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Der Israelit · 1868-05-20 · Heft 21 (20.5.1868) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
9 (1868)
Issue
Heft 21 (20.5.1868)
Date
1868-05-20
Page
– (sequence 22)
Language
German
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406 und Commentar von Fehlern übersäet sind. Darum sehen wir im vorigen Jahrhundert Männer, wie Salomon (Hanau), Mordechai (Düsseldorf), Jacob (Emden) und Jsaac Satanow mit Eifer, wenn auch nicht immer mit richtigem Erfolge, der Verbesserung des Tefilla-Texteö sich zuwenden. (Forts, folgt.) Das Werk des Herrn Rabdinowitz. Von Rabbiner vr. Hildesheimer. (Fortsetzung.) Eine große Menge von theils wesentlichen, theils unwesentlichen Varianten kannte man schon lange aus Citaten in vipd' (c. 1050), nubw ,'apjp py ,noDn n»»*n (sämmtliche im 16. Jahrh.) -nwon muo (17. Jahrh.). Ebenfalls hatte man schon lange Kenntniß von dem Münchner unschätzbaren Manuscripie des '-22 mobn. Aber aus seiner Verborgenheit gehoben konnte es erst dann werden, als der geniale Schatzgräber gefunden, oder vielmehr von der Vorsehung designirt war. Und wahrlich, keine kleine Arbeit wartet besten, der an eine so kolossale Aufgabe herantretm will; unter Tausenden von Gelehrten ist kaum Einer der Berufene. Vor Allem gehört eine wissenschaftliche Ruhe dazu, dieser größten Geduldprobe Stand zu halten. Man bedenke nur, daß der bei weitem größte Theil der Varianten eben nur minutiösester, kaum bemerkbarer Natur, unbedeutende Verschiedenheit der Buchstaben, oder trnngpositio verlrorunr ist. Die Aufsuchung derselben steht aber mit dem Geistesreichthum gewöhnlich in einem umgekehrten Verhältnisse. Je geistreicher der Gelehrte ist; desto mehr pflegt sich der Adlerflug seines Geistes über solche „Lappalien" zu erheben, desto langweiliger und ermüdender wird ihm die Arbeit erscheinen; und hier, man bedenke wohl, handelt eS sich nicht um eine roDD sondern um ganz d“w, d. h. viele Hunderte Blätter des Manuscriptes. Wir haben ein schwer wiegendes, vielsagendes Wort; es drückt die ganze Basis solcher anspruchslosen mit eisenfester Ruhe arbeitenden Thatkraft aus; es heißt dbo. Ja, nur wer aufrichtig arbeitet, nur wer von der Größe des Glückes durckglüht ist, für Gott und Seine heilige mm etwas gethan zu haben, csv, nana gewesen zu sein; nur ein solcher kann die vieljährige Zähigkeit so großartigen Arbeitend im Minutiösesten sich erhalten. So verdienstlich aber Alles dies auch ist; es ist doch nur die relativ kleinere Seite. Von unvergleichlich höherem Werthe ist die Arbeit, wenn drr Herausgeber ihre successive Verwerthung nicht andern Gelehrten überläßt, sondern Zweck und Tendenz, Nutzen und Verwendung der elben zugleich mitgibt. — In der Arbeit des Hrn. Rabbinowitz haben wir ein Muster der Vollendung. Wohl haben wir vom Verfasser Großes erwartet. Es berechtigte uns hierzu die persönliche Bekanntschaft desselben, deren wir uns vor einigen Jahren während seines mehrtägigen Aufenthaltes hier erfreueten. Wir hatten dabei Gelegenheit, die kaum glaubliche Belesenheit desselben, ja das wörtliche Memoriren beliebig gewählter Piecen aus und o"ai0"") zu bewundern, welche auch die größten talmudischen Capacitäten zur größten Bewunderung hingerissen, und doch läßt die Arbeit jene Erwartungen noch weit hinter sich zurück. Außer der unsäglich rigorosen Textuntersuchung gibt der hochgelehrte Herr Verfasser in den Noten eine solche Fülle von Andeutungen, Verweisungen auf ältere und neuere Werke und so viele eigene neue geistreiche Gesichtspunkte und echt sachgemäße größere Excurse, daß diese allein schon eine unschätzbare Bereicherung der jüdischen Wissenschaft sind. Es wird in diesen Noten fortwährend nachgewiesen, daß d"2d"-) und andere ouwjn sich durch diese Varianten höchst einfach erklären lassen; es werden an unzähligen Stellen die Resultate des n"Sy, '"p> und andere D'jnn» bestätigt und Alles so gedrängt, so aufs kürzeste beschränkt, daß man diese Noten mit dem regsten Interesse liest. Excerpte daraus zu geben, ist einerseits wegen des deutschen Idioms kaum möglich, anderseits überflüssig, der Kundige liest sie dort besser, dem Unkundigen bleiben sie unzugänglich. Herr R. hat sich um die jüdische Wissenschaft ein sehr hohes Verdienst erworben; es ist nicht mehr als billig, daß man ihm wenigstens dadurch Anerkennung zollt, daß man — das Werk kauft. Es bereitet sich dadurch jeder einen hohen Genuß und trägt mittelbar zur Glorificirung der hebräischen Wissenschaft bei. Findet nämlich eine so eminente Arbeit Anerkennung, so wird der Verfasser bei seiner seltenen Begabung zu neuen Arbeiten ermuntert werden. Möge der Verfasser noch reckt viel zum Ausbaue und zum Ruhme der jüdischen Wissenschaft beizutragen, das Glück haben. (Fortsetzung folgt.) nun in Erwiderung der in Nr. 3 gebrachten Notiz. (Schluß statt Fortsetzung.) Jndeß schenke ich doch der ersten Muthmaßung mehr Glauben, weil, bereits erwähnt, der Zeitgenosse des R. Möir ein simpler Handwerker und zwar 'Tin ein Weber zu sein scheint, worauf bei ihm in der angeführten Stelle die Worte hinzielen rnpi vax no jnaiOoa ppioy jnw nsdj wahrend jener mit Bileam Verglichene eine rein theoretische, nur durch geistige Überlegenheit allein auf den Höhepunkt der Zeit emporgehobene Person war. Daß dem aber wirklich so ist, gebt aber gerade noch aus der von Herrn Deutsch angeführten Stelle deutlich hervor. In Schemoth r. Cap. 13 heißt es, wie dieser Gelehrte zu mei-

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