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Der Israelit · 1938-07-14 · Heft 28 (14.7.1938) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 28 (14.7.1938)
Date
1938-07-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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14. .t Der, Israelit Nr. 28 Seite 7 Korrespondenzen. Deutsches Reich. Entlassungsfeier am Rabbiner-Seminar. B e rlin , 7. Juli. Am 4. Tamus (3. Juli), dem Jahrzeitstage des unvergeßlichen Begründers des Rabbiner-Seminars, Rabbi Esriel «Hi J d e S h e i m e r "T-xr, fand die traditionelle Entlassungsfeier der Absolventen des Seminars statt. In der. dichtgefüllten Seminar synagpge bemerkte man neben vielen Rabbinern auch namhafte Vertreter der Gemeindeverwaltungen. Die Gedenkrede auf'Rabbi Esriel Hildesheimer hielt Herr Rabb. - Dr. Eduard•, Biber f e 1 d. Als Vertrauensschüler des R. Esriel Hildesheimer konnte Rabb. Dr Biberfeld in bewährter meisterlicher Art, mit besonderer Präzision der Formulierung aus bester An schauung das Persönlichkeitsbild des großen Führers zeichnen. Rabb. Dr. Biberfeld vermittelte durch seine Rede etwas von dem geistigen Milieu des Krei ses von Rabbi Esriel Hildesheimer. Leitstern seines Lebens —- so führte Herr Rabb. Dr. Biberfeld aus — war jenes alte talmudische Wort: Bei jedem Streit zwischen Einzelnen und der Gesamtheit bleibt; die Entscheidung der Gesamtheit maßgebend; wo das Einzelne in die, allgemeine Interessensphäre störend hineinragt) muß das Interesse der Gemeinschaft übergeordnet werden. Mit besonderer Liebe hing R. Esriel Hildesheimer am Rabbiner-Seminar; alle Ereignisse des Seminarlebens spiegelten sich in seinem Denken und Fühlen wider. An einem Beispiel schilderte Herr Rabb. Dr, 'Biberfeld die Methoden seines Talmudlernens. Inbegriff seines heiligen Lebens war deir kategorische Imperativ seiner Pflicht; alles in ihm ordnete--sich der; Pflicht unter. Die Rezitation des Psalm 16 durch den Rabbinatskandidaten;Oberkantor A p f e 1 leitete über zur Rede des Rektors £r. Weinberg. Im Zusammenhang mit dem Wöchenabs'chnitt Korach stellte Rektor Dr. Weinberg eine tiefgründige psychologische Betrachtung über die Persönlichkeit Moses' an. Aus einer feinen Interpretation des biblischen Textes ergab sich eine Fülle von Gedanken und Erkenntnissen, die in ihrer Summierung das Persönlichkeitsbi{d Moses abrundeten. In allen-Zeiten — so ■ formulierte Dr. Weinberg die Nutzanwendung meiner eingehenden Betrachtung — besonders aber in Zeiten der Not mußte der jüdische Volksführer bei seiner Gemeinde sein. Der Rabbinerberuf verlangt besondere Heiligkeit. Weder Rhetorik' noch Diplomatie dürfen für den Rabbiner entscheidend sein;, der Weg i tfines Rabbiners ist nicht der Weg einer-Karriere,., In . diesem Sinne ermahnte, er die .Absolventen, das rabbv nische Amt zu führen.., , .. '.',W ** Rabbiner Jacob F/i n k hielt darauf diei »Entlassungsrede, die er'; in ' deutscher SpVache,.%ega)tm und, in hebräischer- Sprachefortsetzte. *, .;Y:<*n b,esojiderer Wirkung auf Ate7Anwesenden, .war .die ausgezeichnete Beherrschung der hebräischen Sprache' tind der Diktion.