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Der Israelit · 1933-10-26 · Heft 43 (26.10.1933) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 43 (26.10.1933)
Date
1933-10-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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2L Oktober 1S3S . Personalien. 3 Breslau, 10. Okt. Unsere Gemeinde ist von einem 8 schweren Verlust betroffen worden. Herr Rabbiner Dr. 8 Salömon Go l d.s ch m i d t, der..nach der Abtretung 8 Oberschlesiens', zu, uns kürst, ist Nach.längerer, schwerer i Krunkheit^ bei'seinen Kindern in-Berlins wo er Heilung I suchte, von' uns gegangen.Einer berühmten Gelehri tenfämilie entstammend, in der die Tauroh seit Genera- 1 t io neu heimisch warwurde er in der altehrwürdigen K'hillo Wreschen in Posen geboren. Schon mit 20 JahrenHrhielt er von seinem dis an fein Lebensende von ihm^hochverehrter Lehrer Esriel Hildesheimer )>"&' die Hathoro. In jungen Jahren übernahm er das Rabbouus: der Gemeinde Königshütte, wo er bis zur Abtretung! Oberschlesiens, ein ganzes Lebensalter hindurch, verblieb. Seine Gemeinde Hing, mit großer Verehrung an ihm, dem Meister des Wortes, dem es gelang, den Einfluß des thoratreuen Judentums auch unter den dorligen schwierigen Verhältnissen äusr echtzuerhalten. Seiste einzigartige Persönlichkeit war weit über Oberschlesien hinaus bekannt und geschätzt. Auch im Kreise seiner Kollegen und der Gemeindeverbände hatte sein Urteil besonders in Fragen der Schule und Erziehung maßgebenden Dinfluß. Es ist zu bedauern, daß der Heimgegangene nicht den Wirkungskreis fand, der seinen überragenden Fähigkeiten entsprach. Nach der Abtretung Oberschlesiens kam er mit seiner gleichgesinnten Gattin, die wie er aus einer alten Rabbonrmfamilie stammend, ihm in Königshütte geholfen hatte, ein vorbildliches Rabbinerhaus zu führen, nach Breslau, um in der Gemeinde und an dem I jüdischen Realgymnasium seine Lehrtätigkeit fortzusetzen. Hier fand sich bald ein Kreis vornehmlich jüngerer Baalebatüm, zumeist aus den Reihen der Agudo, die sich um ihn scharten. Seine Tenach-Schiurim im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft, bildeten eine /kleine Gemeinde für sich,! die ihm bis, zu seinem Tode treu blieb. Seine Art zu lernen, entsprach seiner -Persönlichkeit. Die Beherrschung des alten Schrifttums, gepaart mit gründlicher Kenntnis und kritischer Verwertung der modernen Schule gab! seinem Lehren einen eigenen Reiz. Seine Predigten waren gleich bewunderungswert im Inhalt, wie in ihrer klassischen Form, die jeder Phrase abhold war. Seine geschlossene Persönlichkeit vertrug keine Kompromisse und keine Halbheiten. Für das, was er als richtig erkannte, § trat'er unerschrocken ein, auch wenn das mitunter seiner I eigesten Person nicht gerade von Nutzen war. Vieleck l war er bekannt, aber nicht viele erkannten ihn. Wer! ihm einmal nahe -gekommen war, den zwangen sein Geist und seine Güte in ihren Bann. 'Sein Hinscheiden wird in unserer Gemeinde, vor allem in dem'engeren Kreise der Jereim eine große Lücke hinterlassen. Möge der Allgütige seiner Gattin, die ihn! [ein; gairzes Leben lang gestützt und zuletzt mit wahrhaft > heldenhafter Treue gepflegt und gehegt hat, ein Tröster fein; und' möge sein Verdienst seinen Kindern beistehen.