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Der Israelit · 1935-07-18 · Heft 29 (18.7.1935) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
76 (1935)
Issue
Heft 29 (18.7.1935)
Date
1935-07-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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18. Juli 1935 Nr. 29 Seite 11 7 Pei^scwadien. Rabbiner Dr. Unna's Abschied von Mannheim. ■'\ Mannheim, 15. Juli. Der GHtesdienst-Änzeiger des Mannheimer Israelitischen Gemeindeblattes vom 9. Juli enthielt einen knappen, nüchternen Hinweis-: Donnerstag, den 1 l'. Ju 1 i abends 6 Uhr:;Abschiedsfeier für Herrn Stadttmd Konf^renzrajbbiner Dr. Un,na. Es ist'ein historisches Datum, dieser 11., Juli. Seit dem Jahre 1898 amtierte Rabbiner Dr. Unna in der altehrwürdigen ClaüsJSynagöge in Mannheim," züerst in begrenztem Wirkungsraum, weil jene Zeiten das gesetzestreue. Judentum in Baden, und vor allem in 'Mannheim in einen Winkel des jüdischen Lebens abzudrängen versuchten. Dahn aber wird.-sein Wirken neuen Bezirken erschlossen, 1920 Stadtrabbiner, seit 1924 Mitglied des Oberrats als Konferenzrabbiner. Und. nun, gerade zu dem Zeitpunkt, wo die 19. Synode in Karlsruhe in dunklen Tagen des, deutschen Judentums . 2Ü ' neuen 'Beschlußfassungen, ZU neuen] Entscheidungen zusammentritt, wird'' Herr1 for. Ürinä; an diesen Beratungen nicht mehr teilnehmen. Sein Ziel ist dort, wo er vor zwei Jahren in: kurzem. Aufenthalte bereits, die Stätte kennen gelernt hat, die ihm zum neuen Heim Werden wird: in Erez Ji s - rael- . , , •>••:•.!- '•• ' ..Die .Glausgemeinde verliert ihren Führer, der klar und eindleutig in dereinst, neuen .„Richtlinien" .und „neuen Gebetbüchern'... anhangenden Stadt die alte Thora, ihre ewigen Richtlinien verkündete, der keinen Angriff scheute, keine ängstlichen Bede'nken hatte, etwa im : K-Verein zur -Wahrung der'Interessen cjes .gesetzestreuen- Judentums^ in * Baden'r zu/, kämpfen für die alte Emunoh. Aber kerne Arbeit für Gemeinde und Gemeihs'chäft, für Körperschaften vielerlei Art, Verbände und: Gremien hier und in der Ferne, konnte ihn davon abhalten, der L e h r e-r.'zu sein. Die iSchiur; rim, die halachischen Vorträge, jdie Arbeit für die Claus-Religionsschule und dazu die Sorge für Kaechruth und Schechita, die schriftstellerische Tätigkeit, die tätige Hilfe auf allen Gebieten des ion mb->rsi — man muß schon r mit dem hiesigen ..Gemeindeblatt.. sprechen: „Es ist nicht möglich, den ganzen Ertrag; einer gesegneten jüdischen Arbeit von solcher Dauer und Intensität auch nur annähernd darzustellen." Nun folgt Rabbiner Dr; Unna tttii*seiner Gattin den Kihderni die bereits im heiligen Lande Wohnsitz und aufbauendes Wirken als , Lebensinhalt erkoren haben. Und so kam es zur Abschiedsstunde, . ' Im gefüllten, schönen Gl'ausg'tteshäus sammelten seih die Gemeindemitglieder, die Alten, die Jungen, die Kinder, Freunde aus nah und fern, Rabbiner und Synagogenräte, die Vertreter jdes Oberrats und der Vereinigungen. Zum Abschied bestieg der Raw die Kanzel, um noch einmal zu seiner Gemeinde zu sprechen. Er sprach'davon, wie er bei aller Friedensliebe und aller Bereitschaft zu gemeinsamem Tun nie abgewichen sei von dem Weg, den er als; _unerschütterlich^ewigen Lebenipfad des Judentums betrachtet und begangen sehen wollte: den Weg, der vom Sinai ausgeht und der auch die Irrenden s, G, w. zur Thora zurückführt. Deri Dank der Gesamtgemeinde sprach in seiner eindringlichen Weise in gehaltvollen Worten1 der Vorsitzende des Synagogenrats Mannheim, Herr Rabbiner. Dr. Grunewald. Die