-Rabb. Jacob Fmk unterschied \n- 3er geistes-: geschichtlichen Situation des Judentumsh von.: heute.x zwei Denkhaltüngen. Zum« ersten, die. des Rationalismus •- Wd zumV anderen,'; die... Ver'selbständigungstendenzen der Hagada, die,, ihr jeden Einfluß aüfdas praktische;, religiöse Leben nehmenwollen. Kern des Judentums ist und bleibt die normierte Halacha, Viele Menschen meinen -~ so Jährte ■ Herr Rabbiner Fink aus tJuden br.auoht.en.iheute keinen religiösen \Fü%e&jH£»/i^-.m^efit man . den Rabbinern derf^ Vorwurf, . ,daß, l sie' in' der :Tn:?c&fe1 stecken bleiben und die konkreten Fragen -ties Alltags,' nicht<: biliösen im^ta^e1* Sind.* ^rbtzdetn» :abet<\:inuß•. der_ Ra^ biner in das Volk hineingehen, um den; Manschen/' die hohen Kräfte jüdischer Geschichte zum Bewußtsein zu' bringen/oWferin.jder Rabbiner eine -Persönlichkeit, ist, •'wird; Wein,Wbrt stets :Eirigärig;rihden. Der Rabbiner muß den Ru'Pder Geschichtet hernehmen.;-, furchtlos und stark zu sein in der Arbeit für seine Gemeinde iiM^'sein Volk, , Mit einem Dank an das; Dozentenkollegium ..für.? die empfangenen Lehren schloß die inhaltsreiche Rede. Am Schluß der eindrucksvollen Feierstunde sarig "Oberkantor - A p £ e h mit schöner Stimme eundergreifender Innerlichkeitdas El iSöle Rächatttiii'-auf;&j Esriel Hildesheimer. r^ 'Ki' zw. wf. \ ,,.n..-f ';HCrsclitiltc dierv Wagner ^jidä. . \ * ■' i^;--oW v,.-, Ußh Wie:n,. 8. " Auf Anregung defc Wä e n et fr A g u d?,: haften. 0' Zentralstellen der Weltorganisation bei all.en in Frage 1 / -i t " .' _J?_'1>-' __-HL C-L-^AtV? ._________g; und E r Fe i c if Ve r u rüg a eiF; ßjySJw a n d^r n n g',ösdie: Einhesdehiing, der -JE^esiizer ryon Staatenlosenp'ä^s^ inV;-den Kreis der 'jaun) zu Begünstigenden und , schließlicn" üie! Emchturig von religiösen S i e™d"l~irn gen. Die Auswanderung aus Wien. ""7 ~ Wien, 11. jluj Die Gesamtzahl der aus ' Wien bisher ausgewanderten Juden wird auf 14000 geschätzt. Davon haben 2764 die H i I f e der K u Itus gemeinde, 629 die der A u s wand e-t iin g s a b t e i 1 ufn g der Agudas J i s r o e 1 .in Anspruch genommen. In der Zeit vom 5. bis 10. Juli sind von .der Kultusgemeinde 385, von der Agudas Jisroel 107 Emigranten abgefertigt worden. Die Umschichtungsaktion der jüdischen Organisationen wird in größtem Maßstabe durchgeführt. An Sprachkursen allein hat die Kultusgemeinde 48 und die Aguda 15 eingerichtet. Die Zahl der Teilnehmer geht in die vielen Hunderte. Um die religiöse Betreuung der Auswanderungskandidaten ist vornehmlich die Aguda bemüht. Aber : auch die Kultusgemeinde zeigt hierfür Verständnis; so hat sie dieser Tage eine Schule für religiöse Alijah eröffnet, deren Frequentanten in jüdischen Fächern unterwiesen werden. Soeben erschienen! DER JÜDISCHE STAAT Von Dr. PH. BIBERFELD Das auß er or d e n.t l.ieh. aktuelle Buch enthält eine tiefschürfende Erörterung der Probleme des staatlichen Zusammenlebens vom traditionellen Standpunkt. Die Grundlagen eines jü-. dischen Staatswesens, wie es sein soll und sein kann, werden in meisterhaft klarer Diktion entwickelt. . Preis: brosch. RM 1.50; geb. RM 2.