- - rraxjn Höchberg, 20. Okt. „ In aller Stille, ganz wie es sei- I nem wi-i? - entspricht, beging dieser Tage der nunmehr im Ruhestände lebende Präpärandenlehrer Herr Emanuel E l d o d seinen 70. Geburtstag. . Erst jetzt hörte man davon. Herr Eldod ist noch ein lebendiger Zeuge des „alten Höchberg", ein Repräsentant der wundervoll jüdischen Epoche, in der an der Präparandenschule, damals kurz viivn nu benannt--die! Ortsrabbiner Reb Losor Ottenfvßer, Jakob Ehrenreich und Reb Hinle Wechsler ihre überaus segensreiche Tätigkeit ' entfalteten zusammen mit' den Präparandenlehrern N. Eschwege und L. G. Chrenreich a2^2b Gefühlsmäßig zählte man auch den Kassier der Anstalt, Reb Schmuel Eldod )"i, den Vater des Jubilars, zu den Lehrkräften.- In solchem Milieu ausgewachsen, verbreitete C. Eldod den reinen Geist der heiligen niin unter Hunderten von. v'iwi'a- Seine populäre und elementare^ Lehrform' befähigte die Jugend über '"vn as vwn und wv». selbst in schwerere Kompendien .des hwbn einzudringen. Wahrlich keine Kleinigkeit! Voll'Dank blickt heute die'stattliche Schülerschar zu ihrem ehemaligen Meister aus. Möge dem beliebten Lehrer eine rniv nwv. m jeder Hinsicht im Kreise seiner Lieben und Freunde beschieden sein, wie hoch auch des Lebens Abendstern über seinem Haupte emporsteigen mag. - - ,; ' - ' i -,"'218- Äockenhausen (Pfalz), 1-- Okt. Herr Fritz Levy aus Homburg, ein Zögling der Hirschberger- und Würzburger Lehrerbildungsanstalt, ist. vom pfälzischen Landesverband als Kantor, der hiesigen Gemeinde und als L e.h r e/n für 15 Orte der Umgegend bestellt worden. Herr Levy, der sein Amt.seit Anfang September zur besonderen Zufriedenheit der von 7hm betreuten Kreise ausübt, bemüht sich hier, wo in früheren Zeiten die Reform starke Verheerungen angerichtet hat, die Gemüter deri heranwachenden Jugend .dem religiösen Judentum »»zu gewinnen.-■"> I Großzimmern» 18- Okt. Am Sonntag den 16. Oktober 8 beging die Gemeinde G r o ß - Z i m m e r n im feierlichen f Festg'ttesdienst das goldene (fünfzigjährige) Orts- und Amtsjubiläum ihres Lehrers, Kantors und Schauchets Meier Spier. Eine zahlreiche Schar von Freunden I aus der näheren und weiteren hessischen Heimat hatte 1 sicheingesünden, um zusammen mit der vollzähig er- 1 fchienenen Gemeinde und vielenf mchtjüdifchen Mitbür- 8 gern dem Jubilar, an einem- Ehrentag all die herzlichen 8 Gluck- und . Segenswünsche zu überbringen, die er durch I seim arbeits- und erfolgreiches Leben mehr als verdient | hatte. Nach einem Prolog eines Schulkindes sprach zuerst Ader-. erstes Vorsteher der Kültusgemeinde Groß-Zimmern Der Israelit in der festlich geschmückten Synagoge dem Jubilar den herzlichen Dank für all die treuen Dienste, die er 50 Jahre der Gemeinde und ihren Mitgliedern.geleistet hat, aus. Nach ihm ergriff Herr Provinzialrabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt das Wort, um in einer eindrucksvollen Rede das Leben des Jubilars und sein 'Wirken mit der Reihe der Festtage zu vergleichen, die gerade jetzt ausgeklungen find. Anschließend daran überbrachte Herr Hauptlehrer Kahn, Höchst i. O. die Glückwünsche des Unabhängigen Vereins gesetzestreuer Lehrer Hessens und übergab dem Jubilar namens seiner Kollegen als Zeichen ihres Dankes und der Verbundenheit die Hirsch'schen Schriften. Herr Hauptlehrer Vorenberg, Re'mheim sprach als Freund und