Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 10 (1869)
- Issue
- Heft 39 (29.9.1869)
- Date
- 1869-09-29
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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767 aber verlangen ein solches Hochstetten des Sohar nicht. Hat doch schon R. Jacob Emden drr"? eine Anzahl unechter Stellen und späterer Interpolationen im Sohar aufgefunden und nachgewiesen! Betreffs des obigen dritten Punktes, die von den Kabbalisten viel gebrauchten anthropomorphistischen Ausdrücke niotwn, namentlich verwandtschaftliche Verhältnisse der Sesirot zu einander, sind dies bloße s. g. ternr68 teollniciues pixn hm -tqe-tp, um damit das nähere oder entferntere Verhältniß der supernaturalen Welten zu einander zu bezeichnen. Bei einigen Kabbalisten ist auch Mangel entsprechender hebräischer Ausdrücke für subtile Definitionen schuld an häufigem Gebrauche solcher symbolischer Redeweise, Tcya -pi nsi’^oi. Hingegen bedient sich der sprachgewandte, ein wahrhaft classifches Hebräisch schreibende R. Menachem Asarja äi solcher anthropvmorphostisch klingender Ausdrücke nur höchst selten. Als ein Beispiel seiner lichtvollen Darstellungs- Weise, diene folgende Stelle aus feinem nnoxE m^y und zwar nnon ncxE Cap. 4. Cr löst dort eben so vernunftgemäß als vom wahrhaft jüdischen Standpunkte aus, die allgemeine Frage Dptyn rrtyp über den scheinbaren Widerspruch zwischen np^x njm» und rvjyux iTytd. Denn, da das Thun des Menschen Gott schon im Voraus bekannt ist, so ist des Menschen Entschluß dadurch prädeftinirt, und wäre seine Wahlfreihert mvo dadurch beschränkt. Diese Frage — vor welcher selbst Maimonides bescheiden zurücktritt — beantwortet uxed yD"-i folgenderweise: Bekanntlich trägt diejenige Sefira, welche den Cyclus der höheren mr.^yn nn»ED mit dem der niederen numnm rnTEO vermittelt, mithin Höher als diese, und niederer als jene (d. h. gedanklich) steht, u. A. die Namen: n->xEci Erleuchtung Erkenntniß, Wissen und r>vx Wahrheit. Obgleich nun — wie früher erwähnt — die menschliche Willensfreiheit ein Abglanz der göttlichen ist, muß doch auch hierbei ein fast antithetischer Unterschied angenommen werden. Denn der göttlichen Allwissenheit, nyn», geht m»na erhabenste Willensfreiheit, psn voran, oder mit andern Worten: Gott begnadigt uns deßhalb mit seiner nm»n, Fürsehung ny»T, weil er nach seiner mra rnpbtt es so will und für gut findet 'n psn isyx ba ntyy. Dem entgegengesetzt aber geht beim Menschen die ny’*v> der rrvra voran, d. h. eine sich selber unbewußte gleichsam blos instinctive Willensfreiheit ist nahezu werthlos, und erst durch nyn» Bewußtsein derselben, erhält sie ihren eigentlichen Werth. Individuen, welche nicht einmal das D'Tö mroi aus der Thora erlernt haben, werden auch das »2Sv ^>122 uisn Aboth 2 nicht mit vollem Bewußtsein üben, denn «on -na px und nur wer das D"ro mrai erfahren, weiß auch welches gottgefällige Opfer er durch Unterordnung seiner Willensfreiheit unter die Gebote i der Thora bringt. Also muß beim Menschen, Kennt-! niß der Thora, der m»n2 stets verangehen.! Aus diesem antithetischen Verhältnisse, nrosn ausgedrückt tu den Worten: p^x.-i p O'2^ .T212 '2 »3“n ircj p, läßt sich jene allgemeine Frage cVpn rrarp mit Leichtigkeit beantworten. Hieran knüpft sein Commentator, der Mainzer i Rabbiner öTspsnso min» P noch folgende Be- - merkung: Aus eben dieser Ursache ist auch der gläul bige Israelit nicht in der Lage, in aristotelischer Weise, j a posteriori cnpn bx “iTX2n p vom Vorhandenen, j Realen aus stets weitere Schlußfolgerungen zu ziehen, j sondern er ist darauf angewiesen, n priori Tx cnipn p I irnxsn d. h. vom Boden des positiven, geossenbarten! Judenthums ausgehend, weiter zu schließen. Denn, j nyi» Wissen, Kennen des Geoffenbarten, der Thora, muß i der ni'rn dem Entschlusie, was zu thun und anzuneh- 1 men sei, stets vorangeden. Uebrigens beruht auch manche der Anklagen über! die von einigen Kabbalisten gebrauchten Anthropomor-! phismen, niciwn lediglich auf nicht glücklich j gewählter, ungeeigneter Uebersetzung der betreffenden i Ausdrücke, wobei weder Pardes o»U3n "iyir, noch l Schare Orah, berücksichtigt sind. : Wir gelangen hiermit zu der Schlußbemerkung:! Ungeachtet der Kabbala — als th» njn halaj chische Geltung nicht zusteht, deren Erlernen deßhalb j auch niemals erforderlich war, und sogar sehr viele unse- I rer größten Männer D’jnnwii o»JW*nn »to-w sie ganz unbeachtet ließen, indem die talmudische Halacha allein, von welcher nur es heißt u»o» -p\xi ia"n Dn »a unsere Richtschnur ist; — ungeachtet auch von einigen schülerhaften Dilettanten oder Halbwissern Verschiedenes über Kabbala niedergeschrieben worden ist, was nach Mischnah Chagiga pann px e'P gewiß nicht | gebilligt werden kann — durften doch jene heiligen Männer »xnv p pyoer P p^xn sonn bis zu P herab, so herben Anklagen nimmermehr heimfallen, und konnte dies nicht mit Stillschweigen übergangen werden, denn: quis tacet consentire videtur! 1 Und ebensowenig sollte dieserhalb das kabb. System selbst, wie solches von diesen 'ztnzn Pn: in seinen Hauptmomenten dargestellt wird, ohne Weiteres recusirt werden , weßhalb wir mit den Worten Galilei's schließen müssen: 8 pur so muove : Und dennoch bewegt sie sich! B. I. Rubensohn in Beverungen. Aus dem Widresch. Von Josef Nobel, Rabbiner in Csongrüd „Da sprach der Ewige zu Moscheh: Was schreist du zu mir, rede zu den Söhnen Israel, daß sie weiter ziehen. 2. B. M. Hiezu R. Chama Sohn Chanina's: Einst führte ein Hirt seine Heerde an den Strom