— Zu Beziehen durch:' ISRAELIT u. HERMON Jüdischer Buchverlag G. m. b. H., Frankfurt a. M,, Schüfzenstraße 12, 1. Im Zusammenhange mit diesem neuen Werke kann vom genannten Verlag auch die Schrift des Verfassers EIHFÜHRURGjjl DIE JOD. GESCHICHTE zum Preise v.ftM'1.50 bezogen werden. die - wurde lande. ' Polen; ^». t Ausbürgerungen vpn Juden. >r?>:r,i,W|.a.r,s c„h a u , 12. Juli. Eine amtliche Liste nennt 5 8 Juden, denen ' .polnische' Staatsbürgerschaft. aberkannt e. 23. von ihnen wohnen,.in,. Polen, 35 im AusiDie Städteplanungen und die judische j i-Ls-ii:. f. n. Bevölkerung.;.. - ,. Sjrd^ri -y,'.: .<-. i ^nU-ii r iW&fSvk^friiAP- Jfd^* 'infolge "der städtischen vBaupläne-r,-in; der Provinz werden im Lubliner- K^reis. allein, 60';jüdische Geiwölbe (Kramläden) unH .150r jüdische ' Häuser der fSpitzh^acke anheinifallen, \_ .250 .jüdische Seelen bleijbe^;/)hne',ÖMach. Ents'chädig^n|4to ,;sind nicht vbrgesenenrEine Delegatib'fi der: betPoffendtf. Städte traf iif;!Warschau ein-, um* im Miriisi.eriün>; zu <■ intervenieren.?Es wird darauf hingewiesen, daß entgegen einer Zusage des Ministerpräsidenten, die Umbauten aufzuschieben, die Stadträte, und lokalen Behörden mit den Abreißüngsarbeiteh' rigoros vorgehen. . lf.-ii .iV.'i'Ar'- - .-. j..... , Zwei'Rü1iietjage.;aef''Bääker/'''''>f - i: M ■ arVc h'^u, lä. Jüli/^; r Ei^e.j.' ne?fe >,. Verordnimg" .Befiehlt" "a b s ö 1 u?e?' S.q_n,n)■ ag £r'y rjj e f ü f. d. i e B'ä'c-lce'r^^ e'n. Tröfü*-' dem ist ^"W^sciiaii 'anhebt -ersten iswei §abbaten:j seif 'det V^rdrdnun^: k aa«: edaS-Ä i g>_:r.. Fa 1.1 yp,n. S'k- M> ä jt &miMQÄ.-fi.ttgljC fj/fl, j|8,,; j d:i s p h_e nl B äi&kß^Q&egh j der", S, t.a+Q t; ^sr.or deRÖ m ni e"n.c Dipqjü^isclien^üäcker besteheÄ^dle Probe-fittd nehmen zWleiJvo^i:^ü>i;fä dlie^^fuäisSnV^Bevölkerüng das iOpjfeg ^u1:schätz^ Y^felß Üfid'iudurehi;.ihr^i3^:ha}ie|i?^ea Jpfäckern .di. Kraftprobe^^leichtert.^ ° c *" 5 England/ Informationsbüro für Auswanderer-Emigration Adyisory Committee. London, 11. Juli. Wie schon kurz angekündigt, wurde in London von :der Agudas Jisroel ein Informationsbüro für Auswanderer-Emigration Advisory Committee eröff^- net, das den Zweck und die Aufgabe hat, allen religiösen Auswanderern die nötigen Informationen zu erteilen und sie in jeglicher Beziehung be|'. der Auswanderung zu beraten. Das Londoner Büro steht im engsten Kontakt mit allen jüdischen Auswanderungsorganisationender Welt. Es wird gebeten, daß sich Einzelpersonen nur über die landsmannschaftlichen Büros also für Deutschland über die Religiöse Auswanderer-Betreuung Agudas Jisroel, Berlin, Johannisstraße 8 und für das ehem. Oesterreich Über das Auswanderungsbüro der Agudas Jisroel, Wien II, Malzgasse 26, an die neu geschaffene Londoner Stelle wenden. _ess >XOi> n3irL>Kit-: 'i^fJ US /' in'.: Die „neue Terror welle" im englischen Unterhause. London, 12. Juli. Kolonialminister Malcolm Macdonald gab neue Erklärungen über Palästina ab. Nach den letzten Berichten des Hochkommissars ereigneten sich neue' Zwischenfälle in Haifa und Jerusalem. In Jaffa und Tel Awiw kam es zwar zu keinerlei neuen Ruhestörungen, aber die Spannung hält unvermindert an. Das Standrecht ist in allen vier S:tädten und den Grenzgebieten in Kraft. Weiter sagte der Minister, das erste Bataillon der irischen (^arde und" das erste Bataillon des Essex-Regiments dürften, aus Aegypten kommend, heute in Palästina eintreffen. Die Elfer-Husaren und eine Abteilung Panzerwagen werden in der allernächsten Zeit nachfolgen. Macdonald teilte mit, daß er in Gedankenaustausch mit dem Hochkommissar wegen einer Verstärkung der Polizeikräfte stehe. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Keeling, die sich mit den Gerüchten beschäftigte, „die Juden wollten in Palästina die~ Aksa-Moschee in Jerusalem oder andere moslemische heilige Stätten in ihren Besitz bringen," antwortete Kolonialminister Malcolm Macdonald im Unterhaus, daß die Juden keinerlei Absicht hätten, moslemische heilige Plätze in Palästina in ihren Besitz zu bringen, und verwies in diesem Zusammenhange auf ein Telegramm des Präsidenten der Jewish Agency an den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Kairo. Er fügte hinzu, daß es die Absicht der Regierung sei, den Schutz der heiligen Plätze in. Jerusalem und überhaupt die Wahrung der Rechte religiöser Gemeinschaften in Palästina bei einer Teilung Palästinas für die Dauer zu sichern. Amerika. Dr. Stephen.Wise als' Präsident der amerikanischen zionistischen Organisation zurückgetreten/ Detroit, 5. Juli. : ' Die Jahrestagung der-Zionistischen-Organisation Von Amerika eröffnet Dr. Stephen-W i s e,-mit der- Mitteilung,: daß er seine Präsidentschaft in der Zionistischen Organisation von Amerika als beeri.de t ^ansieht, worauf ein' Schreiben von Präsident -Roose-' velt an die Tagung''v'etle'ien wurde. Präsident Robser: "velt schrieb Twie .fatögtz'- c - - „Ich freue:. michö bei:, dieser Gelegenheit memef ifreundschaftlichen , Einstellung zu der Zionistischen »Organisation' von Amerika erneut Ausdruck '-geben ' zu können. Ich 'häbe de-jj. Wiederaufbau des jüdischen * V> J.V>AJ.; Uli - j »y» w IwV *.>v^| ( & " * -1, ... " V ten( >zur Realjksieruri'g/ eirief großen unef noblen 'Idee sein wird?' \! Eäe.fVerSifiÄtörüng^ÄifhuVfdies& Botschaft mit' warmem 'Be:ifall!'auf;.';.:.'>.- r.,-r-' 'Bezüglich der Köjajerenz -in ,^ian sagte pa Wise,, die! Kpnferenzr. werd,e^;bestimmi;._ein F e h 1 .s.c,b 1 ag!, w.e,rden, wenn, nicht G r 6 ß bVi't a ii;h i e n' bePeit ^ei, seine Verpflichtungen 'zu erfüllenv und die ^'ö,r'e Palästinas für die Juden zu öffnen. Er schlug vor, eine Botschaft an Dr„. Weizmann zu: senden, und ihn dringlichst zu bitten, in Evian im Namen Jeif amerikanischen Juden darauf zu drängen, daß Pälästinafv das 'niem'alsu'uätt^. ge^chlbssefiM^erdfeh sollen,' jüdischer 'Eiriwa'nderffrig weit f> geöffnet w&gldeft, soll. DrßWisäs ■Yiorschläg&wr&$h?™$Mw Rabb. Solomon GolÄnjan.^us p^icago,'würde zum Präsidenten der Zi6mstiscn>enb %r'ganisa-' tioft£.von Amerika gewählt. ■r<-;.,.:. v'v><' yt'X? '•:«.'.<;A'tti.v» i.;-., : •-\-, ■ ' > - , . . -•'; h\ '\ 5!-:':;' "'Bificflca^t^ni'1 1 ■"' '': ■ ' U;^|t: jn ^;^irv;näben *W' 'Notiz •^ÄS.Kdtf Isr'aer*' en^bnunen'.''>; ElfJife< aber mindestens ebenfe^ atiffalTend? dja'ß dit'^HazbfefcV^abfei^d^^AgttdjaS Jisri rö*Ä -VetschWeigtift. icv\:-i;vv; ■- vi 4' .sit> Mi: " : -..^ yr[-. aü; ^y; ,ntj-;:

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