Nachbarkollege Worte herzlicher Verbundenheit und freudiger Anteilnahme. Herr Lehmann, Vorsteher der Gemeinde Dieburg, überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde, die ebenfalls stolz auf Lehrer Spier sei, den sie nicht nur als Nachbar schätze, sondern zu den ihren zähle. Zum Schlüsse kam die Schar der Schüler und Schülerinnen zu Wort, die ln sinniger Weise ihre kleinen und großen Wünsche für das Wohlergehen des Jubilars in poetischer Form vortrug, indem jedes der Kinder ihm ein besonderes Geschenk überbrachte. Dem Jubilar, der von seinen Freunden und seiner Gemeinde mit vielen Geschenken bedacht wurde, wurden auch in reichem Maße die Glückwünsche der nichtjüdischen Bevölkerung Groß-Zimmerns zuteil. Am Schlüsse wies der Jubilar in übergroßer Vecheidenheit das ihm von allen Seiten ausgesprochene Lob zurück und erflehte den g'ttlichen Segen und Beistand für die Gemeinde und das Kelall Jisroel. Noch lange waren in dem gastlichen Haus des Jubilars Freunde und Gemeindemitglieder zur Feier des Tages versammelt. Hier ergriffen nochmals die Herren Provinzialrabbiner Dr. M e r z b a ch, Direktor K l i =1 bansky , Asch affen bürg, Herr Salomon W o l p e r t, Frankfurt, A. Eisen heimer, Darmstadt und zum Schlüsse der Bruder des Jubilars, Herr Lehrer Spier i. R., Bad Schwalbach, das Wort, um in launigen und herzlichen Tischreden den Jubilar nochmals zu feiern. Landeshul, 21. Okt. Am vergangenen Freitag bewegte sich ein mächtiger Leichenzug, wie mau ihn hier selten sieht, unserem Friedhofe zu. Galt es doch, die irdischen Reste unseres nur zu früh dahiugegattgenen 1. Vorstehers, des Fabrikbesitzers Erich P r e rauer, der auch viele Jahre Vorsitzender der hiesigen Ortsgruppe im C. V. gewesen, zur letzten Ruhestätte zu geleiten. — Voran schritt der Militärverein, dann folgte der Gesangverein, dann die Angestellten und Arbeiter der Fabrik, hernach die ganze jüdische Gemeinde und eine große Zahl nichtjüdischer Mitbürger. Prediger Falkenstein schilderte in schlichten, aber zu Herzen gehenden Worten, die dem Sinne des Entschlafenen entsprachen, den hohen Wert des Verstorbenen als Gatte und Vater, als Mann und Jude im schönsten Sinne des Wortes. Mit Salutschüssen wurde nach den üblichen Gebeten die Feier geschlossen. Für seine Angehörigen ist Erich Prerauer nicht gestorben und wir Mitglieder der Synagogen-Gemeinde werden ihm ein dankbares Gedenken die Feier geschlossen. v"2Xw Fulda, 23. Okt. Am Morgen des amu ist Frau Henriette Sonn, die Gattin des Lehrers Herrn A. Sonn nach langem Leiden verschieden. Mit dieser Frau ist eine Persönlichkeit von recht seltener Prägung dahingegangen. Mit den ihr eigenen seinen Geistesgaben hatte sie dis jüdische Ideenwelt mit tiefem Verständnis erfaßt. Ihre Geisteswelt basierte auf tiefinnerlicher nws und auf einem G'ttvertraueu, das ihr die Kraft verliehen, das schwere Schmerzenslager mit Geduld und mit Ergebenheit in den g'ttlichen Willen zu ertragen. Als ■um -un stand sie ihrem Gatten in der Erziehung ihrer Kinder treu zur Seite und so hatten sie das Glück, diese als o'iiiT im Sinne von nsmpn iwiin heranwachsen zu sehen. Die miap> der wackeren Frau hat am Souuta-g ">vnn"2 unter Beteiligung der gesamten Gemeinde und auch vieler, die von auswärts gekommen sind, um ihr die letzte Ehre zu erweisen, stattgefunüeu. Wegen