Stundendes Abschieds wurde aber gleichzeitig — so war es der Wunsch, der Beteiligten — zur Stunde des Neuen, des Künftigen: Anstelle Rabb. Dr. Unnas wird nach Wahl und Entscheidung der' zuständigen Instanzen und aufgrund eigener Bereitwilligkeit, Herr Rabb. Dr. Lauer; der bisherige Direktor der Claus-Religionsschule, nunitiehr — offiziell ab 1. September — Clausrabbiner, Stadtrabbiner von 1 Mannheim sein. Ihn führte Dr, Grunewald namens der Gemeinde ins Amt ein,' -Ihn nannte Rabb, Dr, Unna den würdigen Nachfolger und überantwortete so in letzter Amtshandlung die Clausgemeinde ihrem'künftigen Führer, in dem sie, wie im bisherigen Raw, den starken und mutigen Wahrer und Hüter der Tradition, den friedlich und doch kraftvoll seinen gesetzestreuen Standpunkt vertretenden Fortsetzer alter und ruhmvoller Claustradition zu sehen hofft. — Indem Herr Rabbiner Dr. Lauer die Namen R. Jakob Ettlinger b"sr den großen Clausrabbiner des 19. Jahrhunderts, und den Namen Esriel Hildesheimer b"itr in seinen ergreifenden und feierlichen Worten, mit denen er sein Amt übernahm, nannte, gab er sein Programm, Hüter alter Tradition zu sein. Des Clauschores mächtige Stimmen, die packenden Rhythmen des 19. Tsalmes, ließen die Feierstunde: ausklihgen und ließen sie zur Erinnerung! werden allen -denen, die wehmütig gestimmte Zeugen eines Abschieds und eines Neubeginns innerhalb der . Clausgemeinde Mannheims wurden, \. . - Der Feierstunde des Nachmittags, an die . sich Mincha- und ' Maariwgebet anschlössen, folgte am Abend ein Beisammensein in den Räumen des Lögenrestaurants, wo bei ^einfachenv-Abendesseri die Männer. . und Frauen . der Clausgemeinde, die,;,pffiziellen Persönlichkeiten sich noch einmal versammelten, um gemeinsam mit ihrem Raw und seiner Familie einige Stunden - zu verbringen. Vielerlei wurde zu Ehren des Scheidenden gesagt. Gaben der Erinnerung überbrachten die Vertreter von Gemeinde und Oberrat, Ehrungen wurden' Herrn Rabb. Dr. Unna mannigfach TsuteiL Vom traditionell-gesetzestreuen Rabbinery.erband, von der ReicKsvertretung, vom Council öer Jewish Agency kam Rabb. Dr. Unnas Freund, Rabb. Dr. Horowitz, Frankfurt a. M., um die Grüße der genannten Stellen zu überrbingen. Den Oberrat der Israeliten Badens vertrat dessen Mitglied, R.-A. Dr. Pfälzer. Im Namen des „Vereins zur Wahrung" im Namen der Freunde und Mitstreiter aus bewegter Zeit, entbot Prof. Darmstädter dem Ehrenmitglied des Vereins den Gruß und die Wünsche zum neuen Lebensweg. Die Clausgemeinde vertrat ihr Vorsteher, Herr Dir. Otto Simon, der Dank sagte für alles Wirken in vier Jahrzehnten und dem Raw herzlichste Wünsche für das Wohnen im Väterlande widmete. Die Loge entsandte ihren . Vorsitzenden, Herrn Dr. Scheuer, als Sprecher und Ueberbringer ihrer Grüße an ihr Brudermitglied. Die Kantoren (Epstein, Kohn und A d 1 er) sangen zu Ehren des Rabbiners, und.Rabb. Dr. Geis sprach herzliche und bewegte Worte persönlichster Wertschätzung^ an den Kollegen, an den Lehrer. — Unvergessen bleibt dieser Tag, unvergessen, in wie herzlicher^ großartiger und gedankenvoller Art auch am Abend der Vorsitzende ' der Mannheimer Gemeinde, Herr Rabbiner Qr. Grunewald, dieser Feier, diesem Tag, dieser Abschiedsstunde mit sein Gepräge gab. Die Fülle der ehrenden Worte und Gaben ließen Herrn Rabbiner Dr, Unna jenes Wort der Weisen erwähnen, das tadelnd allzugroße Ehrung hv'Gegenwart des Geehrten auf ihr Maß zurückzuführen sucht' , . , Trotzdem: wir glauben, an diesem Tag hat eine tiefe und warme Freude noch einmal unseres Raws Herz-erfüllt: die Freude, daß seine Gemeinde,;seine engere Gemeinde und Viele darüber hinaus sich' ihm so sehr,- so herzlich, so über alle Trennung hinweg verbunden fühlten und ihm verbunden bleiben werden. s Nun wird er, nach Wochen verdienter Erholung in der Stille und Schönheit de*r Berge, rüsten zur Fahrt ins Heilige Land. Von hier nimmt er in dieser Woche Abschied. Auch wenn er vor Beginn der Meeriahrt, der Sehnsuchtsfahrt, nicht mehr -hierher zurückkehrt, geleiten ihn die Rufe und Stimmen der Freunde, die Blicke der zurückbleibenden Gemeinde, das Winken der Kinder unserer Claus in Gedanken zum Schiff, zum Boden Erez Jisraels, zu den alten und den neuen Stätten unseres Volkes. Neue Dinge treten an ihn heran, den Noch-gar-nicht-müden. Das Wort tönt ihm entgegen, das. einer der Sprecher des Abends einflocht in seine Rede: vrtpsn o^wn* T»nam3?- —oaV wiüt 7j m Q'^ara?* wm xb Y>an nb->br\ Vai nvn W d^Sata Wir wissen, er. antwortet: nwns xb yi>x wnb. Wir wünschen ihm, unserem scheidenden Raw, Herrn Rabbiner Dr. Isak Unna, : Gesundheit, Rüstigkeit,- kraftvolles Wirken und Mahnen, wo es nottut, aufgeschlossene jüdische Brüder und Schwestern, die bereit sind, den Lehrer und Meister der Thora -''mit großer Freude willkommen zu heißen und ihn zu geleiten zu der Stätte des neuen Lebens «nip nm*t by.- ' . ~ " ' K. D. Reinheim, 14. Juli, Montag, den 22, Juli (nun 8*3) begeht Herr Lehrer Voremberg dahier in voller, körperlicher und geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 7 0. Geburtstag, Herr Voremberg, der nahezu vier Jahrzehnte dahier überaus segensreich wirkt, erfreut sich in allen Kreisen der größten Wertschätzung und Liebe. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre-zum Segen -seiner Gemeinde und '«i»' bbsb zu wirken! möge ihm an der Seite seiner gleichgesinnten und gleichstrebenden Gattin 'hv ein langer, anninn» reicher Lebensabend beschieden sein, way- Die Frankfurter Woche- Religiöse Lehrkurse der „Israelitischen ReligionsgeSellschaft". Das am vorletzten Donnerstag geschlossene Semester brachte als Abschluß der auf einv Vierteljahr zusammengedrängten zehn drei- bis' vierstündigen Lehrkurse noch eine Vorlesung von Herrn Jacob R o s e n h e i m.;über „Kaddisch". Die drei Abende Für die uns anläßlich' der silbern enHochzeit Ürwiesen. Glückr wünsche u. Aufmerksamkeiten danken: herzlichst , JonaS Pappenheim :, undTjau,;». Frankfurt ä."M.:\ Scbützenstr. 12 Weltausstellung Brüssel Schöne Zimmer mit Frühstück. Institut Ansbacher, 7, -nie des Fensees( Tel. 15.21.-89 Gesucht Iii Frankfurt-M. i. zum f. Oktober oder später streng ortii. langes Efiepaar diasj gegejh Gewährung .-. IreierWolinünöu. entspr. 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Anfang September Herren und Damen mit geeigneter Vorbildung wollen unter-Beifügung eines selbstgeschriebenen Lebenslaufs und der Zeugnisse sich melden bei dem Leiter, Herrn Rabbiner Dr. D. Carlebach, Köln, St. Apernstraße 29/31. Reiigionslehrer - Akademie, K ö 1 n. Studienrat mit. Ärünjdlicher biblischer und: .talmudischer -Bildung, der auch die. Fähigkeit besitzt,- hebräischen Sprachunterricht zu erteilen, m^mt'ieiuihi-V ■ uii-Hlr ,;mcin .... . irt- Mel</üb"gey," mit>'Angafief'-der Fakultas, erbeten an den Leiter fl?rfä-£abbiner Dff;fi, Cgrl^bacb, Köln. St. Apernstraflg 29/31 Gesucht f. m.'fraiienl. Haush.m.Kind. tücht, ]DU. ffldulllGll Hause. E.Schloß.Lehr., Hamburg 13, Johnsallee 60 SS: Mädchen, für" Vi tüellen Häushalt (3 Pers.) per 1. (9.;ge-; sucht. 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