Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1934)
- Date
- 1934-12-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1934 Conse idlichi i h m c isatio- jüdi n, ein erfolg, origen einer ungen durch tionaver- :h im euem nach ihres dam i sel- Seite einer i die taate horsten ernst icher , daß; beaber Mis- Mit-; ge- Dr. Versich hat. :haft rege Ver- A.uf- 2 ist isse, icht, väreine!ten, äimind- Ibstausdie Ilten son- Das und nji« 13. Dezember 1934 D Israelit Nr. 50 Seite 5 lieh wird diese von so hohen Stellen ausgehende und von den Kirchenfürsten geförderte christliche Bekehrungsaktioh in jüdischen Kreisen sehr schmerzlich empfunden, da die Vertreter der jüdischen Religion überzeugt sind, daß das jüdische Volk in seiner unerschütterlichen Treue zur Religion der Väter auf dem richtigen Wege ist, und es nicht so ohne weiteres hinnehmen können, daß die Millionen gläubiger Juden als auf einem Irrwege Befindliche bezeichnet werden. Nun tritt diese erhöhte Juden-Bekehrungsaktion der Katholischen Kirche gerade zu einer Zeit auf, da die Situation der. Judenheit in Mitteleuropa so traurig ist, wie man es sich vor ein paar Jahren noch kaum vorstellen konnte. In diesem zeitlichen Zusammentreffen beider Erscheinungen sieht die Welt offenbar einen direkten Zusammenhang und es ist daher kein Wunder, wenn von einer Ausnutzung der prekären Lage der Judenheit zwecks ihrer Bekehrung zum Christentum gesprochen wird. Man muß sagen, daß die eben erschienene Zeitschrift ,.Erfüllung" tatsächlich geeignet ist, einen solchen Eindruck zu erwecken. Dem ehrlichen Beobachter kann es auch nicht entgehen, daß gerade in diesem Jahre unter geistlicher Aegide eine ganze Reihe von Schriften erschienen ist, die die Tendenz haben, das Judentum gegenüber dem Christentum herabzusetzen. Das in diesen Wochen erschienene und kürzlich erst beschlagnahmte Ritualmordbuch gehört allerdings nicht in diese Reihe. Man muß nun bedenken, in welcher absonderlichen Lage sich speziell die österreichische Judenheit befindet. Dieses Oesterreich ist unser Vaterland, dem wir auf das tiefste verbunden sind und diesen österreichischen Staat haben wir immer und selbstverständlich als ein allen seinen Bürgern gemeinsames Gut betrachtet, das allen gleichermaßen gehört, den jüdischen nicht minde.- wie den nichtjüdischen. Jetzt wird von hochoffizieller Seite wohl erklärt, daß die Minderheiten Rechts- und Kulturschutz genießen sollen, dabei wird jedoch immer wieder der christliche Charakter des Staates betont, eine Definition, aus der allein schon oft, wenn auch mit Unrecht, die Erlaubnis abgeleitet wurde, die Position der jüdischen Bevölkerung dieses Landes zu schmälern und zu bedrängen. Wir haben volles Vertrauen zu den verantwortlichen Regierungsmitgliedern hinsichtlich des uns zugesagten Rechts¬ und Kulturschutzes. Aber man wird begreifen, daß in Zeiten der Bedrängnis eine mit erhöhtem Eifer einsetzende christliche Missionstätigkeit unter den Juden eine ganz andere Beurteilung erfahren muß, als in ruhigen Zeiten, wo es allein auf die Kraft der geistigen Argumente ankommt. Wir Juden waren gegenüber der rein geistigen Werbetätigkeit der Katholischen Kirche in unseren Reihen nie sehr besorgt und die von Pater Bichlmaier kürzlich veröffentlichten Ziffern der relativ geringen Judentaufen in normalen Zeiten haben unsere Ansicht auch vollkommen bestätigt. Diese Ziffern zeigen aber auch, daß in Zeiten der Not und Bedrängnis die Judentaufen zunehmen können, was sich speziell im letzten Jahre in auffallender Weise gezeigt hat. Was wir vom religiösen Standpunkt aus dagegen tun können, ist, die jüdischen Menschen in ihrem Glauben zu stärken und mit der Kultur unseres Volkes noch tiefer zu verknüpfen. Pflicht der jüdischen Publikationsorgane ist es aber, das jüdische Volk auf