Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1938-03-01 · 5 (1.3.1938) · p. Seite 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
14 (Ausgabe A) (1938)
Issue
5 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/10638461-6435885-6435893--235-3770752
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

68 Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 5 ^emeee^eÖgew yi^VfyfeßteeeM, ope4tve4>ßtv^$le ■^ikscheWUohi4ii£ße. Nächster Eintopf-Sonntag 13. März 1938 Jüdische Winterhilfe Mttnchen, Herzog-Max-Straße 3 Postscheckkonto 45842 Aus bayerischen Gemeinden Aus der Gemeinde Augsburg——- Konzert der jüdischen Winterhilfe Daß es in der Gemeinde Augsburg gelungen ist, fast durchweg aus einheimischen Kräften einen «mischten Chor von etwa 30 Mitgliedern und ein Streichorchester von einem Dutzend Menschen aufzustellen, und dall mit diesem Ensemble schon nach kurzer Arbeitszeit ein Konzert geboten werden konnte, ist eine Leistung, die hoch veranschlagt werden muß. Es ist klar, daß bei diesem, bis auf wenige Ausnahmen von Laien^getragenem Unternehmen, zu Beginn seiner Tätigkeit die ganze Kraft aufgewendet winden muß »m zunächst einmal der technischen Schwierigkeiten Herr zu werden. Aber das Konzert hat gezeigt, daß bei reger Fortfüh rung dieser Arbeit die Möglichkeit besteht, sehr bald das Niveau der Leistungen zu heben, um so mehr, als in dem Leiter das Ensembles. Dr. Walter Teutsch. die richtige Persönlichkeit für diese Aufgabi gegeben ist. Er bringt ein gesundes musikalisches Empfinden. Energie und Liebe zur Sache mit, und zeigt als Chorleiter, Orchesterdirigent und Pianist eine veilseitige Begabung, von deren Entwicklung das Schönste erwartet werden darf Das Orchester iröffnete den Abend mit den „Sinfonie a tre voci" des jüdischen Komponisten Salomone Rossi (um 1600) für Streicher und CotiTinuo. Sottann zeigte der Chor in zwei a-capella- Psalmen des Niederländers Sweelinck eine bemerkenswerte rhythmische Disziplin und deutliche Ansätze klanglicher und dynamischer Arbeit. Die Sopranistin Ilse Lichtenauer sang ein kleines Geistliches Konzert von J. J. Weiland mit Kammermusikbegleitung; sie wird bei weiterem Studium vor allem auf differenzierte Vokalbehandlung und klare Gliederung in den Stärkegraden zu achten haben. Julius C e s I a n s k i, Nürnberg, der eine Arie aus Mozarts „üavidde penrtente" vortrug, besitzt eine lyrische Tenorstimme von auffallender Leichtigkeit; ihm wäre besonders iine gewissenhafte fachliche Ausbildung zu wünschen, die sein schönes Material richtig behandelt In einer Händelsonate zeigte der zuverlässige Konzertmeister des Orchesters, Marcus M i c h 1 i n. seine geigerischen Qualitäten. Den Beschluß des Abends bildete der 42.' Psalm in der Vertonung Mendelssohns. Das Werk vereinte das ganze Ensemble und erforderte von allen die höchste Kraftentfaltung. Der Dirigent sorgte für flüssige Tempi und wußte einige Gefahrenmomente glücklich zu überwinden. Mit der Arie und den Solorezitativen des Psalms bot die Sängerin Edith Busbaum eine schöne und reife Leistung. Ihre leuchtende, warm timbrierte Sopranstimme ist technisch einwandfrei geschult; auch vertraglich wußte die Sängerin durch plastische Hervorhebung des gedanklichen Inhalts und dramatisch: Akzente zu überzeugen. Dem jungen Augsburger Ensemble -und seinem Leiter wünschen wir, daß es in die Lage versetzt werden möge seine Arbeit fortzusetzen und in der Richtung weiter zu streben, die mit dem verheißungsvollen Anfang eingeschlagen wurde. e. Aus der Gemeinde Bamberg Am 13. Februar veranstaltete der Keren Hajessod zur Einleitung seiner diesjährigen Aktjon einen Werbeabend im großen Saale der „Weißen Taube". In einstündigem Vortrage behandelte Herr Dr. Hirschfeld. Berlin, das Thema „Erez Israel und das .ludische Volk". Der Kurztonfilm „Ein Tag — ein Werk" vermittelte einen lebendigen Eindruck von der schweren Pionierarbeit der Chaluzim. Für die Gemeinde Bamberg, die korporatives Mitglied des Keren Hajessod ist, sprach Herr Rabbiner Dr. Katten die Begrüßungs-, der Gemeindevorstand Dr. Morgenroth die Dankesworte. ' - Aub bei Würzburg. Die Kultusgemeinde bedauert das Scheiden ihres langjährigen ersten Vorstandes. Herrn David Oppenheimer, der mit seiner Familie in den nächsten Tagen nach U. S. A. ausi wandern wird. Der Lehrer der Gemeinde würdigte in einem Abschiedsgottesdienst am vergangenen Samstag hr^fer Synagoge die großen Verdienste, die sich Herr Oppenheimer um die Leitung der Gemeinde erworben hat. Berufsausbildungsstätten für jüdische Jugend Wirtschaftliche Frauenschule Wolfratshausen Die wirtschaftliche Frauenschule in Wolfratshausen führt ab Ostern 1938 drei Lehrkurse durch: Das Frauenlehrjahr vermittelt eine gründliche Ausbildung in allen praktischen Fächern (Kochen, Hausarbeit, Wäschebehandiung, Nähen, Schneidern und Basteln), außerdem in Gartenbau, Geflügelzucht und' Milchwirtschaft. Zur Sprachenerlemung (Hnhrüirnh Fn|rti-ifili, Spanisch und Französisch) ist Gelegenheit gegeben. i Ferner wird ein Jahreskursohne Abschlußprüfung abgehalten, wobei die praktische Arbeit m Küche, Haus, Nähstube, Garten, Milchküche und Hühnerstall den Tag ausfüllt. Drittens kommt der neue Zweiiahreskurs hinzu. Durch ihn soll im ersten-.lahr hauptsächlich die Ausbildung in den Fremdsprachen sowie in den aligemeinen Bildungsfächern gefördert werden. Erst im zweiten Jahr kommt dazu die gründliche Erlernung aller praktischen Arbeiten und der Fächer, wie sie in den landwirtschaftlichen Haushaltungsschulen lehrplanmäßig vorgesehen sind. Für den An- und Verkauf von Immobilien und Geschäft en ferner rar Haus Verwaltungen empfiehlt sich-*4 die Firma S. Ackermann, Hilter von Fpp-Platz 9 Telefon Nr. 12502, 12587, 13394 Er«te Referenzen I J>gliche Bank-Garantie I MAGISTER KIRSCH dar «Uta LII.Ö-, Magister München VII Stadtflllale HochbrUckenstr. 14, Ecke Herrnstr. Levinger Ziga* ron haben ihre StammkundenI S. LEVINGER, Bayer*. 21 im Hotel RheinlioSer Hof Gegr. 1886 FemiprooSer 54897

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.