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Der Israelit · 1879-11-26 · Heft 48 (26.11.1879) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 48 (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1274 find von seinen Werken: Gutachten und Noten zu dem Gutachten seine- Großvaterdes hochberühm* ten Rabbiner d-wdeno *pi’ D”n 2) Noten -noy) D’ib*d) zu dem Werke R. Jacob Emden'S, nnsüD onsD. 3) Eine Abhandlung ’jy nmo. 4) Noten und Novellen zum Jeruschalmi. Aber ein weit größeres Material zum Jeruschalmi, zum Midrasch, zum babylonischen Talmud und eine sehr große Anzahl Gutachten VyoS roM? soll sich noch handschriftlich vorfinden. Die am 2. Selichottage stattgefundene Beerdigung war überwältigend imposant. Daß die ganze Gemeinde daran theilnahm, braucht nicht erst gesagt zu werden, alle Läden waren geschlossen, alle Arbeiter feierten, die Schulen waren unterbrochen, da Lehrer und Schüler sich an der ihres geliebten Lehrers betheiligten und sollen 10,(00 Personen an diesem Trauerzuge theilgcnommen haben. In der großen Synagoge hielten zwei Rabbiner dhbdh, welche 2 Stunden währten, und auf dem Begräbnißplcrtze sprachen nochmals ein Schwager und ein Schüler des Verblichenen. Groß, unendlich groß ist der Verlust für die Hinterbliebenen und die verwaiste Gemeinde. Möge es dieser gelingen, recht bald einen würdigen Nachfolger des Verblichenen zu finden. n"3sjn Frankreich. PariS Zur Judenhetze in Deutschland neben wir heute einem Franzosen das Wort. Es ist ein in deutschen Verhältnissen und deutscher Literatur wohlbewandeter Pubticist, I. Bourdeau, der im „Journal des Debats" über den modernsten Sport der Reactiou sehr verständig raisonnirt. Frankreich kenne seit der Revolution keine Judenfrage mehr, während die Juden in Deutschland erst seit 1848 ihre Gleichberechtigung gewannen. Seit 1866 hätten sie sich mit Eifer der nationalen Bewegung angeschlossen und gerade ihre erfolgreiche Theilnahme an Deutschlands politischer Wiedergeburt sei einer der Gründe für ihre jetzige Anfeindung. Der französische Publicist theilt die deutschen Judenfresser — er bedient sich selbst dieses deutschen Wortes — ganz zutreffend in drei Kategorien. Die ersten sind die religiösen Judenfresser, die orthodoxen Protestanten und Katholiken. Mit diesen ist Bourdeau schnell fertig. Die zweite Klasse sind die Philister. Bourdeau schildert den deutschen Philister so: „Er ist von wegwerfender Gemüthsart (ä'uns morbus cassante), hochmüthig" fügt Bourdeau deutsch hinzu), beschränkt und eifersüchtig gegen Alles, waS ihn umgibt. Jede Ueberlegenheit eines Andern ist eine Niederlage für ihn. In den Augen des Junkers, des Bourgeois, des betitelten Krämers ist der Jude ein Emporkömmling, ein Fremder, ein Mensch, der sich bereichert hat. Sie verzeihen ihm nicht, daß er eS zu etwas bringt, ohne die Arme zu ermüden, ohne hinter dem Pflug zu gehen, ohne Pfennig auf Pfennig zu häufen; sie werfen ihm vor, daß er ein rechnendes Thier ist, statt ein Lastthier zu sein." Der Autor führt dann aus, wie diese Empfindungen sich dadurch verschärft haben, daß der Philister nach dem Krach den Juden das zur Last legte, waS daga. ze Volk gesündigt hatte, daß man für Einzelne, die compromittirt waren, einen ganzen Stamm verantwortlich macht. Die dritte Sorte seien die Pessimisten im Styl des Herrn Marr, die unter dem philosophischen Anschein, den sie sich geben, den Juden Krieg predigen, indem sie die Reinigung der deutschen Race und Kultur von den jüdischen Eigenschaften als eine Nothwendigkeit proklamiren. Bourdeau ist, bevor er die Frage auswirft, was ohne die Juden die deutsche Kultur in diesem Jahrhundert gewesen wäre, klug genug, vorher die hohen Verdienste anzuerkennen, welche sich die Juden in Frankreich um Literatur und Wissenschaft seit ihrer Befreiung im Jahre 1791 erworben haben. Dann jj fährt er fort: „Es wäre geschickter von den Deutj schen, sich über die rapiden Fortschritte der Juden zu freuen; diese Pamphlete gegen die Juden schlagen zu ihrer Apotheose aus. Indem man die Juden von anderen Deutschen unterscheidet, stellt man ihre Vorzüge gegenüber den Letzteren erst in*S günstige Licht." Rußland. Petersburg, 15. Nov. Der Minister des Innern hat am 1. November verfügt, die in St. Petersburg in hebräischer Sprache erscheinende Zeitung „Hameliz" auf fünf Monate zu inhibiren. Feuilleton. Kabbi Ioselmann von Kosheim. Eine historische Erzählung. (Zweites Buch.) I XVI. Wir haben bereits'oben erzählt, daß Kaiser Carl, nachdem sein Bruder Ferdinand in Aachen

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