die ihm drohenden Gefahren aufmerksam zu machen." Eine dringende jüdische Frage. Von Hermann Seckbach in Frankfurt a. M. Unsere Jugend hat uns zum größten Teil bereits verlassen und wird .uns in absehbarer Zeit noch weiter verlassen müssen. Mit dieser traurigen Tatsache haben wir zu rechnen. Die Konsequenz, die sich hieraus ergibt, bedeutet eine Tragik, nicht nur in seelischer Hinsicht, sondern — als wesentlicher Faktor — einen Notzustand für die zurückverbliebenen Alten, Kranken und Siechen. In der soeben zur Ausgabe gelangten Nummer 12 der Zeitschrift der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden nimmt der frühere Stadtrat von Frankfurt a. M., Herr Dr. Max Michel, hierzu das Wort und schildert in aufschlußreichen Ausführungen die Gegenwartsfragen der Altersfürsorge: „Zwei Feststellungen sind es," — so schreibt Dr. Michel —- „die auf dem Gebiet der jüdischen Altersfürsorge — wie auch auf einer ganzen Reihe von Gebieten des jüdischen Gemeinschaftslebens — zu Ueberlegungen und Handeln nötigen; Erstens die Ueberalterung der in Deutschland befindlichen Juden, zweitens die Abwanderung der Jugend und der im gebärfähigen Alter Stehenden." Unter Anführung statistischer Grundlagen kommt Dr. Michel zu dem Ergebnis, „daß die Aufgaben der Altersfürsorge in der nächsten Zeit die allergrößte Beachtung erheischen und daß es im Gegensatz zum Regelablauf der Dinge im wesentlichen Sache dieser Generation selbst sein wird, sich zu helfen. Ist schon allgemein durch den Krieg und seine Nachwirkungen die natürliche Folge der Jahrgänge und die Fürsorge der Jüngeren für die Aelteren gestört gewesen, so ist diese durch die Entwicklung der Jahre 1933/34, wo fast ausschließlich die unter 40 Jahre alten ausgewandert oder in größtem Ausmaß in der Auswanderung begriffen sind, nahezu aufgehoben." Nach Vorschlägen zur Linderung dieses Notzustandes heißt es dann weiter: „Aus der Gesamtlage heraus ergibt sich überdies die Notwendigkeit der Bereitstellung von Alters- und Siechenheimen in größerem Ausmaß als seither. In einzelnen Städten verfügt man bereits über solche Einrichtungen, In manchen Orten ist Angliederung an bestehende Krankenhäuser möglich. Ueberall liegen die Verhältnisse verschieden; es ist indes vor Inangriffnahme von Neubauten oder Einrichtungen neuer Anstalten größte Ueberlegung — auch Verbindung mit der Zentralwohlfahrtsstelle im Sinne der Anstaltsplanung (Zusammenlegung geeigneter Anstalten, Verwendung entbehrlich gewordener Gebäude) — geboten." Die weiteren Ausführungen von Dr. Michel befassen sich sodann mit der technischen Lösung dieser Angelegenheit und werden gewiß bei den in Betracht kommenden Stellen größte Beachtung finden. Mir scheint es als zunächst Wichtigstes bei der ganzen Frage vor der Inangriffnahme von neuen Plänen in dieser Hinsicht, sich klar zu sein, daß Altersfürsorge nicht mit der Siechenfürsorge begrifflich zusammenzunehmen ist. Während für die Unterbringung der „Alten" mannigfaltige Wege zur Verfügung stehen, wie häusliche Fürsorge, Unterbringung bei Privaten oder in Altersheimen, evtl. wenn diese nicht ausreichen, in anderen -entbehrlich gewordenen Räumen, wie es Herr Dr. Michel vorschlägt, kommen bei der Siechenfürsorge wesentlich andere Momente in Frage. Hier handelt es sich ja nicht um Alte, sondern um chronisch kranke Personen jeglichen Alters, dia mit langwierigen Leiden behaftet sind und zum größten Teil durchaus krankenhausmäßige Unterbringung und Pflege benötigen. Es sind also Fälle, die für Krankenhäuser nicht mehr akut sind und daher mit möglichster Beschleunigung, um Betten für akute Fälle frei zu bekommen, von den Kranie. 