der kaum verflossenen v^-Tage wurde kein galten. Nur im Trauerhause sprachen der Schwager, Herr Rabbiner Dr. Frankl aus Halberstadt und der Sohn der Verstorbenen ergreifende Worte des Abschieds. Möge der nur der Dahingefchiedenen den Hinterbliebenen beistehen. Amtsantritt des neuen Rabbiners. Ichenhausen, 20. Okt. Unsere Gemeinde, in der noch frisches Leben pulsiert, ist in ein neues Stadium getreten mit dem Amtseintritte ihres neuen Führers, Herrn Rabbiner Simon Schwab. Rabbiner Simon Schwab, der zuletzt in D a r m st a d t gewirkt hatte, trat zu Jomkippur feine Amtswirkfamkeit bei uns und im Bezirke an, ohne besondere äußere Feierlichkeiten, gleich mit der Arbeit, wie es dem tätigen frschen Wesen deses jungen Rabbiners entspricht. Seine ersten Predigten, seine Lehrvorträge waren ein Erlebnis für uns alle. Seins warmherzige Art, mit dem Rüstezeug seines reichen Wissens und einer tiefen Empfindung an die Menschen, an die Gemeinde und die Einzelnen, heranzutreten und besonders die Jugend um sich zu sammeln, ist auch den Lesern des „Israelit" allzu bekannt, als daß der -erste Eindruck seiner Leistungen hier geschildert werden müßte. Herr Rabbiner Simon Schwab, Sohn des Herrn Leopold Schwab in Frankfurt a. M., hatte, nachdem er in Frankfurt die Samson Raphael Hirsch-Schule absolvierte und eine Zeltlang auf der Vreuer'schen Jeschrwah Nr. 43 Seite 13 gelernt, mehrere Jahre auf den berühmtesten litauischen Jeschiwoth in T e l s ch und in Mir sich intensiv dem Lernen -gewidmet. In Mir erhielt er auch die «innin. Neben seinen hervorragenden talmndischen Kenntnissen nahm er in Litauen auch den M u s s a r g e i st ganz in sich auf, so daß der junge Rabbiner mit der Synthese von Thora, Mussar und Bildung uns zu den weitgehendsten Hoffnungen berechtigt. Wir wünschen Herrn Rabbiner' Schwab, daß er in seiner neuen Gemeinde ein Wirkungsfeld findet, von dem aus er seine reichen Gaben für Klall Jisroel einsetzen kann. Vermischtes. Frankfurt a. 2N., 25. Okt. Für ein ag-udistisches Büro in Erez Jisroel wird eine -gebrauchte Schreibmaschine gesucht. Wir bitten um nähere Angaben an die Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M.» Schmanenstr. 12. Berlin, 19. Okt. Bekanntlich haben die Mittelstandsversicherungen eine Einschränkung in der freien Arztwahl für ihre Mitglieder vorgenommen. Diese Einschränkung gilt aber, woraus noch einmal ausdrücklich hingewiesen sei, nicht für die jüdischen Mitglieder der Versicherungsvereine, da für jüdische Mitglieder der Versicherungsvereine die Liquidationen aller Aerzte, auch aller jüdischen Aerzte, bezahlt werden, ohne Rücksicht darauf, ob die Aerzte zu den Krankenkassen zugelassen sind oder nicht. Berlin, 24. Okt. Das Patenschaftskomitee des Schulwerkes der Adaß Jisroel veranstaltete zu Gunsten bedürftiger Kinder ein Konzert, dessen Programm in Wort - und Tat der Geiger Max Rosenthal bestritt. Er.! stellte den Abend als guter Optimist in das Zeichen des, Frühlings. Dieses Leitmotiv war die Verbindung der Werke verschiedenster Epochen und Herkunft: -von Beek- ' Hoven über Mendelsohn, Chopin, Mascagni, Leoncavallo, über Gounod, Grieg, Sinding zu Wagner; Originalwerke wie Bearbeitungen. Verkürztes und Unverkürz-. tes. Die einzelnen Programmnnmmern würden mit kurzen biographischen Daten und launigen Bemerkungen eingeleitet, mit