich gearbeitet, zahllos sind seine Aufsätze im ivvi und nap, welch letzterer in Brody erschien. Von seinen talmudischen Abhandlungen, welche weithin bekannt geworden sind, seien nur erwähnt, swu ibd und (ns rwem ibd. Ls würde zu weit führen, wollten wir hier alle seine Products aufführen, unzählige Schriften von Pleßner befinden sich noch im Manuscript in dessen Nachlasse. Erwähnt sei hierin nur eine culturhistorische Betrachtung Ezechiel Landau und Moses Mendelsohn, diese Broschüre ist gleichzeitig ein Beitrag zur Kritik des Grätzschen Geschichtswerkes; in gleicher Weise ist die Schrift „Hartwig Wessely in seiner wahren Größe als Poet und Gelehrter" und „Jonathan Eibeschütz in seiner unerreichten Geiste»- und Seelengröße" gehalten. Ebenso sind nachstehende von ihm verfaßte hebräische Werkchen noch ungcdruckt: pm D’pia ms» bv bba "^12 b& IDtSD// s'N'2 "d’SPÖI ^>X1v>„ 12X2 ^“Tftb»'1 "bty/t2 -->'212.1 HCU ibd . nnyn oy ll'phn nvbv 131 .ib'D di xiiyotn x^d^bd own mtw? "jrnötfü JTlTPy,, ".xm x2^x„ mal 112^1 my!? D’syiööi Die literarische Thätigkeit Pleßners verbreitete sich auch auf die Herausgabe des reichhaltigen Nachlasses seines großen Vaters. So hat er beispielsweise veröffentlicht: „Sabbatpredigten (5 Bde.), Festpredigten (1 Bd.) Erst im letzten Jahre hat Pleßner zum Andenken an den 100jährigen Geburtstag seines Vaters ein Sammelwerk „Biblisches und Nabbinisches" aus Salomon Pleßners Nachlaß herausgegeben und demnächst sollte noch ein umfangreiches Werk erscheinen. Leider ist der Stolz seiner Familie, der herrliche Sohn des Judenthums, inmitten seiner segensreichen Wirksamkeit so ui vermuthet schnell abberufen worden. Hoffen wir, daß sein Schaffen lobende Früchte zeitige. Ihm aber, dem Unvergeßlichen, inöge die Erde leicht sein! i"35tJi. Körpel, Lehrer in Ostrowo. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Z. Trier, 15. April. In dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt Herr Lehrer Arthur Nußbaum einen interessanten Vortrag über „Dohm, Börne und Gabriel Rieser, drei Vorkämpfer für die Emancipation der Juden." In seinem Vortrag entwickelte Redner in knapper und doch erschöpfender Weise die Vorgeschichte der Emancipation