2nt- ZU den abist Die hen zu als lern iter Lind cht che >2b, chdie auf haggadische Deutungen hinweisen. So glaube ich, daß z. B-. auch der Satz 'may» oyaa vwo» *>sn ]"i Änderungen midraschischer Art enthält und zwar weist1 y» dessen Zahlenwert 70 beträgt (Erubin 65a), auf die 70 Jahre des babylonischen Exils hin und vrnyp auf "irun "iay (Jos. 24, 2 f), so daß es zu übersetzen wäre: „Kaum war ich hinübergezogen (über den Euphrath Literarische Notiz, Unsere Rambam-Ausgaben enthalten augenscheinlich im ersten Satz von naVn " pns \>vyv>* nwVn einen Fehler, indem die Worte und hwr verwechselt sind und es heißen muß: ■w&b naiwi ne?xV m vuvnyoi ididh ana Ist vielleicht einer der verehrten Leser in der Lage, darüber Auskunft zu geben, ob die älteren oder jüngeren Kommentatoren irgend eine Erklärung zu dieser Wortverwechslung geben? Rabbiner Dr. Dünner, Köln. Gute Worte. Zwei polnische Juden kamen zu Beginn des IQ. ■Jahrhunderts nach Berlin. Der eine, ehi frommer, gelehrter Mann, ging zum damaligen Berliner Rabbiner, Rabbi Hirschel Berlin, und ließ sich von ihm Empfehlungen geben. Der andere, ein Anhänger der neuen Schule und wenig gut beleumundet, wandte sich an die sogenannten Aufgeklärten, die ihn protegierten. Nach einiger Zeit kam der erste zu Rabbi Berlin und beklagte sich. ,,Der Andere ist mit den Empfehlungen von David Friedländer viel weiter gekommen, als ich mit denen des Rabbi. Er fand überall offene Türen, mich wiesen die Meisten ab. „Das ist erklärlich," sagte der Rabbi. „Der Prophet Jirmejahu sagt ona nvy isk DVa» was die Weisen in dem Sinne erklären, daß wenn sie, die Gesetzesübertreter, einmal Gutes tun wollen, sie an die Unwürdigen geraten. Also geht dein Partner mit Empfehlungen des Propheten Jirmejahu und der Talmudlehrer in der Hand herum, du aber nur mit solchen vom Berliner Raw. Wie könnte man es anders erwarten, als daß jene Empfehlungen mehr gelten?" Der Jezer Hora,. der „böse Trieb", hört auf sieben Namen. Merkwürdig, daß der Name Rose h o h, sonst Inbegriff für alles Böse, in dieser Namensliste fehlt. Das kommt daher, daß sich der Jezer Hora nieamls als ssn ausgibt. Er gibt sich immer als Gerechter und sucht seinem Opfer klarzumachen, wie gut und gerecht die von ihm zu begehende Tat sei. Oberrabbiner Rabbi Duschinsky, Jerusalem, sagte einmal: Bekanntlich hatte in der großen Synagoge zu Alexandria jeder Beruf und Stand seine eigene Abteilung. So durften z. B. die Maler nur da beten, wo ihre Abteilung war. Wozu das? Sicher im Interesse der Ruhe und Andacht. Wahrscheinlich konnte doch keiner seinen Nachbarn leiden, war er doch sein Konkurrent. So sprach er mit ihm kein Wort. Auf diese Weise wurde dort der Gottesdienst nie gestört. wrr? njnw -\vsn> Aschers Wohltätigkeit war so geartet, daß ihm selbst das trockene Brot köstliche Labung war, *]^ö 'JW» |n» Kim,! Anderen aber, den armen Gästen, setzte er die leckersten Königsspeisen vor. (Alschich.) ya^R ine? ermr rasrn nwr beginnt der Traktat „Sabbat", was nach einem chassidischen Worte den Nebensinn hat: Alle Ausgaben zu Ehren des Sabbat (nwx'O werden uns von G'tt doppelt und vierfach ersetzt. 121X1 'pina D-vaynVlheißt es im „AI Hanissim". Wie alle Verführer, wandten sich die Hellenisten mit Hilfe ihrer syrischen Schutztruppe gegen die a'pirv gegen d i e Satzungen, deren Sinn nicht klar zutage liegt. Wozu unverständliche Bräuche im Lichte der griechischen Kultur? Letzte Absicht war aber, „die ganze Thora in Vergessenheit geraten zu lassen." (Kataloge.) Die Firma Bamberger u. Wahrmann in Jerusalem, King- George Avenue, legt ihre Kataloge Nr. 4 und 5 vor, von denen ersterer eine Sammlung von nahezu 1000 Judaica.Nummern, letzterer 1400 Hebraica umfaßt. Bei letzterem nehmen die Ausgaben des Vereins Mekizu-nirdamim und Zeitschriften und Jahrbücher einen beträchtlichen Raum ein. Die neuen Kataloge wie auch die älteren der Firma stehen auf Bestellung jedem Interessenten unentgeltlich zur Verfügung. .. % ' - i