blühendem Ton und warmem Empfinden ausgeführt. Ein inniger Kontakt zwischen dem Vortragenden und seiner Zuhörerschaft steigerte die anfängliche Vorsrüylingstemperatur bis zur.Sommersglut, so daß eine Fülle von Zugaben auch noch in andere Bezirke musikalischen Schaffens hinüberführte. Einen diskreten und kultivierten Begleiter hatte Herr Rosenthal sich in- Hans F r e y h a n auserwählt. Landeshul i. Schl., 20. Okt. Am Sonntag, den 29. Oktober findet in Waldenburg im Sitzungszimmer der Gemeinde die 20. Arbeitsgemeinschaft der Lehrer statt, wozu die Kollegen, auch Gäste eingeladen sind. Vorgetragen wird 1. K. Sch. Aruch: Kap. 17, 18 und 19. Falkenstein; 2. Mischna: Megilla 1 u. 2. Wieser; 3. Neuhebräisch: Methodik und Praxis, Studienrat Dr. Speyer. Waldenburg i. Schl., 15. Okt. Am ersten Roschhaschana-Abend konnte die Synagogengemeinde Waldenburg i. Schl, das 50jährige Bestehen ihres G'tteshaufes feiern. Aus diesem Anlaß erschien rechtzeitig die Ge- ' schichte der Synagogsngemeinde Waldenburg aus den letzten 50 Jahren. Das Büchlein (40 Seiten, Preis Mk. 1.—) ist vom Repräsentantenvorsteher Adolf Meyer geschrieben und enthält sehr viel Interessantes. Das jüdische Gemeindeleben, das auch im vergangenen Somrner nicht untätig gewesen (es fanden -einige Vorträge statt und es bildeten sich einige hebräische Spvachzirkel),'soll jetzt besonders rege werden. Es werden neben anderen Einrichtungen Arbeitsgemeinschaften für Hebräisch und Palästinaknnde eingerichtet. Dem Religionsunterricht wird für jede Klasse -eine Wochenstunde in Neuhebräisch angegliedert. In den nächsten Wochen wird eine erhebliche Anzahl sehr geschätzter Mitglieder, von hier wegziehen. Deshalb ist der erste Gemeindeabend, der am 15. Oktober in der hiesigen Synagoge stattfand, zu einem Abschiedsfest gestaltet, worden. Herr Seminardozent Dr. L -e w k o w i tz , Breslau, hielt einen belchrendsn Vortrag über „Religion und Volk -als Einheit im Verlause der jüdischen Geschichte und in der Gegenwart". Frau Sch w arz-No senbaum aus Breslau bot schöne Proben ihrer ergreifenden Deklamationskunst, und alsdann sprach Herr Adolf Meyer zu allen Scheidenden herzliche Abschiedsworte namens der jüdischen Gönreinde. Vesonderen Dank widmete er Herrn Dr. rned. Leo Cohn, der als Mitglied des Repräsentanten- . kollegiums sich große Verdienste erworben hat und der in wenigen Tagen nach Palästina übersied-eln wird. Prediger Wies-er entbot den Scheidenden ein Sch-alom, indem er die Versicherung abgab, daß die Zurückbleibenden im Sinne des Herrn Dr. Leo Cohn sich weiter jüdisch betätigen werden. Herr Dr. Cohn sprach dann Worte des Dankes und Abschiedes, woran er noch als Kohen den biblischen Pr-iestersegen der ganzen Versammlung verkündete. Zürich, 20. Okt. Der Bassist 5zeinrich B o r n st e i n, der auch wieder in diesem Jahre erfolgreich -als Kantor an der Kultusgeineinde Zürich tätig war, gab -am 7. Oktober im großen Saale des Konsistoriums zu Zürich ein Konzert mit seinem Lehrer S. Würzburger, das beim Publikum großen An klang fand. Di-e Kritik hebt besonders die voluminöse Stirnrtte und den innigen und gehaltvollen Vortrag hervor. Ganz besonders kam die Rundung und Fülle der ausgiebigen Baßstimme bei den Kompositionen von Leo Rosenblüth zur Geltung.

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